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02.07.2009

Pilzschmarrn (obwohl, eigentlich...)



Eigentlich wollte ich direkt nach meiner Rückkehr aus Spanien (ja, ich war gerade in Spanien und habe den Clan mit meiner Anwesenheit beglückt) hier mit ganz anderen Geschichten wieder loslegen.

Zum Beispiel wollte ich, in einem noch nie da gewesenen Anfall vom Lokalpatriotismus, einen umfassenden Beitrag darüber schreiben, wo man in Pamplona für mehr oder weniger Geld fantastisch essen und trinken kann, wo die besten Pintxos zu bekommen sind, welche Weine man dort kaufen soll, und so weiter und so fort... Für den Fall, dass einer von Euch sich mal aus welchem Grund auch immer dorthin verirrt. Und dann wollte ich Euch natürlich von dem legendären Langostino-Salat meines Schwagers Daniel erzählen, den ich so sehr liebe, dass er mir phasenweise den Schlaf raubt (also, ich meine den Salat, nicht den Schwager, den ich im Übrigen auch sehr liebe aber anders halt, nicht so wie man Salate liebt und auch nicht so wie, naja, ihr wisst schon...).

Aber dann stellte ich fest, dass 90% der während meiner Spanienwoche entstandenen relevanten Bilder sich in den Speicherkarten etlicher Familienmitgliedern befinden, die gerade irgendwo in sehr südlichen Gefilden Strandurlaub o.ä. machen. Also ist erstmal Geduld angesagt.

Statt Restaurants & Langostinos heute deshalb weniger "Spanisches". Schmarrn. Mit Pilzen. Liebe ich. Gab es zuhause zum Essen am Abend vor meinem Abflug...

Pilze gehören zu den Dingen die bei uns nie nie nie im Einkaufswagen fehlen dürfen. Wenn es eine Wiedergeburt wirklich gibt, was ich eigentlich nicht glaube, aber wer weiß denn schon, dann werde ich im nächsten Leben womöglich Champignon. Oder Kräuterseitling. Oder ein pfiffiger Pfifferling.

Das Rezept stammt aus dem Kochbuch „Kochbuch“ (ha! wie drollig!) von Tim Mälzer. Ein tolles Buch dass der liebe Herr K. mir vor anderthalb Jahren zu Weihnachten geschenkt hat und aus dem ich schon ziemlich viele sehr leckere Dinge gekocht habe seitdem. Dieser Pilzschmarrn aus Seite 53 und die Tortiglioni aus Seite 253 sind bei uns mittlerweile Klassiker. Und das ist gut so.

Zutaten (soll vier satt machen – hier wird es zu zweit verputzt):
  • ca. 400-500 g gemischte Pilze (Champignons, Kräuterseitlinge, Pfifferlinge, etc... - oder, wenn alle Stricke reißen, nur eine Sorte davon)
  • 4 Eier
  • 150 g Mehl
  • 150 ml Milch
  • 4 EL Sahne
  • etwas Salz
  • Puderzucker
  • etwas Butter
  • 1 Becher Crème fraîche
  • Schnittlauch, geschnitten
  • Zitronensaft
  • Pfeffer


Wie es gemacht wird:

Backofen vorheizen (180º C).

Pilze grob in Stücke schneiden. Die Eier trennen. In einer Schüssel rühren wir mit dem Schneebesen das Mehl, die Milch und die Sahne bis eine glatte Masse entsteht. Die vorhin abgetrennten Eigelbe rühren wir in den Teig ein. Die Eiweiße werden in einer separaten Schüssel mit je einer Prise Salz und Puderzucker steif schlagen (nun gut, bei mir schlägt die Bosch – uhm, wie ich meine Küchenmaschine liebe!).

Nun wird etwa 1/3 des Eiweißes ebenso in den Teig gerührt, der Rest wird vorsichtig in diesen untergehoben (damit der Teig schön locker-luftig wird).

In einer Pfanne mit etwas Butter werden die Pilzstücke kräftig angebraten (ca. 5 Minuten): Wenn Ihr eine Pfanne besitzt, die in den Backofen geschoben werden kann (keine Plastik-Griffe o.ä.), nehmt Ihr dafür genau diese Pfanne. Nach dem Braten, den Teig über die Pilze gießen und die Pfanne in den Ofen schieben. 10-15 Minuten lang backen. Wenn Ihr keine Pfanne habt, die den Backofen überlebt, so sollen die Pilze nach dem Braten in eine Auflaufform umziehen und erst dann mit Teig begossen und gebacken werden...

In der Zwischenzeit wird die Sauce vorbereitet: Crème fraîche mit den Schittlauchröllchen verrühren und mit einem Spritzer Zitronensaft, Salz & Pfeffer nach gusto abschmecken.

Wenn er durch ist, den Schmarrn aus dem Ofen holen und erneut auf den Herd stellen (entweder in der Ofen-resistenten Pfanne oder, nach einem erneuten Umzug, in der Pilzbratpfanne von vorhin). Bei kleiner Flamme, „brechen“ wir Hilfe von Holzlöffeln den Schmarrn in grobe Stücke. Ein wenig Butter in die Pfanne geben und das Ganze mit Puderzucker bestäuben (dadurch karamellisiert der Schmarrn - ich geize mit dem Puderzucker auch nicht, ich habe gelernt, dass wir diese süße Note in Verbindung mit den Pilzen und der Schnittlauch-Crème-Fraîche-Sauce ganz wunderbar finden), den Pilzschmarrn dabei immer wieder wenden.

Zum Servieren wir der Schmarrn mit der Sauce überzogen.

Ich persönlich finde: Ein Traum. Das ist gut. Richtig gut. Au, jaaa...

Na, Ihr kriegt trotzdem ein paar Impressionen meiner Heimatreise. Es gab tolle Wolken, tolle Farben, tollen Wein und tolle Babys. Also lauter Dinge, die glücklich machen. So wie meine Berliner Balkon-Geranien mich auch zurzeit sehr glücklich machen.


















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12.06.2009

Drei Farben: Abendessen



Ja ja, bei aller Liebe für Popcorn-Kino... auch ich sehe mal Filme mit intellektuellem Touch, jaaaa... Ich habe sogar einmal ein ganzes Kurzessay über Zufall & Kausalität in Kieślowskis "Rot" verfasst, dafür habe ich mir den Film an einem Tag fünf Mal am Stück angeschaut. Ähm, ja, ich langweile mich selbst gerade auch zum Tode mit diesen Ausführungen - und ja, mir ist auch klar dass ich hier die ganze Zeit nur Selbstgespräche führe... hallt es im Internet-Nirvana eigentlich auch? E-chooo-e-ch-o-o-o-o... tja...

Worauf ich hinaus wollte, ursprünglich: Ich mag buntes Essen, Ihr doch auch, oder?

Unser Abendessen am Montag war bunt, dreifarbig sogar, und sehr lecker...


Zutaten (es aßen zwei haltlose Menschen davon):
  • 300 g Hähnchenbrust
  • 1 Dose Pizzatomaten
  • ein paar Frühlingszwiebeln oder eine halbe Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • ein Stückchen Ingwer, gerieben
  • 1 Naturjoghurt
  • Olivenöl oder Butter, je nach Vorliebe
  • Sahne
  • Kreuzkümmel, gemahlen
  • Koriander (Samen), gemahlen
  • Garam Masala (eine indische Gewürzmischung)
  • Koriandergrün oder Petersilie
  • Kurkuma, gemahlen
  • Basmatireis
  • Salz
  • Zucker
  • leichte Hühnerbrühe (um den Reis zu kochen)
  • ca. 100 g TK-Spinat
  • optional: Chiliflocken o.ä.
  • optional: Cayennepfeffer
  • andere Zutaten, die man nehmen könnte: Apfel (gerieben oder gewürfelt), gemahlene Mandeln, Kokosmilch, Erbsen (statt Spinat), Karotten, etc...

*.- Das Rezept habe ich leicht abgeändert nach dieser Version, aber es gibt zig Tausend andere „Tikka Masala“-Variationen da draußen...

Wie es gemacht wird:

1. Hähnchen marinieren – dafür mit Salz, Kreuzkümmel und gemahlenem Koriander bestreuen und mit Joghurt „bepinseln“. Mit Frischhaltefolie bedecken und für mind. 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.

2.Das marinierte Fleisch im Backofen von beiden Seiten grillen oder in einer Pfanne mit wenig Öl scharf anbraten bis es unwiderstehlich goldbraun aussieht. Herausnehmen & reservieren.

3.Den Reis kochen, wie immer (mit Hühnerbrühe), allerdings diesmal mit Zugabe von etwas Kurkuma (Bereicherung in puncto Aroma UND knallige Gelbtönung). Kurz vor Ende der Garzeit den aufgetauten Spinat hinzufügen.

4.Während der Reis kocht: Kleingehackte (Frühlings)Zwiebeln in Olivenöl anschwitzen, dann gehackten Knoblauch hinzufügen sowie frisch geriebenen Ingwer. Flamme reduzieren, mit Salz abschmecken und ein paar Löffelchen Garam Masala in die Pfanne hauen.

Notiz: Wer im Supermarkt kein Garam-Masala findet, der schaut bitte im Asialaden o.ä. - alternativ kann man auch irgendeine ähnliche indisch-angehauchte Gewürzmischung besorgen (auf die Zutaten achten – Achtung: bei dieser Variante ggfs. Salz beim Kochen weglassen falls die gekaufte Mischung schon mit Salz vermengt ist, was oft der Fall ist).

Wer auch nix ähnliches findet, der mischt sich bitte sein eigenes Garam-Masala-PdgL (=Potpourri der guten Laune). Nach den Angaben auf dem Rezept bei Pioneer Woman braucht man dafür: 1 EL Koriandersamen (gemahlen), 1 EL Kreuzkümmel (gemahlen), 1 EL Schwarzpfeffer (auch gem.), 1 EL Cayennepfeffer, 1 EL Fenchelsamen (gemahlen/zerstoßen/whatever), 1 EL Ingwer (gerieben), 1 EL Kardamom (ja, auch), 1 EL Muskatnuss, und 1 TL (!) Nelke (auch gemahlen)...

5.Pfanneninhalt gut vermischen und eine Dose Pizzatomaten darüber gießen. Erneut durch rühren, etwas Zucker hinzufügen und bei mittlerer Hitze ein paar Minuten vor sich hin köcheln lassen.

6.Nachdem die Sauce Zeit hatte, ein wenig zu verdicken, geben wir die Reste vom Joghurt mit Sahne vermischt (Menge gesamt ca. 1 Glas) in die Pfanne und rühren dies ein. Wahlweise mit Cayennepfeffer aufwerten, oder auch nicht.

7.Das Hähnchen (ja, erinnert sich noch wer an Punkt 1??) würfeln und zu der Sauce geben. Koriandergrün oder Petersilie hinterher. Umrühren.

8.Servieren: Erst die Reis-Spinat-Kombo, dann die Hähnchensauce oben druff.

Wahnsinnig lecker, das Ganze. Schön bunt, schön kontundent, schön würzig. Ah, und wie ich den Geruch all dieser Gewürze liebe!!!

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08.06.2009

Hausgemachte Nudeln zweierlei

Irgendwie fliegt mir 2009 mit Überschallgeschwindigkeit davon... Sechs ganze Monate sollen es bald sein und ich bin meinen Zielen für dieses Jahr, so scheint's mir zumindest, noch kein bisschen näher gerückt. Welche Ziele? Ja, nichts besonders, halt solche die man sich an langweiligen Sonntagnachmittagen so fürs eigene Leben ausdenkt: mit spaßiger Kreativ-Arbeit reich werden, irgendwie doch ohne Chirurgie das Aussehen von Cate Blanchett bekommen, mir eine überdimensionierte Küche mit Jugendstil-Villa drumherum in Lichterfelde-West unter die Nägel reißen (okay, Bauhaus aufm Fichtenberg täte es auch...) und wie auch immer irgendwoher ein paar hübsche und schlaue Kinder in mein Leben herbeizaubern, die bitteschön nicht meine Zwangsneurosen vererben sollten sondern die Augen-Nase-Partie und protestantische Nüchternheit des Herrn des Hauses.

Tja... aber... die Zeit, die ist zu knapp bemessen an diesen Tagen. Neulich haben wir unsere nagelneue Pastamaschine eingeweiht und da fiel mir auf, dass ich sie eigentlich bereits im Februar gekauft hatte. Und ich habe plötzlich gemerkt, dass der Sommer eh schon direkt vor der Tür steht. Ich finde das schreckend. Und schreckend und unverzeihlich finde ich auch, dass wir besagte Nudelmaschine tatsächlich vier Monate lang in die Speisekammer haben schmollen lassen... denn das Ding macht soooo Spaß! Ich bin begeistert und halte jetzt Pasta-Machen für mein neues Zen, so schön meditativ datt Janze, ey...

Zwei Rezepte haben wir probiert bisher und, bevor jetzt einer meckert, dass nicht jeder zuhause eine Pastamaschine stehen hat... ja, es geht auch ohne...



Tagliatelle à la einfach*

Zutaten (für 2-3 Personen):


  • 125 g Mehl
  • 125 g Hartweizengrieß
  • 2 ganze Eier
  • 1 Eigelb
  • Butter
  • Gemüsebrühe
  • frisches Basilikum o.ä.
  • frisch geriebener Grana Padano o.ä.
  • gehackte Pistazien
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Chiliflocken
  • Salz


*.- adaptiert nach einem Rezept das ich neulich beim Sonntagsbrunch aus dem im Hintergrund laufenden Fernseher aufgeschnappt habe... ich glaube es war eine Spiegel-TV-Reportage mit irgendwelchen berühmten Köchen, keine Ahnung...

Wie es gemacht wird:


Mehl und Grieß in eine Schüssel geben und gut vermischen. Eine Mulde in die Mehlmitte drücken und Eier sowie Eigelb in die Mulde geben. Mit einer Gabel werden nun die Eier geschlagen und mit dem Mehl vermengt. Mit den Händen durchkneten, bis ein gleichmäßiger elastischer Teig entsteht. Je nach Bedarf ein bisschen mehr Mehl oder etwas Wasser dazugeben – der „fertige“ Teig darf nicht an den Händen kleben. Teig aus der Schüssel holen, auf eine bemehlte Fläche legen und etwas ruhen lassen.





Aus dem Teig kleine Stücke schneiden und diese weiter verarbeiten: Entweder mit der Nudelmaschine durch die glatten Walzen jagen bis zur Stufe 6 oder 7 und dann durch die passenden Schneidwalzen durchlaufen lassen, oder eben stückchenweise mit einem Nudelholz den Teig sehr dünn ausrollen und mit einem Messer oder Teigrädchen in Streifen schneiden.



So oder so: Die fertig geschnittenen Tagliatelle auf ein Tischtuch (oder auf den bemehlten Tisch, wenn man das Tuch vergisst, ehem) legen und für mindestens 1 Stunde trocknen lassen. An einem kühlen und trockenen Ort kann man die hausgemachten Nudeln laut Maschinenbroschüre bis zu 2 Wochen aufbewahren...



Wenn die Nudeln trocken sind, Salzwasser aufsetzen. Währenddessen die Sauce zubereiten: Butter in der Pfanne zerlassen, mit Gemüsebrühe ablöschen. Nebenbei eine Handvoll Pistazien klein hacken, ein paar Basilikumsblätter waschen und in Streifen schneiden. Wenn das Wasser kocht, die Tagliatelle in den Topf geben – je nach Dicke der Nudeln sind sie in ca. 2-4 Minuten fertig. Danach abgießen und kurz in der Pfanne mit der Butterbrühe schwenken. Abschmecken (mit Pfeffer und Chiliflocken) und servieren und mit Pistazien, Basilikum und geriebenen Käse vollenden.

Simpel aber sehr lecker.


Das zweite Gericht, was aus der Maschine kam, waren hausgemachte Ravioli mit einer Tomaten-Mozzarella-Rucola-Füllung für die ich dieses Rezept hier als Grundlage benutzt habe und die ich, verrücktes Huhn, unseren hanseatischen Pfingstsonntagsgästen vorgesetzt habe ohne sie zuvor probeweise gekocht zu haben... Das Ergebnis: Sehr lecker, obwohl ich weiß dass die Ravioli eine Minute länger im Kochwasser gut vertragen hätten (und vielleicht ging die Füllung bei meiner improvisierten Pilzsauce ein wenig unter??).

Bilder der fertigen Ravioli gibt es leider keine – wenn Freunde zum Essen kommen, widmet sich klein-Nata ihren Gästen, nicht der Kamera. Wird aber sicher irgendwann noch wiederholt und bestimmt besser gemacht als beim ersten Mal – und dann berichte ich sicherlich nochmal davon. Fürs Erste gibt es nur Impressionen...




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21.05.2009

Saté-Hähnchen mit Gemüse & Reis


Saté ohne Spieß, dafür aber mit Paprika, Auberginen, Champignons und Lauch.

(Pseudo)Asia à la Nata: Das ultimative Abendessen zum Germany's Next Topmodel Finale. Dazu ein großes kaltes Beck's und “die beste Begleitung von Welt”. Was will man mehr?

Und mal ehrlich: Schmeckt in dieser hausgemachten Variante wesentlich besser und frischer als das meiste was man heute vom Bestellservice aufgetischt bekommt... und so weiß ich auch wenigstens was da alles drin ist...


Die Sauce habe ich aus dem Blog “Chili & Ciabatta”: Dort gab es irgendwann im Februar ein Rezept für Lammfrikadellen mit Saté-Sauce, das mich so derart angelächelt hatte dass ich es prompt nachgekocht habe (sehr sehr empfehlenswert da richtig lecker!). Und weil ich damals so zufrieden war mit der Sauce (ich liebe diese ganzen asiatischen Saucen mit Erdnüssen), hatte ich die Reste der angebrochenen Kokosmilchdose einfach mal eingefroren denn “das machen wir ja bestimmt bald mal wieder”...

Gut, aus “bald mal wieder” sind circa 2 Monate geworden. Es gibt einfach viel zu viele viel zu leckere Dinge da draußen und zu wenig Zeit um sie alle zu kochen, ein Leben reicht ja gar nicht aus um all diese Köstlichkeiten zu probieren. Menno.

Lieber spät als nie, gestern gab es, um Rolfe und „die Mädchen“ würdig zu verabschieden, diese Sauce wieder zu Hähnchen, Gemüse & Reis. Der Herr K. (fleißiger Küchenjunge meiner Träume) hat es verschlungen (was mich besonders freut, wenn man bedenkt dass er immer behauptet weder Erdnusssaucen noch Kokosmilch sonderlich gerne zu mögen...) und ich tat es ihm gleich und legte dann die Füße hoch, Bierchen in der Hand und in wohliger Zufriedenheit. Joah.



Zutaten (für zwei mit gesundem Appetit):

  • ca. 200-250 g Hähnchenbrustfilet

  • 1 rote Paprika

  • 1 Lauchstange

  • eine halbe Aubergine

  • 5-6 große Champignons (oder eben so viele kleine wie man mag)

  • ein Glas (ca. 100-125 g) Reis (Langkorn/Basmati/whatsoever)

  • ca. 4 Gläser Hühnerbrühe (etwa 2 für den Reis, anderthalb für die Sauce, ein halbes für das Gemüse)

  • ca. 100-120 ml. Sweet-Chili-Sauce

  • ca. 3-4 gehäufte EL Erdnussbutter

  • 2 EL Zitronensaft

  • ca. 5-6 EL Kokosmilch

  • eine Handvoll Koriandergrün (ersatzweise sonst einfach mal Petersilie nehmen)




Wie es gemacht wird:

Reis kochen: dafür einen Spritzer Olivenöl erhitzen, den Reis dazugeben und kurz darin wenden bis es glasig ist. Dann etwa die doppelte Menge Hühnerbrühe zufügen und bei mittlerer Hitze vor sich hin kochen lassen.

Das Fleisch in Streifen oder Würfel schneiden und in einer großen Pfanne in wenig heißem Öl braten bis es goldbraun ist. Aus der Pfanne holen und reservieren. In der selben Pfanne (notfalls ein bisschen mehr Öl nehmen) das ebenso klein geschnittene Gemüse anbraten, nach ein paar Minütchen ein wenig Flüssigkeit hinzu geben (ich nahm ein halbes Gläschen Hühnerbrühe). Hitze reduzieren damit nicht alles komplett verkocht.

Für die Sauce erhitzen wir alle Zutaten in einer Kasserolle und rühren dabei bis alles gut vermengt ist: Ich habe diesmal die Mengenangaben von Originalrezept (siehe Link oben) nur “pi mal daumen” benutzt da ich gestern etwas unter Zeitdruck war um alles großartig zu wiegen/messen. Aber in etwa dürfte die Zusammensetzung so ausgefallen sein: ca. 300 ml. Hühnerbrühe (etwas weniger), ca. 100-120 ml. Sweet-Chili-Sauce, mehr oder weniger 3-4 gehäufte EL Erdnussbutter und 2 EL Zitronensaft und Peterslie (gehackt) nach Gusto da ich gestern spontan kein Koriandergrün im Hause hatte. Ein paar Minuten köcheln lassen. Fertig. Am Ende habe ich wohl viel zu viel Sauce gemacht, daher sind meine Angaben mit Vorsicht zu genießen, weniger geht auch...

Das Fleisch kommt zum Schluss zum Gemüse dazu in die Pfanne, genauso wie etwas gehackte Petersilie.

Dann wird serviert: Auf dem Teller Reis mit der Gemüse-Fleisch-Kombi aufwerten, dann alles ordentlich mit Sauce bedecken.



Es war viel. Es war toll. Wir wollen mehr.

Ein anderes Mal erzähle ich Euch vielleicht was es am Mittwoch zum UEFA-Cup-Finale gab... Ich meinem grenzenlosen Hunger (und bei der ganzen Fussi-Nervosität) habe ich an dem Abend komplett versäumt, das Menü zu fotografieren. Ist vielleicht besser so, wenn ich nur daran denke, wie traurig ich doch nach dem Abpfiff wieder war... Puh... naja, „nur ein Titel“ zu gewinnen ist auch okay, meine Daumen trainieren jetzt einfach mal für den 30.Mai, so einfach ist das! Vielleicht koche ich an dem Abend etwas Grün-Weißes...

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06.05.2009

Frittierte Auberginenbällchen



Bereits vor einigen Wochen habe ich hier ein sehr sehr sehr leckeres Auberginenrezept aus dem spanischen Blog "Pan y Varios" nachgekocht (wenn auch in meiner Version nicht sonderlich fotogen), das wir sicherlich ab jetzt des öfteren essen werden. Denn ich bin ja ein großer Auberginenfan und freue mich immer über jede neue Anregung, wie ich sie zubereiten kann.

Als Adi in ihrem Blog neulich nachgelegt hat und diese krossen Auberginenbällchen
gezaubert hat, habe ich sie natürlich sofort probiert. Diese Frau ist nun meine offizielle Auberginenbeauftragte. Und sie hat den Titel wirklich verdient: Wieder einmal war das Endergebnis ein Traum!



Zutaten (für zwei, Mengen ergeben ca. 10 Bällchen):
  • 500 g Auberginen
  • 2 kleine Eier
  • 50 g. Parmesan o.ä. (fein gerieben)
  • ½ „cup“ + 1/8 „cup“ Paniermehl (in meinem Fall waren das circa 70-80 g Paniermehl, sehr nach Augenmaß gemessen)
  • Schale einer halben Zitrone, gerieben
  • etwas Koriandergrün oder Petersilie, gut klein gehackt
  • 1/4 „teaspoon“ Thymian (klein gehackt)
  • eine gute Prise Pfeffer aus der Mühle
  • 2 + ¼ „teaspoons“ Vollkornweizenmehl
  • ca. 50 g Gouda o.ä. (in ca. 10 Würfel geschnitten)
  • Olivenöl zum Frittieren (oder Fritteusenfett oder so was...)

Wie es gemacht wird:

Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Auberginen waschen und ungeschält in ca. 1 cm. dicke Scheiben schneiden. Diese auf Küchenpapier auslegen und mit Salz bestreut ca. 30 Minuten ruhen lassen (das Salz entzieht den Auberginenscheiben Wasser und damit auch Bitterstoffe). Ich muss allerdings gestehen, dass ich meine Auberginen neulich „nur“ 15 Minuten habe ruhen lassen und geschmacklich war da kein Unterschied zu spüren zu den sonstigen Malen, wo ich sie länger hab ziehen lassen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit Olivenöl bepinseln und die erneut unter Wasser gewaschenen und gut abgetrockneten Auberginenscheiben darauf verteilen. Etwas Olivenöl auf die Scheiben geben (mit dem Kochpinsel) und in den Backofen schieben, bis sie zart und leicht golden aussehen (ca. 30-45 Minuten lang). Danach etwas auskühlen lassen und in kleine Stückchen schneiden.

In einer großen Schüssel werden nun ein geschlagenes Ei, der geriebene Parmesan, 1/8 cup Paniermehl, der Zitronenabrieb, Koriander, Pfeffer und Salz gut miteinander vermengt. Die Auberginenstücke dazu geben und erneut vermischen (dabei die Zutaten mit einer Gabel etwas zerdrücken), bis eine geschmeidige Masse entsteht.

Das restliche Paniermehl (½ cup) wird auf ein Teller gekippt. In einem separaten Teller werden das zweite Ei und das Mehl zusammen geschlagen. Mit der Auberginenmasse Bälle formen und im Bällchen-Inneren jeweils einen Würfel Käse „einschließen“. Es ist wichtig, dass der Käse gut und vollständig von der Auberginenmasse abgedeckt ist (andernfalls wird der geschmolzene Käse beim Frittieren auslaufen, was ja blöd wäre).

Die fertigen Bällchen werden erst in der Ei-Mehl-Mischung getunkt, später in Paniermehl gewendet bis sie alle fertig paniert sind.

In einer Pfanne eine ausreichende Menge Olivenöl erhitzen und die Bällchen circa 4-5 Minuten lang braten bis sie goldenbraun sind. Noch einfacher und gleichmäßiger gelingt die Bräune in der Fritteuse: Bällchen rein. Vier Minütchen warten. Bällchen wieder raus.

Die frittierten Bällchen mit Salz nachwürzen und sofort servieren (bevor der Käse im Inneren wieder abkühlt, was tendenziell auch doof wär).

Wir haben Adis Empfehlung umgesetzt und haben die Bällchen mit einer Tomatensauce serviert: Dafür habe ich eine Knoblauchzehe und eine Frühlingszwiebel in Olivenöl angebraten, darüber eine Dose „Pizzatomaten“ (drin sind geschälte gehackte Tomaten und Tomatensaft) gekippt, das Ganze mit Salz, Pfeffer, eine Mini-Prise Zucker, Basilikum und Oregano verfeinert und alles dann so ca. 15 Minuten sanft vor sich hin köcheln lassen.

Unser Fazit: Mal wieder toll. Eine sehr schöne „andere“ Art, Auberginen zu essen. Sehr lecker und irgendwie sehr erfrischend. Sommerlich. Joah.

Übrigens: Adi von „Pan y Varios“ hatte das Rezept dieser Bällchen ursprünglich bei epicurious.com gefunden
(hier könnt Ihr die Anmerkungen von anderen Menschen nachlesen, die das Gericht auch probiert haben, da sind ein paar gute Anregungen drin, wie z.B. der Vorschlag, gehackte Pilze hinzuzufügen, mit denen ich nächstes Mal gerne experimentieren möchte...).

Wer das epicurious-Portal nicht kennt, der möge bitte jetzt dahin eilen: ähnlich wie bei chefkoch.de findet man hier Zillionen von Rezepten, Foren, Artikeln, Lexika und diverse Tools. Ich persönlich (ja mei, ich bin bekanntlich ein oberflächliches Stück) finde die Aufmachung bei Epicurious wesentlich, ähm, ja... „sexier“ als beim deutschen Chefkoch – und einige der "epi"-Features finde ich wirklich sehr schön praktisch (wie deren Kooperation mit Tastebook, was das Anlegen von personalisierten Kochbüchern angeht, aber darüber erzähle ich Euch bald mehr... versprochen).


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01.05.2009

Lecker-Schmecker-Muffins!


Ich weiß, dass ich unfassbar oft über meinen Backofen (aka “the killer”) meckere... dabei ist er eigentlich ein liebes Kerlchen, immer schön bemüht. Und er macht ja auch einiges mit. Es gibt so Dinge, die er hervorragend kann (Lasagne, Brot, Tarten und Terrinen und Gratins, etc.), bei anderen hingegen muss ich ihm extremst auf die Finger hauen damit er nicht die „brutalo Schiene“ fährt (ich sag nur „Weihnachtsplätzchen“). Und dann gibt es auch die Dinge, bei denen er normalerweise Amok läuft: Kuchen, feines Gebäck und diverse andere delikate Sachen halt.

Das sind die Momente in denen mein Backofen mir Angst macht. So. Jetzt ist es raus. Angst. Wie in „Angstschweiß“- das nämlich eines dieser Wörter ist „mit den meisten aufeinanderfolgenden Konsonanten“, meint mein Bruder zumindest immer. Acht sind es. Ja. Wir nicht-Deutsche lieben so Zeugs. Ihr nicht-Spanier dürft dafür so Zeugs lieben wie „otorrinolaringólogo“ (das ist das spanische Lieblingswort meines teutonischen Göttergatten). Sachen gibt’s.

Das dürfte sich nun aber endgültig erledigt haben, mit meiner Angst vor meinem Backofen. Beziehungsberatend zwischen ihm und mir haben diese Muffins vermittelt, die ich aus Oklahoma, USA via „Pioneer Woman“ importiert habe(*).

So, aufgepasst, Leute: Krassester Muffin ever. Nicht irgendein Muffin, nooo, die Mutter aller Muffins. Ich werde nun nicht mehr aufhören diese Dinger zu backen. Und habe mir vorgenommen, das Rezept mit allen erdenklichen Saft-Marmelade-Kombos auszuprobieren. Puuuuh...

Okay, ich habe einen klitzekleinen Hang zur Übertreibung. Aber Ihr würdet nicht weniger euphorisch sein, wenn Ihr plötzlich diese fluffigen, perfekten, wunderhübschen Muffins aus dem selben Backofen holen würdet der in den letzten drei Jahren sämtliche Eurer Muffin-Versuche in ein D E S A S T E R hat enden lassen...



Ein paar Anmerkungen zum Rezept:

US-Amerikaner und Briten ticken, Maßeinheiten-technisch, bekanntlich anders. Und so ist bei diesem Rezept auch nur von „cups“, „tablespoons“ und „teaspoons“ die Rede. Alles Volumen-Einheiten. Nachdem ich mich seit Monaten mit mehr oder weniger akkuraten Umrechnungstools und -tabellen (diese hier ist sehr gut) herumschlage und die eine oder andere Excel-Datei dazu gebastelt habe, hatte ich dann neulich doch die Schnauze voll und habe mir erstmal ein Messlöffel-Set gekauft. Tolle Sache.


Ich habe immer noch kein „cup“, weiß aber das in so einem 16 „tablespoons“ drin sein sollten. Not-Lösung weil auf Dauer umständlich as hell, aber immerhin. Die andere Lösung: Ein „cup“ kann alles sein (Tasse/Glas/...), wo ein Volumen von circa 236-240 ml. reinpasst. Ein stinknormales Wasserglas hat oft so ein Volumen. Meine billigen Whiskey-Becher haben so ein Volumen. Bingo. Aus Whiskey-Bechern macht „cup“!


Wie Ihr das auch machen könntet, wenn keins Eurer Gläser genau 240 ml hat und Ihr keine Lust habt x Euronen für ein fancy „cup“-Set aus Übersee auszugeben? Ich bastelt Euch Euer eigenes Set zusammen: Man nehme eine Waage und fülle 236-240 g Wasser in ein Tassen-artiges durchsichtiges Gefäß. Da 240 g Wasser auch immer 240 ml sein werden, habt Ihr dann ein „cup“ voll. Ihr macht mit einem unlösbaren Stift eine Markierung an der Stelle, bis wohin das Wasser reicht. Fertig. Und dann genauso verfahren mit Markierungen zu ½ cup, ¼ cup, 1/3 cup... das dürfte reichen. Andere Bruchteile werden einfach per Löffel gemessen.

Volumen-mäßig entspricht ein US-“tablespoon“ übrigens in etwa 15 ml, ein US-“teaspoon“ dann 5 ml. - ils sont fous ces américaines...!

Zutaten (ergibt ca. 20-22 Muffins):

  • 4 „cups“ Mehl (Type 405)
  • ½ „cup“ Zucker
  • 2 „tablespoons“ Backpulver
  • ½ „cup“ Margarine
  • 2 „cups“ bittere Orangenmarmelade
  • 1 „cup“ hausgemachter Orangensaft
  • 1 Röhrchen Vanille-Aroma
  • 2 Eier
  • ¾ „cup“ Zucker
  • 1 „teaspoon“ Zimt
  • 1 „teaspoon“ Muskatnuss
  • 1 „tablespoon“ + 1 „teaspoon“ flüssige Butter ( „1Tbs + 1 ts“ ??! – DUH! Ils sont fous...!)
  • ¼ „teaspoon“ Salz

Wie es gemacht wird:

Backofen auf 190 Grad vorheizen.

Mehl, Zucker und Backpulver in einer Schüssel geben und mit der Margarine zusammen mischen (bei mir übernahm die Küchenmaschine, dürfte mit einem einfachen Handrührgerät auch wunderbar klappen und per „Hand-und-Teigschaber“-Methode sicher ebenso).


Wir geben 2 „cups“ von bitterer Orangenmarmelade in eine andere Schüssel und geben 1 „cup“ Organensaft dazu, mischen beides gut zusammen und schmeißen dann ein Röhrchen Vanille-Aroma rein (also nein, nicht das Röhrchen sondern den Inhalt).

Diese „flüssigen“ Zutaten kippen wir nun in die erste Schüssel (wo die „trockenen“ Zutaten sind) rein. Wir schlagen die Eier und geben sie dazu.


Nun wird alles vorsichtig miteinander vermischt (mit einem Holzlöffel oder maschinell), es ist besonders wichtig, dass die Teigmasse nicht „zu viel“ gerührt wird, sonst werden die Muffins nicht locker-fluffig. Man kann mit dem Rühren aufhören wenn der Teig so aussieht als wäre er FAST vollständig zusammen gemischt (nicht davon irritieren lassen, dass teilweise Mehl da zu sehen ist, das noch nicht eingearbeitet scheint).

Wir legen die Teigschüssel beiseite und kümmern uns erstmal ums „Topping“: Dafür mischen wir in einer kleinen Schüssel ¾ „cup“ Zucker mit dem Zimt und dem Muskatnuss (jaaaa, Muskatnuss). Wir fügen dann die zerlassene Butter hinzu und rühren sie gut ein (die Mischung wird dann eine leicht feuchte Konsistenz haben). Zu guter Letzt geben wir ¼ „teaspoon“ Salz zum Topping und rühren nochmal durch.


Wir legen eine Muffinform mit Papierförmchen aus (oder fetten die Vertiefungen mit Backspray o.ä.) und füllen diese mit der Teigmasse. Nun wird jeder „Muffin-in spe“ mit einem Teelöffelchen von der Toppingmischung bestreut.


Und zack – ab in den Backofen damit für circa 20-22 Minuten (laut Originalrezept; meine Muffins waren etwa 24 Minuten drin bis sie mir von der Farbgebung her zugesagt haben). Aus der Muffinform holen und auf ein Rost abkühlen lassen. Danach wird ggfs. die zweite Ladung gebacken (bei meiner 12er-Form sind z.B. zwei Backrutschen notwendig).



Zwar lassen sie sich vorm Essen etwas umständlich aus dem Papierförmchen pellen, schmecken tun die Muffins sehr sehr sehr gut. Auch nach 3-4 Tagen haben sie immer noch geschmeckt. Ab dem 4. Tag würde ich sie allerdings nur noch zum (in den Milchkaffee) Tunken nehmen, sonst sind sie eher zu trocken. Warm schmecken sie übrigens auch. Ich habe an den letzten beiden Samstagen jeweils so 20-22 Stück gebacken: Da hatten wir dann die ganze Woche lang Spaß dran.

Nachdem sie nach dem Originalrezept so leicht gelungen sind (in ca. 40 Minuten sind sie von A bis Z fertig!) und so toll geschmeckt haben, habe ich dann beim zweiten Mal angefangen zu experimentieren: Ich nahm also keine bittere O.-Marmelade sondern ganz normale Aprikosenkonfitüre (ist auch wesentlich preiswerter) wieder allerdings mit O-Saft. Das Ergebnis war auch sehr zufriedenstellend obwohl wir diese letzte Variante rein geschmacklich fast ein wenig fad fanden. Dafür waren im Muffin-Inneren wesentlich mehr Aprikosenstückchen und „Konfitüreinseln“ zu finden.

Nachbacken! Wirklich sehr empfehlenswert. Und das Rezept ist so schön idiotensicher (denn mal im Ernst: ich bin eine ziemlich lausige Bäckerin, ich kann nur Brote und selbst da stecke ich toooootal in den Kinderschuhen)...

(*).- Ich kriege ja dabei die Vermutung nicht ausm Kopp, dass besagte Dame ein „fake“ ist bzw. ein sehr gut ausgeklügelter Marketing-Gag. Was mich ja total irritiert. Nicht dass ich im Internet besonders viel Ehrlichkeit erwarten würde oder so... aber ich finde das Gegenteil dann doch irgendwie... unnötig? Naja, sind trotzdem fantastische Bilder da drüben, und das eine oder andere Rezept aus ihrem Repertoire landet bei mir auf fruchtbarem Nachkoch-Boden. Jeder, wie er es mag. Aber die dort eingeblendete McDonalds-Werbung finde ich dennoch... au weia...
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23.04.2009

Mangold-Tarte. Soave. Frühling.

Toc, toc... Jemand da draußen? Wartet da noch irgendwer auf mich? Hält mir da wer noch die Treue? Ja. Ich weiß. Ich war VERSCHOLLEN, nicht? Ja, Waaaahnsinn...

Ach was soll ich sagen?!

Erst waren meine Frau Mamá und meine älteste Schwester hier zu Besuch und wir hatten entsprechend Urlaub und sind zu Viert durch Berlin getingelt, ganz und gar heldenhaft, immer der Sonne hinterher, zum Reichstag, ins Olympiastadion, auf die Pfaueninsel, zum Wannsee, in den Zoo und und und. Und zurück. Und noch mal hin. In Dauerschleife.

Ja, und dann passierte noch dies & jenes, und der Handwerker ging und dann kam er wieder. Und die Arbeit war „naja“ und da draußen meinten irgendwelche Vollpfosten eine Rechnung sei Diskussionsmaterial, so als sei das hier nicht die freie Marktwirtschaft sondern irgend so ein scheiß verdammter Hippie-Debattierklub (habe ich schon mal erwähnt, dass ich Kapitalist bin?) und wir feierten Jahrestag und ich habe dabei das Rinderfilet versemmelt aber eine passable Sauce gezaubert und es wurde Frühling und meine Sonnenallergie kehrte pünktlich mit dem ersten Sonnenstrahl zurück und ich habe viel zu oft die Nerven (oder die Contenance?) verloren und ich hab nicht wenig gelacht, irgendwie aber auch umso mehr geweint und dabei habe ich meinen Vater vermisst um mich dann im selben Atemzug gnadenlos und versehentlich daran zu erinnern, dass er immer noch tot ist. So ein Mist aber auch. Und dann habe ich jedes Mal auf die Katastrophen-mildernde Wahrheit des nächsten Atemzuges gehofft, der aber, life's a bitch, mir nur den Gedanken beschert hat, dass sich daran auch in nächster Zeit vermutlich nichts ändern wird. „Unverständliches Prinzip Tod“, so umschrieb es eine Freundin neulich. Und da wollte ich mich ablenken und habe mich, wie süß, über Dieter Bohlen aufgeregt, und mich maßlos über ominöse „Experten“ geärgert, die Computerspiele mit echten Tötungen gleichsetzen und für ein Verbot plädieren, dabei aber vergessen dass man genauso gut 90% aller Literaturklassiker verbieten könnte (allen voran die Bibel, den Koran und den Tanach), sowie 75% aller Kinofilme, 99% der klassischen Kunst weltweit, und dann sollte man auch bei der Gelegenheit so gut wie alle Nachrichtensendungen abschaffen und bitte definitiv alle TV-Debatten zu denen Oskar Lafontaine oder Bushido eingeladen werden. Joah. Und ich habe aufgehört Perez Hilton lustig zu finden und finde ihn jetzt meistens nur noch doof und peinlich. Und während all das so mit mir und um mich herum passierte habe ich zig Mal versucht mich wieder aufzuraffen und ich habe es meistens eh nicht geschafft und ich bin kurzerhand emotional Amok gelaufen und habe mich dann doch gefragt wie lange ich diese heilige Allürenscheiße noch weiter durchziehen kann bevor ich meine Beziehung endgültig & mit vollem Einsatz gegen die frisch-tapezierte Wand gefahren habe. Daraufhin habe ich Angst gehabt und Panik geschoben. Ja. Und in der ganzen Zeit habe ich gekocht wie eine Irre (IRRE passt diese Tage eh nur zu gut), leider aber nicht so viel wie nötig gewesen wäre, um mich von all diesem Gedöns zu befreien. Dabei ist Eskapismus doch so was Schönes.

Also: Ihr seht schon. Ich war beschäftigt und habe mich prächtig amüsiert. So! Und jetzt, mag jemand mal ein Stück Mangoldtarte?



Zutaten (für eine Tarteform mit 28cm Durchmesser):

  • 600 g Mehl (in diesem Fall: 500 g Mehl Type 405 & 100 g Vollkorn-Weizenmehl)
  • 250 ml Sonnenblumenöl
  • 250 ml Wasser (lauwarm)
  • 1 TL Backpulver
  • ca. 450 g Mangold
  • 3 EL Rosinen
  • 3 EL Pistazien (gehackt)
  • 2 Eier
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Muskatnuss
  • ca. 100 ml Sahne
  • ca. 50-70 g Grana Padano
  • ca. 50 g Ziegenkäse
  • 2-3 EL Frischkäse (wie Cremette, Philadelphia oder so watt)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 3 EL Olivenöl
  • etwas Butter (um die Form zu bepinseln)
  • 2EL Semmelbrösel

*.- leicht abgeändert nach Tim Mälzers „Kochbuch“ (Seite 61: geschlossene Mangold-Tarte)

Wie es gemacht wird:

Wir fangen beim Teig an (verrückte natalika-Logik, was?): In einer Schüssel, das Sonnenblumenöl mitm Wasser vermischen, Mehl und Backpulver hinzufügen und alles zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten (bei mir übernahm diese Aufgabe die Küchenmaschine). Den Teig in der Schüssel lassen und diese, mit einem Tuch bedeckt, 30 Min. beiseite legen.

Wir waschen das Mangoldgemüse und schneiden alles (Strunke & Blätter) klein. Zusammen mit Knoblauch und Frühlingszwiebel wird der Mangold in einer Pfanne (mit etwas Olivenöl) circa 5-6 Minuten lang anbraten. Dann geben wir Rosinen und Pistazien dazu und würzen alles mit Salz, Pfeffer und Muskat. Wir nehmen das Gemüse von der Kochstelle und lassen es in einer Schüssel abkühlen.
Ah! Und wir heizen den Ofen vor (200 Grad).


In der Zwischenzeit pürieren wir mit dem Stabmixer die Eier mit Sahne und Käse (alle 3 Käse-Sorten), schmecken sie mit Pfeffer ab.


Auf dem bemehlten Tisch rollen wir den Teig dünn aus und schneiden aus ihm 2 Teigplatten mit ca. 30-32 cm Durchmesser. Wir legen den Boden der (hihi, gebutterten) Tarteform mit der einen Platte aus und drücken diese am Rand an.



Wir bestreuen den Teigboden mit Semmelbröseln und geben das Gemüse darauf. Das Ganze wird mit der Sahne-Ei-Mischung begossen und mit der zweiten Teigplatte bedeckt (Achtung! Teigränder gut zusammendrücken). Wir pieksen den Teigdeckel mehrmals mit einer Gabel... und schieben das Ding in den Ofen.

Nach ca. 45 Minuten sollte die Tarte fertig sein. Dazu haben der Herr K. et moi myself am Mittwochabend jede Menge Soave getrunken, während wir uns wieder ein mal darüber ärgerten, dass P7 „Grey's Anatomy“ blöderweise auf 20:15 vorverlegt hat, welch Misere, wo ich eh immer am Kochen bin & der Mann des Hauses eh immer im Auto sitzt... hmpff...

Sehr lecker, obwohl ich auch ohne den Teigdeckel oben druff auch gut hätte leben können.


Übrigens 1: Die Tarte schmeckt übrigens am nächsten Tag im Backofen aufgewärmt noch viieeeel besser, weil der Teig dann ein wenig weicher wirkt...

Übrigens 2: Etwa die Hälfte des Teigs blieb über... Habe ich einfach in Alufolie eingewickelt und eingefroren. Damit gibt es dann nächste Woche irgendwann individuelle Mini-Quiches zum Abendessen mit, ähm mit irgendwas Gemüsigem... oder Fischigem. Also mit irgendwas halt...

Übrigens 3: Hab ich schon erwähnt, es ist Frühling? „Frühling in der Schönhauser... Frühling in Berlin...“ - so singt's Nylon und ich mag das und ich sollte womöglich viiiiiiel öfter raus. Der Baum unseres Innenhofes (verdammt, ich vergesse immer was das für einer ist, wer sagt's mir bitte...) ist in den letzten 7-8 Tagen förmlich explodiert und ich kann auch nicht mehr durch die Raabestr. latschen ohne alle paar Meter anzuhalten um Handy-Fotos der blühenden Mandelbäume zu machen.

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