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23.10.2009

Reis mit Kaninchen & Champignons

Da draußen herrscht ja Herbst galore. Zurückgeschlagen wird also mit Herbstküche en masse.

Zum Beispiel mit diesem Reis, was in Spanien (aka "die ferne Heimat") durchaus typisch ist: mit Kaninchen und Pilzen. Mehr Herbst geht wohl kaum, oder? Herrlich!



Kaninchenfleisch erinnert mich immer an meine Kindheit. Meine Oma hielt damals immer Kaninchen für die Hausschlachtung, die wurden dann meist geschmort und mit der unvergesslichsten aller unvergesslichen Schokoladensaucen serviert. Halleluja. Ich bin mittlerweile allerdings nicht ganz hundertprozentig sicher, dass es sich so ereignet hat, das alles. Könnte auch eine dieser seltsamen Fata Morganas der Kindheitserinnerungen sein. Passieren Euch solche Dinge auch? Sich an Kindheitsdinge erinnern zu können, die sich dann als „unecht“ entpuppen? Ich bin vielleicht auch im Sci-Fi-Streifen gelandet, weiß es nur noch nicht. Gut möglich.

Jedenfalls, ehe ich noch weiter abschweife, ja, Bugs Bunny & Roger Rabbit rocken. Auf der Leinwand und aufm Teller, ey! Kaninchenfleisch ist schön zart und sehr bekömmlich, fettarm und reich an Eisen, Niacin, Vitamin B12, etc... ich bin versucht zu sagen, jeder soll unbedingt ein paar Bunnies in sein Leben bringen... auf der anderen Seite klingt das ja beknackt und ein bisschen sexistisch auch, also so doof dass ich unmittelbar wieder an Günter Wallraff(*) denken muss (uargh!!). Vergesst den Quatsch deshalb, esst aber dennoch mehr Kaninchen!

Zutaten (für 3-4 Portionen, je nach Hunger):
  • 3 Kaninchenkeulen
  • 1 Glas Reis (ca. 200 g - am Besten eine Rundkornsorte)
  • ca. 75 g Pilze (z.B. Champignons oder Steinpilze oder oder oder)
  • 1 Glas Weißwein
  • 50 g gehobelte Mandeln
  • ca. 50 g Pistazien (geschält)
  • 1 Scheibe Weißbrot (getoastet)
  • ein halbes Gläschen gehackte Tomaten aus der Dose o.ä. ("Pizzatomaten" whatsoever, oder eine frische mitt.-gr. Tomate)
  • 1-2 EL Petersilie
  • Olivenöl
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • Salz
  • etwas Paprikapulver
  • je eine Prise Thymian, Rosmarin, Majoran & Pfeffer
  • Wasser

Wie es gemacht wird:
Ich habe für diesen Reis drei Kaninchenkeulen benutzt, die ich bereits vor einigen Wochen geschmort und eingefroren hatte. Daher mussten sie erst aufgetaut werden, anschließend habe ich das Fleisch vom Knochen gelöst und mit den Händen grob zerschreddert. Die janze Kaninchenreis-Kocherei geht aber natürlich auch mit frischem noch rohem noch am Knochen klebendem Fleisch...

In diesem Gericht habe ich zudem zwei klassische Komponenten der spanischen Küche auf meine Art „interpretiert“: „sofrito“ und „picada“ - nachlesen könnt Ihr sicherlich selber, worum es bei diesen komischen Worten geht (ich habe gar keine didaktischen Qualitäten, was?).

Und jetzt zur Sache, Schätzchens:

1.Das Kaninchenfleisch, leicht gesalzen, in einem Topf mit etwas Olivenöl anbraten.

2.Tomate und grob geschnittene Frühlingszwiebeln grob reiben (oder durch den Zerhacker des Stabmixers jagen).

3.Das Kaninchen aus dem Topf nehmen und reservieren, dafür nun das Tomaten-Zwiebel-Gemisch in den Topf geben und anbraten (wenn nötig noch mehr Olivenöl hinzugeben). Nach 5-6 Minuten kommt das Fleisch wieder in den Topf.

4.Mit einem Mörser (oder Zerhacker – da bin ich äußerst tolerant) die „picada“ zubereiten indem man 2 Zehen Knoblauch, die Mandeln und Pistazien (geschält), das grob geschnittene Brot und die Petersilie zu einer gleichmäßigen Masse zerstößt. Mit einem Schuss Weißwein verrühren und zu den weiteren bratenden Zutaten hinzufügen.

5.Den Rest vom Weißweinglas darüber gießen und köcheln lassen bis der Wein größtenteils verdampft ist.

6.Die Pilze grob schneiden und in den Topf geben.

7.Nach 2-3 Minuten den Reis hinzufügen und kurz umrührend glasig werden lassen. Danach den Topf mit heißem Wasser füllen, bis der Reis bedeckt ist und fertig kochen lassen (je nach Reis-Sorte ca. 15-20 Min.). Kurz vor Ende der Garzeit noch mit den restlichen Kräutern/Gewürzen (Paprika, Thymian, Rosmarin, etc...) aufpäppeln und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Sehr lecker und sehr passend zu dieser Jahreszeit. Nachmachen. Ist quasi ein Befehl. So ziemlich.




(*):- apropos Günter Wallraff... ich schwanke derzeit ein wenig zwischen den beiden Optionen A) ich lasse für mich ein T-Shirt mit der Inschrift „wifey knows best“ herstellen oder aber B) ich lasse auf besagtes für mich bestimmtes T-Shirt den Satz „Günter Wallraff ist doof“ anbringen... also, was darf es denn sein: A oder B?
Ich persönlich fühle in meiner Bauchgrube zwar eine leichte Tendenz für die B-Variante, so richtig zu dieser Entscheidung durchringen konnte ich mich aber noch nicht. Ich habe Angst, Günter Wallraff könnte sich in seiner ursprünglichsten Afro-Fließbandarbeiter-Menschenwürde verletzt fühlen und mich verklagen. Oder, noch schlimmer, sich ob seiner Rächer-der-Geächteten-Eitelkeit-Hingabe dazu aufgerufen sehen, als Herr K. geschminkt - und mit versteckter Kamera bewaffnet - einen schockierend gnadenlosen wie gnadenlos echten Dokumentarfilm über die Missstände in diesem Hause zu machen. Stellt Euch das mal vor...(Exkurs beendet - zurück zum Rezept)

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31.07.2009

Der legendäre Langostino-Salat von meinem Schwager Daniel (und Sommerbrote galore)



“Salatwoche, Baby!” - so hieß bei uns das Motto, sobald es wärmer wurde. Nun gut, dass die Temperaturen zwischendurch ein paar Mal in den Keller gegangen sind, hat uns tatsächlich ein bisschen den Strich durch die Rechnung gemacht... aber im Moment verdient der Sommer wieder halbwegs seinen Namen und das bringt mich auch zum ursprünglichen Plan zurück, Euch von dem legendären Langostino-Salat meines Schwagers zu erzählen. Denn: Ha, ist der lecker!

Mein Schwager Daniel ist ein lustiger Andalusier (d.h.: neben meinem teutonischen Manne ist er so etwas wie der offizielle Außerirdische unseres nordspanischen Clans) - irgendwie ist er jedenfalls auf seine schräge und Coolness-befreite Art doch die coolste Sau des Jahrhunderts... unter anderem, hihi, weil er meine völlig verrückte durchaus impulsive kleine Schwester seit 10 Jahren mit Zen-artiger Ruhe erträgt. Und spätestens seit er diesen Salat zum ersten Mal für mich gekocht hat bin ich sowieso sein größter Fan.

Wenn Ihr jetzt seht, wie dieser arg so legendäre Salat zubereitet wird, haltet Ihr mich vielleicht dann für bekloppt. Ist ja eine total banale Angelegenheit, das Ganze.

Schmeckt. Aber. So. Gut. Kinder.

Echt jetzt...


Zutaten (für etwa 2-4 Portionen, je nach Appetit):

  • 1x Apfel (Golden Delicious)
  • 2x Kiwi gold
  • optional: ein paar Surimi-Stäbchen
  • Eisbergsalat oder gemischte Salatblätter (wir nehmen eine abgepackte Mischung mit: Endivien, Frisée, Raddichio)
  • ca. 250-400 g Riesengarnelen, Kaisergranate (für die noch edlere Variante) oder ähnliches Getier

für die Sauce:
  • ca. 125 ml Sonnenblumenöl
  • 1 Ei
  • Salz
  • Pfeffer
  • ein Spritzer Zitronensaft
  • 1 TL Senf
  • 1 EL Ketchup (ersetzbar auch durch Tomatenmark)
  • 1 Spritzer Tabasco (oder Sweet-Chili-Sauce)
  • 1 EL Whisky (oder Weinbrand)


Wie es gemacht wird:

Die rohen Langostinos ungeschält in Salzwasser mit einem Spritzer Zitronensaft kochen (normalerweise reichen je nach Größe ca. 4-5 Minuten vollkommen). Von der Kochstelle nehmen und zum Abkühlen in Eiswasser tauchen.

Die Kiwis schälen und in mundgerechte Stücke schneiden und in eine große Salatschüssel geben. Der Apfel kommt ungeschält (aber entkernt) ebenso zerstückelt in die Schüssel. Gleiches gilt auch für die klein geschnittenen Surimistäbchen und die Salatblätter.





Die Langostinos schälen und ganz zu den weiteren Salatzutaten geben.

Für die Sauce wird erst mit dem Stabmixer eine Mayonnaise gemixt: Mit Öl, Ei, Salz und Pfeffer und einer Prise Zitrone.

Später mischen wir die weiteren Zutaten unter die Mayo: Senf, Ketchup (oder Tomatenmark, dann ggfs. auch eine Messerspitze Zucker hinzufügen), Tabasco oder Sweet-Chili-Sauce und einen Esslöffel Whisky/Weinbrand (ginge sicherlich auch mit Cognac). Zu guter Letzt ordentlich mit Pfeffer aus der Mühle abschmecken und über den Salat gießen. Alle Salatkomponenten gut mit der Sauce vermischen und sofort essen.

Ein Gericht, welches wahnsinnig schnell auf den Tisch gezaubert ist und wunderbar sommerlich schmeckt. Außerdem: eine volle Ladung Vitamine & Proteine... was will man da mehr?

Dazu passt selbst-gemachtes Brot hervorragend – die Variante, die ich zurzeit fast täglich backe, angelehnt an den berühmten „no-knead bread“ der NYT: ca. 230 g Mehl (Type 550), ein halbes Tütchen Trockenhefe, ein TL (ich benutze meinen amerikanischen „teaspoon“) Salz und ca. 170-180 ml (lau)warmes Wasser mit einem Rührgerät vermischen und in einer mit Öl bestrichenen Schüssel mit Frischhaltefolie zugedeckt ca. 4-5 Stunden gehen lassen. Den sehr klebrigen und luftigen Teig auf eine bemehlte Fläche stürzen und vorsichtig zu einer Kugel formen, ohne zu kneten. Ein zweites Mal gehen lassen (ca. 30-60 Minuten). Den Backofen auf 200 Grad vorheizen, dabei eine Auflaufform (oder ein Bräter) mit im Ofen heiß werden lassen. Am Ende der zweiten Gärung die Teigkugel in die Auflaufform gleiten lassen und im Backofen ca. 30-45 Minuten lang ausbacken bis es goldbraun ist. Das fertige Brot Mindestens 30 Minuten (besser 45) abkühlen lassen vor dem Einschneiden.







Ich bin mit meinen Broten momentan mehr als zufrieden. Und den Salat liebe ich eh inbrünstig.

So schlecht ist dieser Sommer bisher also doch gar nicht, oder? (trotz allem)...

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12.06.2009

Drei Farben: Abendessen



Ja ja, bei aller Liebe für Popcorn-Kino... auch ich sehe mal Filme mit intellektuellem Touch, jaaaa... Ich habe sogar einmal ein ganzes Kurzessay über Zufall & Kausalität in Kieślowskis "Rot" verfasst, dafür habe ich mir den Film an einem Tag fünf Mal am Stück angeschaut. Ähm, ja, ich langweile mich selbst gerade auch zum Tode mit diesen Ausführungen - und ja, mir ist auch klar dass ich hier die ganze Zeit nur Selbstgespräche führe... hallt es im Internet-Nirvana eigentlich auch? E-chooo-e-ch-o-o-o-o... tja...

Worauf ich hinaus wollte, ursprünglich: Ich mag buntes Essen, Ihr doch auch, oder?

Unser Abendessen am Montag war bunt, dreifarbig sogar, und sehr lecker...


Zutaten (es aßen zwei haltlose Menschen davon):
  • 300 g Hähnchenbrust
  • 1 Dose Pizzatomaten
  • ein paar Frühlingszwiebeln oder eine halbe Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • ein Stückchen Ingwer, gerieben
  • 1 Naturjoghurt
  • Olivenöl oder Butter, je nach Vorliebe
  • Sahne
  • Kreuzkümmel, gemahlen
  • Koriander (Samen), gemahlen
  • Garam Masala (eine indische Gewürzmischung)
  • Koriandergrün oder Petersilie
  • Kurkuma, gemahlen
  • Basmatireis
  • Salz
  • Zucker
  • leichte Hühnerbrühe (um den Reis zu kochen)
  • ca. 100 g TK-Spinat
  • optional: Chiliflocken o.ä.
  • optional: Cayennepfeffer
  • andere Zutaten, die man nehmen könnte: Apfel (gerieben oder gewürfelt), gemahlene Mandeln, Kokosmilch, Erbsen (statt Spinat), Karotten, etc...

*.- Das Rezept habe ich leicht abgeändert nach dieser Version, aber es gibt zig Tausend andere „Tikka Masala“-Variationen da draußen...

Wie es gemacht wird:

1. Hähnchen marinieren – dafür mit Salz, Kreuzkümmel und gemahlenem Koriander bestreuen und mit Joghurt „bepinseln“. Mit Frischhaltefolie bedecken und für mind. 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.

2.Das marinierte Fleisch im Backofen von beiden Seiten grillen oder in einer Pfanne mit wenig Öl scharf anbraten bis es unwiderstehlich goldbraun aussieht. Herausnehmen & reservieren.

3.Den Reis kochen, wie immer (mit Hühnerbrühe), allerdings diesmal mit Zugabe von etwas Kurkuma (Bereicherung in puncto Aroma UND knallige Gelbtönung). Kurz vor Ende der Garzeit den aufgetauten Spinat hinzufügen.

4.Während der Reis kocht: Kleingehackte (Frühlings)Zwiebeln in Olivenöl anschwitzen, dann gehackten Knoblauch hinzufügen sowie frisch geriebenen Ingwer. Flamme reduzieren, mit Salz abschmecken und ein paar Löffelchen Garam Masala in die Pfanne hauen.

Notiz: Wer im Supermarkt kein Garam-Masala findet, der schaut bitte im Asialaden o.ä. - alternativ kann man auch irgendeine ähnliche indisch-angehauchte Gewürzmischung besorgen (auf die Zutaten achten – Achtung: bei dieser Variante ggfs. Salz beim Kochen weglassen falls die gekaufte Mischung schon mit Salz vermengt ist, was oft der Fall ist).

Wer auch nix ähnliches findet, der mischt sich bitte sein eigenes Garam-Masala-PdgL (=Potpourri der guten Laune). Nach den Angaben auf dem Rezept bei Pioneer Woman braucht man dafür: 1 EL Koriandersamen (gemahlen), 1 EL Kreuzkümmel (gemahlen), 1 EL Schwarzpfeffer (auch gem.), 1 EL Cayennepfeffer, 1 EL Fenchelsamen (gemahlen/zerstoßen/whatever), 1 EL Ingwer (gerieben), 1 EL Kardamom (ja, auch), 1 EL Muskatnuss, und 1 TL (!) Nelke (auch gemahlen)...

5.Pfanneninhalt gut vermischen und eine Dose Pizzatomaten darüber gießen. Erneut durch rühren, etwas Zucker hinzufügen und bei mittlerer Hitze ein paar Minuten vor sich hin köcheln lassen.

6.Nachdem die Sauce Zeit hatte, ein wenig zu verdicken, geben wir die Reste vom Joghurt mit Sahne vermischt (Menge gesamt ca. 1 Glas) in die Pfanne und rühren dies ein. Wahlweise mit Cayennepfeffer aufwerten, oder auch nicht.

7.Das Hähnchen (ja, erinnert sich noch wer an Punkt 1??) würfeln und zu der Sauce geben. Koriandergrün oder Petersilie hinterher. Umrühren.

8.Servieren: Erst die Reis-Spinat-Kombo, dann die Hähnchensauce oben druff.

Wahnsinnig lecker, das Ganze. Schön bunt, schön kontundent, schön würzig. Ah, und wie ich den Geruch all dieser Gewürze liebe!!!

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21.05.2009

Saté-Hähnchen mit Gemüse & Reis


Saté ohne Spieß, dafür aber mit Paprika, Auberginen, Champignons und Lauch.

(Pseudo)Asia à la Nata: Das ultimative Abendessen zum Germany's Next Topmodel Finale. Dazu ein großes kaltes Beck's und “die beste Begleitung von Welt”. Was will man mehr?

Und mal ehrlich: Schmeckt in dieser hausgemachten Variante wesentlich besser und frischer als das meiste was man heute vom Bestellservice aufgetischt bekommt... und so weiß ich auch wenigstens was da alles drin ist...


Die Sauce habe ich aus dem Blog “Chili & Ciabatta”: Dort gab es irgendwann im Februar ein Rezept für Lammfrikadellen mit Saté-Sauce, das mich so derart angelächelt hatte dass ich es prompt nachgekocht habe (sehr sehr empfehlenswert da richtig lecker!). Und weil ich damals so zufrieden war mit der Sauce (ich liebe diese ganzen asiatischen Saucen mit Erdnüssen), hatte ich die Reste der angebrochenen Kokosmilchdose einfach mal eingefroren denn “das machen wir ja bestimmt bald mal wieder”...

Gut, aus “bald mal wieder” sind circa 2 Monate geworden. Es gibt einfach viel zu viele viel zu leckere Dinge da draußen und zu wenig Zeit um sie alle zu kochen, ein Leben reicht ja gar nicht aus um all diese Köstlichkeiten zu probieren. Menno.

Lieber spät als nie, gestern gab es, um Rolfe und „die Mädchen“ würdig zu verabschieden, diese Sauce wieder zu Hähnchen, Gemüse & Reis. Der Herr K. (fleißiger Küchenjunge meiner Träume) hat es verschlungen (was mich besonders freut, wenn man bedenkt dass er immer behauptet weder Erdnusssaucen noch Kokosmilch sonderlich gerne zu mögen...) und ich tat es ihm gleich und legte dann die Füße hoch, Bierchen in der Hand und in wohliger Zufriedenheit. Joah.



Zutaten (für zwei mit gesundem Appetit):

  • ca. 200-250 g Hähnchenbrustfilet

  • 1 rote Paprika

  • 1 Lauchstange

  • eine halbe Aubergine

  • 5-6 große Champignons (oder eben so viele kleine wie man mag)

  • ein Glas (ca. 100-125 g) Reis (Langkorn/Basmati/whatsoever)

  • ca. 4 Gläser Hühnerbrühe (etwa 2 für den Reis, anderthalb für die Sauce, ein halbes für das Gemüse)

  • ca. 100-120 ml. Sweet-Chili-Sauce

  • ca. 3-4 gehäufte EL Erdnussbutter

  • 2 EL Zitronensaft

  • ca. 5-6 EL Kokosmilch

  • eine Handvoll Koriandergrün (ersatzweise sonst einfach mal Petersilie nehmen)




Wie es gemacht wird:

Reis kochen: dafür einen Spritzer Olivenöl erhitzen, den Reis dazugeben und kurz darin wenden bis es glasig ist. Dann etwa die doppelte Menge Hühnerbrühe zufügen und bei mittlerer Hitze vor sich hin kochen lassen.

Das Fleisch in Streifen oder Würfel schneiden und in einer großen Pfanne in wenig heißem Öl braten bis es goldbraun ist. Aus der Pfanne holen und reservieren. In der selben Pfanne (notfalls ein bisschen mehr Öl nehmen) das ebenso klein geschnittene Gemüse anbraten, nach ein paar Minütchen ein wenig Flüssigkeit hinzu geben (ich nahm ein halbes Gläschen Hühnerbrühe). Hitze reduzieren damit nicht alles komplett verkocht.

Für die Sauce erhitzen wir alle Zutaten in einer Kasserolle und rühren dabei bis alles gut vermengt ist: Ich habe diesmal die Mengenangaben von Originalrezept (siehe Link oben) nur “pi mal daumen” benutzt da ich gestern etwas unter Zeitdruck war um alles großartig zu wiegen/messen. Aber in etwa dürfte die Zusammensetzung so ausgefallen sein: ca. 300 ml. Hühnerbrühe (etwas weniger), ca. 100-120 ml. Sweet-Chili-Sauce, mehr oder weniger 3-4 gehäufte EL Erdnussbutter und 2 EL Zitronensaft und Peterslie (gehackt) nach Gusto da ich gestern spontan kein Koriandergrün im Hause hatte. Ein paar Minuten köcheln lassen. Fertig. Am Ende habe ich wohl viel zu viel Sauce gemacht, daher sind meine Angaben mit Vorsicht zu genießen, weniger geht auch...

Das Fleisch kommt zum Schluss zum Gemüse dazu in die Pfanne, genauso wie etwas gehackte Petersilie.

Dann wird serviert: Auf dem Teller Reis mit der Gemüse-Fleisch-Kombi aufwerten, dann alles ordentlich mit Sauce bedecken.



Es war viel. Es war toll. Wir wollen mehr.

Ein anderes Mal erzähle ich Euch vielleicht was es am Mittwoch zum UEFA-Cup-Finale gab... Ich meinem grenzenlosen Hunger (und bei der ganzen Fussi-Nervosität) habe ich an dem Abend komplett versäumt, das Menü zu fotografieren. Ist vielleicht besser so, wenn ich nur daran denke, wie traurig ich doch nach dem Abpfiff wieder war... Puh... naja, „nur ein Titel“ zu gewinnen ist auch okay, meine Daumen trainieren jetzt einfach mal für den 30.Mai, so einfach ist das! Vielleicht koche ich an dem Abend etwas Grün-Weißes...

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15.05.2009

Mediterrane Hähnchenröllchen


Diese mediterran-angehauchten Hähnchenbruströllchen gab es letzte Woche zwischendurch zum Abendessen und die waren, für meine Verhältnisse, recht improvisiert. Freestyle-Cooking sozusagen. Denn ich hatte nur eine vage Vorstellung davon, wie sie werden sollten (ich habe mal vor ein paar Jahren etwas ähnliches gekocht bekommen - Benjoe, warst das nicht Du eigentlich, der das mal bei uns gekocht hat?!?), aber mehr wusste ich auch wieder nicht...

Wie das halt so ist, vor Jahren mal habe ich das so oder ähnlich irgendwo gegessen, und dann sitze ich da und schreibe unseren Wochenessensplan und plötzlich will ich unbedingt „panierte Hähnchenbrustrouladen mit Schinken und Basilikum und Tomatensauce und mit Käse überbacken“ zum Abendessen.

Voilá. Gedacht, in den Plan aufgenommen und noch in der Woche umgesetzt.

Das Ergebnis: Viel viel viel leckerer als ich sie erwartet hatte, sehr frisch und sommerlich leicht irgendwie. Und super-schnell und super-easy gemacht... und preiswert und hübsch und überhaupt! Hach, herrlich!


Zutaten (für 2 Personen):

  • 300 g Hähnchenbrustfilet
  • 1 Dose Pizzatomate
  • 2 Scheiben Serranoschinken
  • ca. 6 Blätter Basilikum
  • Salbei, gemahlen
  • Pfeffer
  • Olivenöl
  • 1 Ei, gequirlt und mit einem Schuss Milch angereichert
  • Mehl
  • 2 Knoblauchzehen, gehackt
  • 1 Schuss Wasser
  • Salz
  • Majoran (trocken, gerebelt)
  • Petersilie, gehackt
  • eine Prise Zucker
  • etwas Schlagsahne
  • 1 Kugel Mozzarella (125 g)
  • Öl zum Braten

Wie es gemacht wird:

Das Hähnchen filetieren bis man 4 feine Fleischstückchen hat. Diese mit einem Fleischhammer schön flach klopfen. Danach jedes Fleischstück mit einem Pinsel von beiden Seiten mit Olivenöl bestreichen und mit Pfeffer und mit gemahlenem Salbei würzen. Auf jedes Filetstück wird eine halbe Schinkenscheibe gelegt, auf den Schinken kommt jeweils ein großes Blatt Basilikum. So bestückt wird das Fleisch dann gerollt.

Die vier Hähnchenröllchen in Mehl wenden und reservieren.

In einer Kasserolle werden zwei klein gehackte Knoblauchzehen in Olivenöl gedünstet bis sie glasig sind. Dann wird der Topf mit dem Inhalt einer Pizzatomaten-Dose aufgefüllt. Erst wird ein Minischuss Wasser hinzugefügt, dann wird gewürzt (mit Petersilie, 1-2 Blätter Basilikum, etwas Majoran sowie mit Salz und Pfeffer und mit einer Prise Zucker). Nach dem Aufkochen, die Flamme reduzieren und ca. 10 Minuten langsam vor sich hin blubbern lassen.

Währenddessen den Backofen vorheizen.

Die Mozzarellakugel in feine Scheiben schneiden, reservieren.

Die „bemehlten“ Fleischröllchen durch gequirltes Ei (angereichert mit ein bissl Milch) ziehen und in einer Pfanne mit heißem Öl braten bis sie eine schöne Farbe angenommen haben.

Die Tomatensauce von der Kochstelle nehmen und mit einem Stabmixer kurz pürieren und mit einem Schuss Sahne nach gusto abrunden.


Fleisch herausnehmen auf Küchenpapier das Fett abtropfen lassen. Die passierte Sauce in eine Auflaufform umfüllen, Hähnchenröllchen darauf legen und mit den Mozzarellascheiben bedecken. In den Backofen schieben (bis der Käse geschmolzen ist).

Sofort servieren. Sofort verzehren.

Ach, ja, und erst wenn beide Teller leer sind merken, dass man vergessen hat, Bilder der fertig servierten Portionen zu machen.... Wir sind ungeduldige und verfressene Biester, ey...


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23.04.2009

Mangold-Tarte. Soave. Frühling.

Toc, toc... Jemand da draußen? Wartet da noch irgendwer auf mich? Hält mir da wer noch die Treue? Ja. Ich weiß. Ich war VERSCHOLLEN, nicht? Ja, Waaaahnsinn...

Ach was soll ich sagen?!

Erst waren meine Frau Mamá und meine älteste Schwester hier zu Besuch und wir hatten entsprechend Urlaub und sind zu Viert durch Berlin getingelt, ganz und gar heldenhaft, immer der Sonne hinterher, zum Reichstag, ins Olympiastadion, auf die Pfaueninsel, zum Wannsee, in den Zoo und und und. Und zurück. Und noch mal hin. In Dauerschleife.

Ja, und dann passierte noch dies & jenes, und der Handwerker ging und dann kam er wieder. Und die Arbeit war „naja“ und da draußen meinten irgendwelche Vollpfosten eine Rechnung sei Diskussionsmaterial, so als sei das hier nicht die freie Marktwirtschaft sondern irgend so ein scheiß verdammter Hippie-Debattierklub (habe ich schon mal erwähnt, dass ich Kapitalist bin?) und wir feierten Jahrestag und ich habe dabei das Rinderfilet versemmelt aber eine passable Sauce gezaubert und es wurde Frühling und meine Sonnenallergie kehrte pünktlich mit dem ersten Sonnenstrahl zurück und ich habe viel zu oft die Nerven (oder die Contenance?) verloren und ich hab nicht wenig gelacht, irgendwie aber auch umso mehr geweint und dabei habe ich meinen Vater vermisst um mich dann im selben Atemzug gnadenlos und versehentlich daran zu erinnern, dass er immer noch tot ist. So ein Mist aber auch. Und dann habe ich jedes Mal auf die Katastrophen-mildernde Wahrheit des nächsten Atemzuges gehofft, der aber, life's a bitch, mir nur den Gedanken beschert hat, dass sich daran auch in nächster Zeit vermutlich nichts ändern wird. „Unverständliches Prinzip Tod“, so umschrieb es eine Freundin neulich. Und da wollte ich mich ablenken und habe mich, wie süß, über Dieter Bohlen aufgeregt, und mich maßlos über ominöse „Experten“ geärgert, die Computerspiele mit echten Tötungen gleichsetzen und für ein Verbot plädieren, dabei aber vergessen dass man genauso gut 90% aller Literaturklassiker verbieten könnte (allen voran die Bibel, den Koran und den Tanach), sowie 75% aller Kinofilme, 99% der klassischen Kunst weltweit, und dann sollte man auch bei der Gelegenheit so gut wie alle Nachrichtensendungen abschaffen und bitte definitiv alle TV-Debatten zu denen Oskar Lafontaine oder Bushido eingeladen werden. Joah. Und ich habe aufgehört Perez Hilton lustig zu finden und finde ihn jetzt meistens nur noch doof und peinlich. Und während all das so mit mir und um mich herum passierte habe ich zig Mal versucht mich wieder aufzuraffen und ich habe es meistens eh nicht geschafft und ich bin kurzerhand emotional Amok gelaufen und habe mich dann doch gefragt wie lange ich diese heilige Allürenscheiße noch weiter durchziehen kann bevor ich meine Beziehung endgültig & mit vollem Einsatz gegen die frisch-tapezierte Wand gefahren habe. Daraufhin habe ich Angst gehabt und Panik geschoben. Ja. Und in der ganzen Zeit habe ich gekocht wie eine Irre (IRRE passt diese Tage eh nur zu gut), leider aber nicht so viel wie nötig gewesen wäre, um mich von all diesem Gedöns zu befreien. Dabei ist Eskapismus doch so was Schönes.

Also: Ihr seht schon. Ich war beschäftigt und habe mich prächtig amüsiert. So! Und jetzt, mag jemand mal ein Stück Mangoldtarte?



Zutaten (für eine Tarteform mit 28cm Durchmesser):

  • 600 g Mehl (in diesem Fall: 500 g Mehl Type 405 & 100 g Vollkorn-Weizenmehl)
  • 250 ml Sonnenblumenöl
  • 250 ml Wasser (lauwarm)
  • 1 TL Backpulver
  • ca. 450 g Mangold
  • 3 EL Rosinen
  • 3 EL Pistazien (gehackt)
  • 2 Eier
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Muskatnuss
  • ca. 100 ml Sahne
  • ca. 50-70 g Grana Padano
  • ca. 50 g Ziegenkäse
  • 2-3 EL Frischkäse (wie Cremette, Philadelphia oder so watt)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 3 EL Olivenöl
  • etwas Butter (um die Form zu bepinseln)
  • 2EL Semmelbrösel

*.- leicht abgeändert nach Tim Mälzers „Kochbuch“ (Seite 61: geschlossene Mangold-Tarte)

Wie es gemacht wird:

Wir fangen beim Teig an (verrückte natalika-Logik, was?): In einer Schüssel, das Sonnenblumenöl mitm Wasser vermischen, Mehl und Backpulver hinzufügen und alles zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten (bei mir übernahm diese Aufgabe die Küchenmaschine). Den Teig in der Schüssel lassen und diese, mit einem Tuch bedeckt, 30 Min. beiseite legen.

Wir waschen das Mangoldgemüse und schneiden alles (Strunke & Blätter) klein. Zusammen mit Knoblauch und Frühlingszwiebel wird der Mangold in einer Pfanne (mit etwas Olivenöl) circa 5-6 Minuten lang anbraten. Dann geben wir Rosinen und Pistazien dazu und würzen alles mit Salz, Pfeffer und Muskat. Wir nehmen das Gemüse von der Kochstelle und lassen es in einer Schüssel abkühlen.
Ah! Und wir heizen den Ofen vor (200 Grad).


In der Zwischenzeit pürieren wir mit dem Stabmixer die Eier mit Sahne und Käse (alle 3 Käse-Sorten), schmecken sie mit Pfeffer ab.


Auf dem bemehlten Tisch rollen wir den Teig dünn aus und schneiden aus ihm 2 Teigplatten mit ca. 30-32 cm Durchmesser. Wir legen den Boden der (hihi, gebutterten) Tarteform mit der einen Platte aus und drücken diese am Rand an.



Wir bestreuen den Teigboden mit Semmelbröseln und geben das Gemüse darauf. Das Ganze wird mit der Sahne-Ei-Mischung begossen und mit der zweiten Teigplatte bedeckt (Achtung! Teigränder gut zusammendrücken). Wir pieksen den Teigdeckel mehrmals mit einer Gabel... und schieben das Ding in den Ofen.

Nach ca. 45 Minuten sollte die Tarte fertig sein. Dazu haben der Herr K. et moi myself am Mittwochabend jede Menge Soave getrunken, während wir uns wieder ein mal darüber ärgerten, dass P7 „Grey's Anatomy“ blöderweise auf 20:15 vorverlegt hat, welch Misere, wo ich eh immer am Kochen bin & der Mann des Hauses eh immer im Auto sitzt... hmpff...

Sehr lecker, obwohl ich auch ohne den Teigdeckel oben druff auch gut hätte leben können.


Übrigens 1: Die Tarte schmeckt übrigens am nächsten Tag im Backofen aufgewärmt noch viieeeel besser, weil der Teig dann ein wenig weicher wirkt...

Übrigens 2: Etwa die Hälfte des Teigs blieb über... Habe ich einfach in Alufolie eingewickelt und eingefroren. Damit gibt es dann nächste Woche irgendwann individuelle Mini-Quiches zum Abendessen mit, ähm mit irgendwas Gemüsigem... oder Fischigem. Also mit irgendwas halt...

Übrigens 3: Hab ich schon erwähnt, es ist Frühling? „Frühling in der Schönhauser... Frühling in Berlin...“ - so singt's Nylon und ich mag das und ich sollte womöglich viiiiiiel öfter raus. Der Baum unseres Innenhofes (verdammt, ich vergesse immer was das für einer ist, wer sagt's mir bitte...) ist in den letzten 7-8 Tagen förmlich explodiert und ich kann auch nicht mehr durch die Raabestr. latschen ohne alle paar Meter anzuhalten um Handy-Fotos der blühenden Mandelbäume zu machen.

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24.03.2009

Hähnchenbrustfilet mit Joghurtsauce (Frikassee-Style)

Ich komme diese Tage zu quasi gar nichts: Die Arbeit will erledigt werden (eine derzeit nicht gänzlich Frust-freie Angelegenheit) und obendrein lebe ich momentan auf einer Baustelle (ja, Baby! Staub bis zum Umfallen und eine von morgens bis abends abmontierte Kloschüssel, das Leben kann ganz schön hart sein, aua!), die auch noch mein Büro ist...

Verzeiht mir jedenfalls, wenn mein Geschreibsel heute etwas abgehackt wirkt: Ich muss seit 8 Stunden pischern und der Handwerker meines Vertrauens scheint ausgerechnet jetzt Überstunden eingeplant zu haben – da bin ich gerade einfach etwas... ähm,... kurzatmig...

Zeitknappheit hin oder her: Gekocht wird trotzdem nach wie vor jeden Abend, zum darüber Berichten fehlen mir aber dann meist die Zeit, die Kraft, die Muse. Heute schieb ich Euch mal schnell dazwischen, Kinners...

Das Ding ist ja: Wenn man sich schon tagsüber mit solchen stressigen Dingen herumschlagen muss, dann braucht der Mensch abends, mehr als sonst, irgendwas besonders Tolles woran man sich festhalten kann. Bei mir erfüllen diese Aufgabe der Herr K. und ein Lieblingsessen (irgendeines aus den unendlichen Weiten meines Lieblingsessen-Repertoires). Von beidem bitte eine Menge!

Gestern war wieder dieses Hähnchen mit Joghurtsauce dran, dass wir so sehr lieben. Tut das gut als Abendessen!

Das Rezept stammt aus einem 2002 herausgekommenen Rezepte-Büchlein der spanischen (Frauen)Zeitschrift Telva. Die Telva ist, gastro-technisch gesehen, wirklich ganz großes Kino: Auf der Homepage gibt es Cuisine-News, ein Gourmet-Blog, ein Kochlexikon, und und und... Seit Jahren geben sie immer wieder kleine Rezepte-Bücher als Zugabe zum regulären Heft heraus, in ihrer Kochschule kann man super-tolle Kurse belegen und beim Durchforsten ihres Online-Rezeptefundus geht mir wirklich das Herz auf. Wenn Einer von Euch 2 Lesern da draußen also ein bisschen Spanisch kann: Absolut empfehlenswert! (Wer kein Spanisch kann: Online-Übersetzungs-Dingsbums-Da versuchen...?)

Ich habe hier und da ein paar Sachen unseren Gewohnheiten angepasst: Die Maisflan-Beilage vom Originalrezept musste weichen, bei uns ist dieses Gericht nämlich eine Art Frikassee...

Zutaten (für 2 ORDENTLICH-VOLLE Teller):

  • 300 g Hähnchenbrustfilet
  • ca. 100 bis 150 g Champignons
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 kl. Schalotte oder ein paar Frühlingszwiebeln
  • 1-2 EL Mehl
  • 1 griechischer Naturjoghurt (150 g)
  • 150 ml Hühnerbrühe
  • 150 ml Sahne
  • Kreuzkümmel
  • Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Milch
  • ein Spritzer Zitronensaft
  • Petersilie oder Schnittlauch
  • 1 Tasse Basmatireis
  • 2 Tassen Hühnerbrühe
  • Olivenöl

Wie es gemacht wird:

Wir schneiden die Hähnchenfilets in Streifen und geben sie in eine Schüssel, zusammen mit Milch (genug um die Fleischstückchen abzudecken), Kreuzkümmel, Salz & Pfeffer und eine dünn filetierte Knoblauchzehe. Wir decken die Schüssel mit Frischhaltefolie ab und stellen sie für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank zum Ziehen.

Nach dieser Zeit Fleisch abtropfen lassen und mit etwas Küchenpapier trocken tupfen. Mit Mehl bestäuben und in der Pfanne mit heißem Olivenöl goldbraun anbraten. Danach herausnehmen und beiseite legen.

Währenddessen den Reis ansetzen: Olivenöl im Topf erhitzen, optional mit gehacktem Knoblauch oder Zwiebelwürfelchen. Eine Tasse Basmatireis dazugeben, umrühren. (Leichte) Hühnerrühe (oder Wasser) hinzugeben (Verhältnis Flüssigkeit:Reis = 2:1) und auf mittlerer Flamme köcheln lassen...

Wir schneiden die Champignons und hacken die Schalotte klein und dünsten sie kurz in der Pfanne. Ebenfalls mit Mehl bestäuben und mit Salz und Pfeffer würzen. Den Joghurt und die heiße Brühe angießen und gut umrühren und reduzieren lassen. Danach werden die Sahne sowie ein Spritzer Zitronensaft hinzugefügt und wir schmecken das Ganze ab mit Pfeffer aus der Mühle. Wir geben das Fleisch zu dieser Champignon-Sauce dazu und lassen alles kurz aufkochen, so dass die Sauce auch die richtige Dicke erreicht.

Wir servieren zusammen mit dem Reis und verzieren mit gehackter Petersilie oder mit Schnittlauchröllchen.

Wer kein Freund von doller Würzung ist, der sollte vielleicht die Finger von diesem Gericht lassen (Knobi, Kreuzkümmel und so... ich-sag-ja-nur...). Allen anderen sei gesagt: Das ist ein fantastisches Gericht. Wir sind schon länger Fans. Und jedes Mal sage ich mir aufs Neue: Boah, ist das lecker! So ein simples Ding und so toll. Aber hallo.


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17.03.2009

Bauernfest (und ja, ich labere viel wirres Zeug, geschmeckt hat es aber!)

Mini und durchsichtig und einfach wunderhübsch: ich mag Essen im Glas! Ob es daran liegt, dass ich als kleine Nordspanierin (pintxos, pintxos, pintxos) einfach genetisch bedingt Miniatur-Küche lieben muss? Mag sein, ich weiß es nicht. Ich mag solche Glaskreationen einfach - vielleicht auch weil sie in ihrer ganzen Winzigkeit eine fantastisch grenzenlose Spielwiese sind.

Warum ich Euch das erzähle? Weil ich gestern „fürs Glas“ gekocht habe. Ursprünglich wollte ich mit diesem Gericht an dem Koch-Blog-Event „food & glas“ teilnehmen, das von Chaosqueen ausgerufen worden war.

Dann war aber in den letzten Tagen keine Zeit dafür und ich war womöglich nervlich auch nicht in der besten aller Lagen um allzu viel mit mir und der Welt sonst anzufangen. Wie blöd ist das denn bitte, wenn man das Gefühl nicht los wird, es sollte einem langsam wieder besser gehen, dabei geht es einem stattdessen aber immer schlechter?! Ich möchte jetzt bitteschön aus dem grauen Schleier meiner Selbst ausbrechen und die Starre besiegen und irgendwie wieder mittendrin und mitdabei sein im Leben statt nur daneben zu sitzen und zurückzuschauen auf irgendwelche Szenen, und Worte und Fragen, nicht wissend was ich jetzt damit anfangen soll weil, hey, eh zu spät, eh vorbei, und überhaupt. Wie me-lo-dra-ma-tisch, nicht? Ich könnt mich glatt selbst in den Arm nehmen.

Wie dem auch sei. Ich habe fürs Glas gekocht, und dann in letzter Sekunde dann doch auf dem Teller angerichtet. Verstehe mich einer, ey...

Okay, Montagabend also, und ich habe etwas gekocht, was vielleicht ein wenig mit Rumgepose zu tun hat, mit Spielerei eben... aber habt Ihr nicht auch manchmal Bock auf? Na also...



Kommt Ihr spielen?

Kochen mit dem Kopf - ich liebe diesen Prozess ja. Sich so Zeugs auszudenken, um dann zu testen ob die erdachten Geschmackskombinationen tatsächlich überhaupt schmecken oder ob man jetzt glatt das gar-nicht-mal-so-billige Rinderfilet besser in die Tonne hauen soll. Spannend!

Ich wollte also „irgendwas“ kochen, was man in einem Glas hätte servieren können. Dabei stand bei mir erstmal nur ein Kopfbild im Raum: Rosa gebratene, dahin blutende, Fleischspänne und Bohnenpüree. Mehr wusste ich nicht. Also saß ich neulich sonntags im Auto und wartete auf einen fleißig arbeitenden Herrn K., Notizbuch in der Hand, und habe am Rest gebastelt.

Das Ergebnis nenne ich „Bauernfest“ (ja, sorry, ich hab auch mal einen großkotzigen Tag). Es besteht aus einem schwarzen roten Püree (schwarze rote Bohnen, Zwiebel und Birne) und einem weißen Püree (Wurzelpetersilie, Kartoffeln und Ingwer) zu zartrosa gebratenen Scheibchen vom Rinderfilet (in einem Sud von Orangensaft und Pfeffer). Ah! Und ein bissl was Krosses sollte auch dabei sein.

Ich weiß: Klingt... UFERLOS.

Die Verschwörungstheoretiker unter Euch werden es lieben: In meinem Glas hätten 23 Zutaten (in Worten: DREIUNDZWANZIG) drin sein sollen. Das ist kein Gericht, das ist ein ganzes Menü. Nur eben im Mini-Format.

Ob es schmeckt? Ob es sich gut ausm Glas essen lässt? Ob ich das hübsch in Schichten angerichtet bekomme? Ob der Herr K. mich nach so einer Nummer einweisen lässt? Ich musste es probieren oder ich wäre geplatzt.

Zutaten:

schwarzes rotes Püree

  • 1 Handvoll schwarze Bohnen
  • 1 Birne (geschält)
  • Wasser
  • 1 kl. Zwiebel
  • Olivenöl
  • Salz

weißes Püree

  • 200 g Wurzelpetersilie
  • 250 g Kartoffeln
  • optional: Ingwer
  • 250 ml Geflügelbrühe
  • 150 ml Sahne
  • ein paar Flöckchen Butter
  • Muskat
  • Salz

Fleisch

  • 250 g Rinderfilet
  • bunte zerstoßene Pfefferkörner
  • Saft einer halben Orange
  • Salz
  • 1 TL Honig
  • Kräuter (Majoran, Thymian, Rosmarin)
  • optional: Speckwürfelchen und Brotwürfelchen (um daraus Speck-Croutons zu machen)

Wie es gemacht wird:

Am Vortag geben wir die Bohnen in eine Schüssel mit Wasser und lassen sie über Nacht einweichen. Am nächsten Tag werden die Bohnen, zusammen mit Birnenspalten und einer grob zerstückelten kleinen Zwiebel in Wasser (Verhältnis Bohnen-Wasser ist 1-2) mit einem Schuss Olivenöl gekocht bis sie durch sind (Kochdauer liegt irgendwo zwischen 1'5 und 2 Stunden). Wir nehmen jedenfalls nicht das Wasser in dem die Bohnen zum einweichen lagen, sondern frisches. Achtung: Gesalzen werden die Bohnen erst ganz am Schluss! Sonst kochen die nicht richtig. Wenn die Bohnen fertig sind, werden sie mit dem Stabmixer zu (einem relativ trockenen bzw. festen) Püree verarbeitet. Wir legen das dann beiseite.

Für das Rezept des Wurzelpetersilienpürees habe ich mir beim GU-Buch „Vorspeisen & Fingerfood„ (Teil der Brigitte-Kochbuch-Edition) Inspiration geholt, wo auf Seite 43 so ein Püree zu Jakobsmuscheln serviert wird. Ich habe dem Brigitte-Rezept lediglich die Kartoffeln hinzugefügt. Ursprünglich wollte ich zu dem weißen Püree auch ein wenig geriebenen Ingwer geben, um eine kontrastreichere Note zu den süßen Bohnen zu erzeugen – das habe ich dann allerdings in der Hitze des Gefechts vergessen. Vermisst haben wir diese Ingwer-Note dann gar nicht, die Wurzeln sind schon würzig genug.

Jedenfalls: Die Wurzelpetersilie und die Kartoffeln werden geschält und gewürfelt. In einem Topf bringen wir die Brühe und die Sahne zum kochen und fügen die Wurzelpetersilie und die Kartoffeln hinzu. Es wird ca. 15 Minuten lang gekocht. Anschließend wird alles püriert und mit gebräunter Butter gemischt und mit Salz & Muskat gewürzt. Dieses Püree wird ebenso beiseite gelegt.

Das Rinderfilet wird in Zylinder geschnitten aus denen wir später kleine Scheiben schneiden können. In einem aus Backpapier gebastelten Umschlag/Päckchen legen wir die Fleischzylinder, bepinselt mit einer Mischung aus Orangensaft, ein TL Akazienhonig und frisch zerstoßenen Pfefferkörner, zusammen mit ein paar Butterflocken und ein paar Prisen Kräuter (nach gusto: Majoran, Rosmarin, Thymian oder so). Päckchen zumachen (zu Not mit Hilfe von Zahnstochern) und ab in den Ofen bei ca. 180-200 Grad mitsamt Bratenthermometer. Bei uns zeigte das Fleisch nach ca. 15 Minuten die gewünschte Innentemperatur von ca. 63 Grad an.

Was ich sonst noch vorhatte, dann doch aber nicht mehr tat: Während das Fleisch im Ofen weilte, wollte ich in einer Pfanne ein bisschen Brotkrümme zusammen mit Speckwürfeln braten, bis alles schön kross ist. Gut, diese krossen Brot-Speck-Croutons muss ich nächstes Mal unbedingt dazu machen. Ich liebe Croutons ja!

Zum Anrichten, so war zumindest der Plan: 1-3 EL Bohnenpüree ins Glas geben, mit einigen „Speck-Croutons“ zudecken. Auf diese käme eine Schicht Wurzelpetersilienpüree. Erneut mit Croutons zudecken. Darauf 2-3 Scheibchen Rinderfilet legen und mit der Bratensauce vorsichtig dekorieren. Das Bauernfest-Glas sollte dann zusammen mit einer kleinen Dessert-Gabel serviert werden.


Wie de facto angerichtet wurde: Auf dem Teller, mit Hilfe von zwei unterschiedlich großen Servier-Ringen. Aber vom Prinzip her so, wie ich es mit dem Glas auch gemacht hätte. In Schichten. Sah sehr hübsch aus (obwohl ich an der Festigkeit des weißen Pürees noch ein wenig arbeiten muss, war fast zu flüssig).

Das Ergebnis: Huiuiui und boah ey! Gefällt. Sehr. Passt. Ist jenommen. Kennt Ihr diesen Film („Liebe hat zwei Gesichter“ heißt er in Deutschland) mit Barbra Streisand und Jeff Bridges? Wo sie immer die Gabel voll lädt mit allen möglichen Sachen um den perfekten Biss zu kreieren? Gut, so ein perfekt-perfekter-Biss war das nicht (es fehlten die Croutons, hihi). Aber lecker war es. Alter Schwede!

Das weiße Püree war definitiv die Entdeckung des Abends. Wirklich sehr gut. Bei dem Bohnenpüree (das ich ja aus meiner Kindheit kenne, allerdings ohne Birne) bin ich nicht sicher, ob ich die richtige Menge Birne dazu gegeben habe. Es war sehr lecker, die süßliche Note fiel aber eher zu dezent aus, fast unmerklich. Ein bisschen mehr hätte, glaube ich, nicht geschadet. Das Fleisch war natürlich ein Traum. Das wusste ich aber ja schon im Vorfeld, denn die Orangensaft-Honig-Pfeffer-Idee hatte ich mir ja schon neulich am Verliebtentag zurecht geschustert und schon da waren wir vom Ergebnis begeistert gewesen.

Also doch. Kann man machen.

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24.02.2009

Gemüse-Tofu-Pfanne



Habe ich schon mal erwähnt, dass wir viel Gemüse essen? Und Pilze erst recht! Da wird jetzt der ein oder andere den Kopf schütteln und sagen, das sei ja gar nicht so gesund, zu oft Pilze zu essen... Das stimmt tatsächlich (Pilze haben diese wunderbare Fähigkeit, Dinge wie Schwermetalle, Schadstoffe & Radioaktivität aus den Böden aufzunehmen, aus denen sie schießen), allerdings nur bei Wildpilzen. Die Champignons, Austernpilze, Shiitakes, Kräuterseitlinge, etc. aus dem Supermarkt sind mittlerweile eh doch alle Zuchtpilze (deshalb kann man ja auch mittlerweile das ganze Jahr über Pilze kaufen) und daher unbedenklich.

Ähm, ja. Pilz-Exkurs beendet. Was ich Euch eigentlich erzählen wollte ist eben, wie gern wir doch Gemüse essen. Ich weiß, Ihr draußen, die Ihr mich kennt, werdet jetzt vielleicht die Augenbrauen hoch ziehen und Euch verwundert fragen, ob ich, Metzger-Enkelin wie ich doch bin (und "Fleisch-ist-mein-Gemüse"-Schreierin und "das-alles-bitte-ohne-Salat"-Bestellerin und so weiter), tatsächlich auch mal etwas anderes als blutiges fast rohes Fleisch zu mir nehme. Ja doch. Logo!

Meine Lieblinge: Lauch, Mangold, Borretsch, Spinat, Paprika, Kartoffeln.

Und ich stelle fest: Manches ändert sich nie... Denn selbst als Kind war ich auf coolste Weise uncool und habe Grünzeugs geliebt.

Gestern musste mal wieder eine volle Ladung Gemüse dran glauben, und zwar „so-pseudo-asiatisch-halt“...

Zutaten (für 2 - basiert auf einem Rezept aus einem Trennkost-Buch von Ursula Summ):
  • 2 kleine Zucchini (insgesamt ca. 250 g)
  • ca. 150 - 200 g Champignons
  • je 1 rote & 1 gelbe Paprika (insgesamt ca. 350 g)
  • 1-2 Handvoll Cashew-Kerne
  • 2 kl. Knoblauchzehen
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • etwa 200-250 g Tofu
  • etwa 300 ml Gemüsebrühe
  • 1 Spritzer Sojasauce
  • Pfeffer aus der Mühle
  • ein wenig Chili aus der Mühle (Chili-Flocken)
  • Olivenöl

Wie es gemacht wird:

Wir waschen die Zucchini und schneiden sie in feinen Scheiben, die Paprikaschoten werden gewaschen, entkernt und gewürfelt. Die Champignons (andere Pilze gehen auch: Shiitake, Austernpilze, etc.) werden geputzt und in Streifen geschnitten; Knoblauch und Frühlingszwiebeln klein gehackt. Den Tofublock schneiden wir in Würfel.

In einer großen Pfanne werden Knoblauch und Frühlingszwiebel glasig gedünstet, dann werden das Gemüse, die Champis und 1-2 Handvoll Cashewkerne hinzugefügt und kurz mitgebraten. Nach 2-3 Minuten geben wir den Tofu in die Pfanne und gießen die Brühe an. Wir würzen datt Janze mit einem guten Spritzer Sojasauce und lassen es bei mittlerer Hitze etwa 15 Minuten garen.

Kurz vor Schluss wird das Gemüse noch mit Pfeffer aus der Mühle und gemahlenen Chiliflocken nach Gusto abgeschmeckt. Ein letztes Mal alles gut durchrühren und voilá, fertig ist die Kiste.

Und wer jetzt noch rumheult, dass Kochen „vooooll vieeeel Arbeit macht“, der bekommt gleich von mir was auf die Mütze.


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11.02.2009

Apfel-Flusskrebs-Risotto mit Cidre


Ich weiß ja nicht, was Ihr so macht, wenn Ihr hier und da irgendwelche Reste im Kühlschrank und in der Vorratskammer habt... ich mach da in 90% der Fälle ein Risotto bzw. ein “irgendwie-irgendwas-mit-Reis”. Ich liebe Reis-Gerichte: Denn sie sind lecker und sehr nahrhaft und lassen sich relativ schnell auf den Tisch zaubern, außerdem sind sie eben perfekte Resteverwerter...

Reis ist so wandlungsfähig! Es gibt Risotto-Reis (Arborio, Vialone, Carnaroli, die spanische Sorte “Bomba”), Basmati, Wildreis, Naturreis, grünen und roten Reis und und und... Mal wird er bei uns als einfaches Pilzrisotto serviert, mal gesellen sich zu den Pilzen Garnelen oder Lachs dazu, mal gibt es ein Hähnchenfrikassee mit Reis, mal eine asiatisch angehauchte Gemüse-Reis-Pfanne oder eine Heimweh-vertreibende Paella... Als Zutat ist Reis in so ziemlich jeder regionalen Küche der Welt fest verankert, laut Wikipedia-Angaben ist Reis letzten Endes ja “das am weitesten verbreitete Lebensmittel der Welt”...

Und weil Reis so sehr rockt, probiere ich sehr gern neue Reisrezepte aus. Gestern gab es mal wieder ein Experiment: ein Apfel-Flusskrebs-Risotto mit Cidre.

Das Rezept zu diesem Risotto habe ich aus der Rezepte-Datenbank der “Brigitte” (ja, mein Gott, auch Frauenzeitschriften haben etwas Gutes): Mehr als 3000 Rezepte stehen dort zum Nachkochen bereit. Neulich hat dieses Damenheft zusammen mit G+U eine Kochbuch-Edition herausgebracht, die in 12 Bänden die besten Rezepte präsentiert. Ich habe mir vor Weihnachten aus dieser Sammlung zufällig “Fingerfood & Vorspeisen” (Kostenfaktor 12,90 € je Band) gekauft und bin begeistert! Schöne Bilder, gute Anweisungen und fantastische Gerichte (ein paar Beispiele: Brunnenkresse-Omelette mit Mozzarella, Knoblauch-Basilikum-Panna-Cotta, Manchego-Mousse, Tomaten-Muffins, etc...).

Genug des Schwärmens aber und zurück zum Cidre-Risotto... Wollt Ihr wissen, wie es geschmeckt hat?


Die Brigitte -Redaktion beschreibt es als “superedel”. Da gehe ich konform. Sehr empfehlenswert da sehr lecker. Überhaupt, mal was ganz anderes: Die süßlichen Noten vom Flusskrebs zusammen mit dem leicht säuerlichen Geschmack des Apfels. Wow, toll!

Zutaten (für 2):

  • 150 g Flusskrebsfleisch (ich habe 200 g benutzt)
  • 1 kleine Zwiebel (habe ich ersetzt durch 2 Frühlingszwiebeln)
  • 1'5 EL Sonnenblumenöl (ich habe Olivenöl genommen)
  • 150 g Risotto-Reis (ich benutze die Sorte Arborio)
  • ¼ Liter Cidre (ich habe Cidre mit dem frischen hausgemachten Saft eines Apfels kombiniert)
  • etwa ½ Liter Geflügelbrühe
  • 20 g Parmesan (genommen habe ich Grana Padano und zwar etwas mehr, da ich Risotto mit viiiiel Käse mag)
  • 100 g Zuckererbsenschoten
  • Salz
  • ½ kleiner Apfel, laut Rezept (ich habe einen ganzen Apfel genommen, und zwar Granny-Smith o.ä.)
  • 20 g Butter
  • rosa und weiße Pfefferkörner
  • optional: 2 EL Calvados

Wie es gemacht wird:

Ein Apfel im Mixer zum Saft pürieren (dabei ein wenig Wasser hinzufügen damit die Konsistenz etwas flüssiger wird).
Wir erhitzen im Vorfeld den Cidre ein wenig (kalte Flüssigkeit würde den Kochprozess vom Reis stoppen, das wollen wir nicht). Die Brühe soll ebenfalls heiß sein und zwar die ganze Zeit, also am Besten auf der Kochstelle bei Mini-Flamme warmhalten.

Die Frühlingszwiebeln klein hacken und in dem heißen Öl glasig dünsten. Den Reis dann dazugeben und ebenso glasig werden lassen, dabei gut rühren. Mit Cidre (bzw. Cidre-Saft-Kombo) begießen und warten, bis der Reis die Flüssigkeit gut aufnimmt. Immer wieder rühren. Wenn der Reis den Cidre aufgesogen hat, fangen wir an, die Brühe bei halber Flamme nach und nach hinzuzufügen, immer eine halbe Kehle auf ein mal. Wir warten jeweils bis der Reis erneut “Durst” bekommt ehe wir noch eine halbe Kehle Brühe dazugeben.

In der Zwischenzeit reiben wir den Käse. Wir putzen die Zuckererbsen und kochen sie etwa 1 bis 2 Minuten in kochendes Salzwaser. Wir lassen sie danach gut abtropfen und reservieren. Wir halbieren unseren zweiten Apfel. Die eine Hälfte wird grob geraspelt, die andere in dünnen Spalten geschnitten.

Wenn der Reis fast fertig ist (nach ca. 20 Min.), geben wir den Käse dazu und rühren ihn gut unter. Wir schalten die Kochstelle aus und lassen das Risotto zugedeckt ein paar Minuten ruhen.

In einer Pfanne erhitzen wir die Butter und schwenken darin das Flusskrebsfleisch mit den Apfelraspeln. Wir streuen zerstoßene Pfefferkörner darüber und könnten jetzt den Pfanneninhalt mit Calvados flambieren, wenn wir das möchten... Ich habe darauf verzichtet aus purer Unlust, eine Flasche Calvados extra dafür zu kaufen, die dann hier ewig herumliegt und Staub fängt...

_

Wir haben es fast: Flusskrebse, Apfelraspeln und Zuckererbsen (zuvor ein paar wenige Schoten zum Garnieren beiseite legen) unter das Risotto heben. Auf zwei Tellern verteilen und mit den Apfelspalten und den restlichen Zuckerschoten garnieren.

Und dann: Zusammen mit zwei Gläsern, Besteck und der Cidreflasche uff'n Tisch knallen und sofort genießen.


Unser Fazit: Wir sind begeistert gewesen von der Geschmackskombination. In einem Punkt sind der Herr K. und ich uns allerdings einig... die Zuckererbsenschoten halten wir für überflüssig. Abgesehen von der tollen Farbnuance geben sie dem Risotto an sich nichts. Ich überlege mittlerweile schon fleißig womit ich sie nächstes Mal ersetze... Basilikum? Chinesisches Basilikum? Spinat? Mangold-Blätter? Eure Vorschläge...??

Ach, fällt mir noch so ein... vom selben Verlag wie die Brigitte ist auch das Heft “essen & trinken”: Falls Ihr es nicht kennt, empfehle ich Euch auch deren Webseite. Rezepte galore! Und was für welche...!


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15.01.2009

Schweinefilet mit Mantel und Pilzragout


Man könnte sicherlich darüber diskutieren wie dekadent und pervers es doch ist, so etwas an einem simplen Montagabend aufzutischen. Aber mal ganz ehrlich: Es ist Schweinefilet, nicht Kobe-Rind. Und dieses Gericht zu kochen ist nicht mal annähernd so aufwändig wie man denkt. Und gerade montags hat man sich etwas Schönes verdient. Und überhaupt: Ich koche viel zu gern um mich zu rechtfertigen.

Ursprünglich wollte ich am Montag einen Kaninchenrücken mit Pilzragout zum Abendessen zaubern - aber als wir Samstag im Supermarkt vor die Wahl standen, TK-Kaninchen oder frisches Schweinefilet... nun ja, da haben wir doch das Frischfleisch bevorzugt...

Im Grunde genommen, lässt sich das Gericht genauso gut auch mit Roastbeef oder Wild oder Geflügel kochen (bei dem gefiederten Getier würde ich allerdings den Brotmantel weg lassen und das Fleisch im Topf schmoren, ordentlich mit Wein oder Bier zugedeckt).

Bisher hatte ich immer Roastbeef auf diese Weise zubereitet, das Schweinefilet ist aber auch wunderbar gelungen. Es hat einfach suuuper geschmeckt und die Pilzbegleitung war der Hammer (obwohl die Sauce nicht ganz so sämig wurde wie geplant).

Ich schäme mich allerdings schon ein wenig: Ich muss gestehen, dass ich beim Kochen fest mit Resten gerechnet hatte, die ein tolles kleines Büromittagessen für uns beide hergeben würden. Nope. Hier werden einfach keine Gefangene gemacht. Viel zu lecker um nicht sofort aufgegessen zu werden. Oh je, wir sollten wieder anfangen ins Fitness-Studio zu gehen. Schleunigst. Ich erinnere mich dunkel daran, früher einmal eine Taille gehabt zu haben. "Weniger kochen" - die Methode, die klappt in diesem werten Haushalt einfach nicht!

Zutaten (für 4 oder für ähm... zwei):

  • 1 Schweinefilet (ca. 500 g) am Stück
  • etwa 400 g Champignons (weiß und braun) oder gemischte Pilze (Kräuterseitlinge, Austernpilze, Pfifferlinge, Shiitake, Champignons)
  • 2 EL Petersilie & Basilikum (gehackt)
  • 1 TL Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 kl. Schalotte oder 1-2 Frühlingszwiebeln
  • 50 ml Weißwein
  • 200 ml Sahne
  • 100 ml Gemüsebrühe
  • etwa 50 g Grana Padano oder Parmesan (frisch gerieben)
  • 4 Scheiben Bauernschinken
  • Salz & Pfeffer
  • Pizzateig: 225 g Mehl, ein halbes Päckchen (Trocken)Hefe (entspricht ca. 10-12 g Frischhefe oder 1/4 Hefewürfel), 2-3 EL Olivenöl, 1 TL Salz, 175 ml Wasser (lauwarm), eine Prise Zucker

Wie es gemacht wird:

Circa anderthalb Stunden bevor wir mit dem eigentlichen Kochen beginnen wollen, müssen wir unseren Pizzateig vorbereiten: Mehl in eine Schüssel sieben und mit dem Salz vermischen. In einer separaten kleinen Schüssel rühren wir ein wenig von dem Wasser mit einer Prise Zucker und der Trockenhefe gut zusammen. Wir machen eine kleine Mulde im Mehl und geben 2 Esslöffel Olivenöl hinzu sowie die Wasser-Hefe-Mischung. Wir rühren gut, geben nach und nach das restliche Wasser dazu, bis ein homogener Teig entsteht (eventuell müssen wir ein wenig mehr Mehl nehmen oder etwas mehr Olivenöl, je nach Konsistenz), der ruhig noch ein bisschen klebrig sein muss.

Wir formen aus dem Teig eine Kugel und lassen sie in der Schüssel und mit einem feuchten Tuch gedeckt (oder mit einem (Küchen)Ölspray besprüht) an einem warmen Ort ca. 1 bis anderthalb Stunden gehen. Der Teig sollte in dieser Zeit sein Volumen etwa verdoppeln.

Nun ist es dann auch Zeit mit dem eigentlichen Kochen zu beginnen; wir gehen vor wie folgt: Schweinefilet in 2 gleichgroßen Stücken schneiden. Eine Knoblauchzehe klein hacken und mit ca. 1 EL der gehackten Kräuter und einem TL Olivenöl vermischen, mit weißem Pfeffer abschmecken. Filetstücke gut mit dieser Marinade bestreichen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Schinkenscheiben längst in ca. 2-Finger-breite Streifen schneiden und das Filet damit belegen.

Währenddessen heizen wir den Ofen vor (auf etwa 180 º C).




Etwas Mehl auf der Arbeitsfläche verteilen und den Pizzateig mit dem Nudelholz ausrollen: Wir benötigen ein relativ dünnes Teigrechteck, das groß genug ist, um damit unsere Filets komplett zu zu decken.


Der fertige Teigmantel wird nun auf das Fleisch gelegt... und ab in den Ofen damit... nicht ohne erst unser Bratenthermometer irgendwo gut sichtbar durch den Teig ins Fleisch gestochen zu haben!



Wenn das Thermometer eine Kerntemperatur von ca. 84-85 Grad zeigt dann ist das Fleisch beim Schwein fertig: durch aber noch zart rosern. Die dafür notwendige Zeit hängt extremst von Eurem Backofen ab. Mein Gasbackofen (aka "the killer") schafft diese Aufgabe je nach Tagesform in etwa 20 bis 30 Minuten. Und mittlerweile vertraue ich meinem Thermometer eh viel mehr als jeder Rezept-Zeitangabe: Das Ding ist wahrscheinlich die sinnvollste 10-Euro-Investition meines Lebens.


In der Zeit, die unsere Filetstücke im Ofen verbringen, wird ein Pilzragout gemacht.

Das Rezept hierfür ist mal wieder von Herrn Mälzer geklaut ("Kochbuch", Seite 55, Verlag: Mosaik bei Goldmann): Pilze grob schneiden und zusammen mit der fein gewürfelten Schalotte in etwas Butter oder Öl kräftig anbraten. Mit 50 ml Weißwein ablöschen und erneut warten bis es kocht. Dann mit 200 ml Sahne und 100 ml Brühe begießen und einige Minuten köcheln lassen. Anschließend wird der geriebene Käse hinzu gegeben (Parmesan oder Grana Padano) und mit Salz+Pfeffer abgeschmeckt. Es wird brav gerührt bis die Sauce sämig-cremig ist. Vor dem Servieren bestreuen wir die Pilze mit den restlichen Kräutern.
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Wir servieren das Fleisch mit dem Pilzragout und dem "Brot" zusammen (letzteres sollte schön kross und golden sein, im Inneren wunderbar weich vom Fleischsaft und ordentlich schinke-kräuterig halt... mmmmmmmm).

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Und jetzt: Geniessen!
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Am Ende konnten sich nicht einmal diese Anstandsreste retten...


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14.01.2009

Piquillo-Paprika gefüllt mit Kabeljau & Gambas


Als ich klein war, mochte ich Paprika nicht. Ich war ja auch eine ganz schlechte Esserin und habe meine arme "amatxo" (baskisch für Mutter) in den Wahnsinn getrieben - wenn ich es mir recht überlege mochte ich damals nichts von dem, was ich heute so sehr liebe: Pilze, Lauch, Jakobsmuscheln, Paprikaschoten,... Ich muss verrückt gewesen sein!
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Dabei ist meine Heimat Navarra die Hochburg der "Piquillos". Piquillo ist eine spezielle "navarrische" Paprikasorte, die zu den wunderbarsten essbaren Sachen gehört, die ich kenne. Ihr Geschmack ist einzigartig (teils süßlich, teils nach "Holz" und nach "Gebratenem", manchmal dezent scharf im Nachgeschmack) - Olé, Lokalpatriotismus! Aber im Ernst: sie sind einfach delikat!
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Die Piquillos werden traditionell auf Holz geröstet (direkt an der Flamme dran) und anschließend per Hand geschält und entkernt. Eingelegt werden sie dann als Konserve verkauft. Man kann sie einfach pur essen als Tapa, oder mit Olivenöl und Knoblauch gebraten zu Schnitzel oder Fisch. Es lassen sich auch tolle Saucen damit zaubern. Vor allem aber werden Piquillos bei uns Spaniern gefüllt zubereitet. Die Füllung besteht meist aus einer Béchamel-Basis mit irgendwelchen Zutaten dazu (Hackfleisch, Fisch, Pilze, etc...).
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Diese Variante mit einer Füllung aus Kabeljau & Gambas ist meine Interpretation eines Rezepts meiner amatxo, die dafür immer Stockfisch (bacalao) benutzt. Ich nehme also frischen Fisch, da ich mir die Mühe sparen will, den Stockfisch 36 Stunden lang mit mehrmaligem Wasserwechseln und Haut nach oben und allem Pipapo zu entsalzen.
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Dinge vereinfachen: Das gefällt Euch, was?
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Zutaten (ergibt je nach Paprika-Größe ca. 16-20 Stück):

  • 1 Dose Piquillo-Paprikaschoten (darin sind meist ca. 18-22 Schoten)
  • Olivenöl
  • ca. 250 g Kabeljau-Filet (kann tiefgekühlt sein)
  • 100 g Eismeergarnelen
  • etwas Weißwein (trocken)
  • Knoblauch
  • Frühlingszwiebel (oder Lauch oder Schalotte)
  • Mehl und Milch (für eine Béchamel)
  • passierte Tomaten
  • Salz
  • Pfeffer
  • Petersilie und Basilikum, klein gehackt
  • Sahne

Wie es gemacht wird:

Die Kabeljau-Filets (sauber ohne Haut und Gräten) in kleinen Stücken schneiden und die Eismeergarnelen mit einem Wiegemesser grob hacken. Wir hacken eine Zehe Knoblauch und eine kleine Frühlingszwiebel (oder die Hälfte einer kleinen Schalotte oder die entsprechende Menge Lauch) auch klein.

In einer Pfanne erhitzen wir etwas Olivenöl und dünsten darin den Knoblauch und die (Frühlings)Zwiebel glasig. Wir reduzieren die Flamme und geben den Fisch und die Gambas dazu. Wir begießen das Ganze mit ein wenig Weißwein, streuen etwas gehackte Petersilie und/oder Basilikum darauf und lassen es kurz vor sich hin köcheln.

Wenn der Alkohol verdampft ist, geben wir vorsichtig (und beim ständigen Rühren, damit alles gut bindet und sich am Boden nichts anlegt!) einen ersten EL Mehl dazu. Wir rühren pausenlos weiter und geben eventuell noch mehr Mehl dazu (immer in sehr kleinen Portionen damit keine Klümpchen entstehen) - wenn die Fisch-Mehl-Schwitze eine gute Konsistenz hat, fangen wir an Milch dazu zu geben. Es ist wichtig, dass die Milch halbwegs Zimmertemperatur hat und dass wir immer relativ wenig auf ein Mal in die Mischung geben. Und immer brav weiter rühren. Wir fügen peau à peau Milch hinzu bis unsere Füllung die passende Konsistenz hat und lassen es noch ein wenig kochen (damit der Mehlgeschmack verschwindet), dabei rühren wir ununterbrochen - wenn uns der Arm auf Dauer wehtut, dann machen wir wohl alles richtig... ;-)

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Was die Mengen angeht, mit Mehl & Milch: Es ist einfach so eine "Augenmaß"-Sache. Das Endergebnis darf nicht allzu flüssig sein, sonst lassen sich damit keine Paprikaschoten füllen. Gleichzeitig gilt: Je kompakter die Füllung, umso "erdrückender" ist das Gericht (was Sättigungsgrad angeht z.B.) an sich und umso weniger delikat das Ganze. Was ja Schade wär... Je mehr Mehl wir in unsere Sauce haben, umso schwieriger wird es auch, den Mehlgeschmack verschwinden zu lassen, weil die Sauce dann länger kochen muss. So ein Mittelding entsteht einfach durch trial-and-error: Wenn ich das Gefühl habe, die Béchamelfüllung gerät mir zu flüssig, dann gebe ich noch mehr Mehl dazu; ist es zu "trocken", nehme ich mehr Milch, etc... (ich weiß, klingt etwas unorthodox und die Küchengötter unter Euch schütteln jetzt wahrscheinlich heftig den Kopf - aber für mich zählt nur das Ergebnis).


Die fertige Füllung lassen wir ein wenig abkühlen. Mit einem Teelöffel bewaffnet machen wir uns nun dran, die Paprikaschoten damit zu füllen. Wir sollten aufpassen, sie nicht zu voll zu stopfen oder die Hälfte der Füllung wird uns später in der Pfanne wieder entkommen. Wenn wir damit fertig sind, legen wir die gefüllten Piquillos in eine Pfanne oder einen flachen Topf mit wenig Olivenöl und Knoblauchscheibchen und "braten" sie ein wenig von beiden Seiten bei schwacher Hitze. -

Für die Sauce nehmen wir 3-4 Piquilloschoten (in der Dose sind immer ein paar kaputte drin, die sich nicht füllen lassen) zusammen mit der Flüssigkeit aus der Paprikadose und ein paar Schuss passierte Tomaten und pürieren alle Zutaten mit dem Stabmixer. Wir geben ein wenig Schlagsahne hinzu und mixen alles nochmal kurz mit dem Stab. Wir geben die Sauce zu den köchelnden Paprika und lassen alles ein letztes Mal aufkochen. -

Voilá - Essen ist fertig!

Ich weiß nicht, wie gut oder schlecht zu kriegen die Piquillo-Paprika in Deutschland sind (die Vorräte zu unserem privaten Gebrauch bringe ich seit 11 Jahren regelmäßig im Koffer mit: natalika-Luftbrücke!). Aber in guten spanischen Feinkostläden (in Berlin z.B. Mitte Meer) dürften sie eigentlich nicht fehlen. Im Internet kann man mittlerweile auch diverse Feinkosthändler finden mit Piquillos im Angebot (zum Beispiel Gourmantis: ein Feinkostversand dessen Warenangebot sich liest wie eine Beschreibung vom Paradies, leider teilweise mit Tendenz zu übertriebenen Gaga-Preisen...).
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