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17.12.2009

Ein Pott voll Weihnachten


Es passiert mir nicht allzu oft aber doch immer wieder: Da steht ein Haufen Obst kurz vorm Exitus in der Küche und schreit nach Verwertung und ich muss schneller als schnell irgendwas zaubern um das Wegwerfen irgendwelcher Essdingen noch in letzter Sekunde zu vermeiden. Ich, Retter in der Not. Bin sehr sehr sehr old-school, was das angeht: Nichts finde ich schlimmer und ärgerlicher als Lebensmittel weg zu werfen, nur weil ich deren rechtzeitige Weiterverarbeitung verschnarcht habe...

Bei mir wird akut selbstmordgefährdetes Obst oft zu irgendwas „verbacken“ oder in irgendeiner Form zu Püree/Sauce/Marmelade „verdingst“. Neulich waren es ein paar Birnen, die weg mussten. Die Verwertungslösung kam in Gestalt eines würzigen Apfelkompotts von der lieben Frau Poletto – das Rezept dazu fand ich bei „fool for food“...

Ersetze Apfel durch Birne und Kompott durch Marmelade und Saft durch Weißwein und Calvados durch Weinbrand und fertig ist die Laube. Ja, wirklich. So einfach ist das.


Zutaten (für ein normal großes Marmeladenglas):
  • 360 g Birne (geschält und vom Herzen befreit)
  • ein paar Tropfen Vanillearoma (oder etwas Vanillenmark)
  • 1 EL Zucker
  • ein Spritzer Zitronensaft
  • etwa 175 ml Weißwein (ich nahm Grünen Veltliner: er passt hervorragend zu Birne & Pfeffer!)
  • 2 Stück Sternanis
  • ca. 10 ganze Pfefferkörner (roter Pfeffer)
  • eine Prise Zimt (gemahlen)
  • etwa 20 ml Weinbrand
  • 2 EL Braunzucker
  • 1 EL Speisestärke


Wie es gemacht wird:

Wir schälen die Birnen, halbieren sie und entfernen die Kerngehäusen. Wir würfeln das übrig gebliebene Birnenfleisch und begießen es mit ein wenig Wasser mit einem Spritzer Zitronensaft.


In einem Stieltopf machen wir zunächst ein Karamell indem wir den einen Esslöffel Zucker erhitzen. Sobald das Karamell eine goldene, nicht allzu dunkle, Farbe annimmt, löschen wir es mit dem Weißwein ab. Wir fügen die Gewürze hinzu und etwas Vanille(aroma-whatsoever) und reduzieren es bei klein-mittlerer Flamme circa 15 Minuten lang.


Nach dieser Zeit geben wir die gewürfelten Birnen ebenso in den Topf. Wir lassen alles noch weitere 10 Minuten lang vor sich hin köcheln und entfernen danach den Sternanis. Wir geben 1-2 EL Braunzucker in die Birnen-Wein-Mischung und kochen sie weitere 10 Minuten bei kleiner Flamme.


Wir nehmen den Topf vom Herd und pürieren den Inhalt mit dem Stabmixer bis wir eine feine Marmelade haben (ich wollte bewusst eine relativ flüssige Marmelade ohne „Stückchen“, man könnte allerdings genauso gut das Pürieren überspringen, wenn man eine dickflüssigere Konsistenz anstrebt; in dem Fall würde ich allerdings dann die Pfefferkörner auch irgendwann herausfischen).


In einem Glas lösen wir die Speisestärke mit dem Weinbrand auf und geben sie zur Marmelade dazu. Wir stellen den Marmeladentopf erneut auf die Flamme und bringen den Inhalt zum Kochen. Wir reduzieren die Hitze und lassen alles noch 10 Minütchen leise blubbern.

Die noch sehr heiße Marmelade füllen wir (sofort) in einem sauberen Einmachglas. Wir drehen den Deckel kräftig zu, stellen das Glas auf den Kopf (es entsteht Vakuum) und lassen es so abkühlen.

Da ich in dieser Marmelade sehr wenig Zucker benutzt habe, wäre es durchaus sinnvoll, sie noch besser haltbar zu machen in dem man die gefüllten Gläser noch abkocht. Bei einem einzigen Glas, das sehr schnell aufgegessen ist, reicht mir das Schnell-Vakuum-Umdreh-System (normalerweise ist ab ca. 50% Prozent Zucker ein Abkochen der Gläser nicht unbedingt erforderlich, die Marmelade hält dann trotzdem mehrere Monate; unter 50% Prozent Zucker würde ich immer entweder zum Sofortverbrauch oder zum Abkochen tendieren...).


So. Schön & gut... aber: was macht man nun damit denn? Ich würde sagen, pur essen. Oder als Füllung für Blätterteigtaschen verwenden. Oder zu einem Honey-Du-hast-in-16-Tagen-Geburtstag-Ananaskuchen dazu geben. Oder. Oder... (Ich sehe in meinem Kopf Dorade mit Ziegenkäse und Pfeffer, Birnenmarmelade und Brotkruste vielleicht?? Oder drehe ich jetzt wieder komplett durch?)


Und wie hoch ist der Weihnachtsfaktor dieser „Marmelade“? Hoch! Auf einem Brie-Toast (mit schön rustikalen Weißbrot) schmeckt sie nämlich unglaublich gut! Eine Kombination, die sich als Amuse-Gueule zum Weihnachtsmenü hervorragend eignen würde. Und ich bin mir sicher, dass diese Marmelade sehr sehr gut zu kaltem Roastbeef passt - um diese Sicherheit herum ließe sich durchaus eine nette kleine Vorspeise zaubern, oder?


Ich liebe Resteverwerten. Ha!




Übrigens, apropos Essen-Weg-Werfen... Mit dem Essen spielt man doch, oder? Hehehe:


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23.11.2009

Des Engels Haare

Ich kann mich dunkel daran erinnern, letztens hier einen Jack-Bauer-würdigen „Cliffhanger“ à la „da kommt noch was...“ hinterlassen zu haben. Kürbisse. Engelsgleiche Marmeladengestalt. Und so... Richtig? Richtig! Tatsächlich.

Also, heute, jaaaa, “schnell noch bevor die Woche zu Ende geht”: Spanien-bezogen, süß und durchaus Kalorien-bewusst, lecker (wie in: mmmmlecker!!), also unfassbar lecker halt... voilá & ta-dá:

Blätterteigtaschen mit Engelshaar-Füllung


Paradiesisch gut – oder höllisch gut, je nach dem welche Engel-Gestalten ihr so bevorzugt... "Cabello de ángel" oder Engelshaar ist eine typische Kürbismarmelade aus Spanien - sie hat eine schöne goldene Farbe und eine faserige Konsistenz, die ihr den Namen eingebracht haben (warum Engelchen ausgerechnet eine goldene Mähne haben sollten bleibt mir rätselhaft), und sie schmeckt toll. Süß und toll, leicht zitronig und toll. Minimal zimtig. Toll.

Was nun folgt möchte ich nicht „Rezept“ nennen, kann ich nicht. Dafür ist es zu idiotensicher simpel.


Zutaten (für ca. 8-10 Stück):
  • eine 450 g Packung TK-Blätterteig
  • 1 Ei, geschlagen
  • ca. 2 EL Braunzucker
  • etwa 100-125 g „cabello de ángel“-Marmelade (siehe unten Anmerkungen)

Wie es gemacht wird:
Vorneweg: Backofen auf 200º C vorheizen.
Wir lassen den Blätterteig nach Packungsangabe kurz auftauen (in der Regel reichen 10-15 Minuten völlig aus). Danach schneiden wir aus den Blätterteig-Platten kleine Rechtecke (ca. 6x10 cm. grob geschätzt) und zwar so, dass am Ende eine durch 2 teilbare Anzahl an Rechtecken entsteht: Die Hälfte dieser Rechtecke werden wir als Unterteile verwenden (aus der anderen Hälfte basteln wir später die entsprechenden Deckelchen), dafür müssen wir diese Bodenteile mit einer Gabel oder Messerspitze pieksen. Darauf wird Marmelade nach Gusto verteilt - die Ränder lassen wir allerdings frei.



Um die Deckelteile mit einem schönen Gitter-Muster (jupp, das wollen wir ja) zu versehen schneidet man mit einem sehr scharfen Messer Einkerbungen wie auf dem Bild oben ein. Wenn man später vorsichtig an den Enden des Blätterteigstücks zieht, werden aus den Einkerbungen Löcher (im Backofen gehen diese noch etwas weiter auf)...

Sind alle Oberteile angefertigt, geht es an die Montage: Die vorhin frei belassenen Bodenränder werden leicht mit gequirltem Ei angefeuchtet, darauf wird das Deckelstück gelegt. Mit dem Finger und/oder einer Gabel werden die Ränder fest gedrückt damit sie gut verschließen.




Die geschlossenen Taschen legen wir auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech und bepinseln sie mit dem restlichen Ei. Anschließend werden 1-2 EL Braunzucker über die fertigen Teile bestreut. So aufgemotzt kommen die Engelshaartaschen für ca. 20 Minuten in den Ofen bis sie goldbraun sind...

Auf einem Gitter abkühlen lassen und dann essen – pur oder in einer heißen Kakaotasse getunkt (huiuiui!). Allein oder mit dem Menschen, den wir am meisten lieben. Oder mit den netten Kollegen. Oder mit Omi. Oder wie & mit wem auch immer.


Anmerkungen:

1.- „Cabello de Ángel“ kaufe ich in der Regel immer in Spanien (Luftbrücke à la natalika), daher kann ich nicht mit Sicherheit sagen, wo man es in Dt. findet... eine schnelle Online-Suche brachte mich zum Online-Shop „Mareni“, wo es angeboten wird (eine 400 g Dose kostet dort ca. 3 €)...

…leider musste ich feststellen, dass besagter Shop mit einem Mindestbestellwert von 25 Euronen arbeitet... auf der anderen Seite, wäre dies vielleicht auch eine gute Gelegenheit, sich mit spanischen Köstlichkeiten einzudecken (erst recht jetzt, wo Weihnachten quasi hinter der Ecke lauert). Und wenn ich mir das Sortiment so anschaue, erkenne ich eine Menge Dinge wieder, die ich wirklich ohne Scheu empfehlen kann weil TOLL, wie z.B.:
Außerdem findet man dort typische Dinge wie Schinken & Flor de Sal & Piquillo-Konserven und Manchego und und und... von daher dürfte es nicht wirklich eine Herausforderung sein, über die Mindestbestellmarke zu kommen, oder? Damit es aber klar ist: Ich kannte diesen Shop bis gerade eben gar nicht und habe noch nie dort bestellt – kann daher nicht sagen, wie gut oder schlecht das Kauferlebnis dort ist... ich kann nur sagen, dass die Preise ein und für sich ziemlich okay scheinen (ja, Schlimmeres hat man gesehen!) und dass ihr Produktsortiment mir ziemlich gut gefällt (besonders was die Auswahl an Weinen angeht). Die Versandkosten von pauschal 5,90 € pro Bestellung finde ich auch fair... wenn jemand also den Laden mal ausprobiert: ich würde mich über Feedback freuen, wie das so mit denen abläuft...

2.- Wer tatsächlich „cabello de ángel“ verwenden will, ohne viel Geld in eine „querkontinentale“ Bestellung zu investieren, der könnte natürlich versuchen, diese Marmelade zuhause zu kochen... zwar habe ich kein persönlich erprobtes Rezept parat, aber ich würde mal sagen: Jeweils die selbe Menge Kürbisfleisch und Zucker zusammen mit Zitronenabrieb und Zimt zu kochen ist sicherlich ein guter Weg zum Erfolg... Die Kürbissorten, die man für Engelshaar verwendet sind hauptsächlich der Feigenblattkürbis (mit weißem süßen Fleisch und schön faserig für den perfekten Haarpracht-Effekt) und Riesenkürbisse (Curcubita Maxima)... Hier habe ich eine ziemlich gute Rezept-Foto-Anleitung gefunden, an der man sich orientieren kann (wer ein bissl Spanisch versteht, kann dann nix mehr falsch machen).

3.- Wohlgemerkt gelingen diese Blätterteigtaschen mit allen anderen Marmeladesorten auch (ja, die Behauptung wage ich jetzt einfach mal, kackfrech), ich kann zum Beispiel bezeugen dass sie mit würzig-pikanter hausmacher Birnenmarmelade fantabulös schmecken... au jaaaaaaaa...




Und falls irgendwer es bis hierher unten geschafft haben sollte (unwahrscheinlich denn kurz kann ich ja nicht), entlasse ich Euch heute mal mit Stil. Mit Bach (nicht in meiner allerliebsten Interpretation dieses Stücks aber immerhin)...




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28.10.2009

Brotpudding-Minis



Diese Brotpudding-Minis zu backen und anschließend zu verputzen ist zurzeit unsere Lieblingsfreizeitbeschäftigung. Brotpudding ist eine derart schnörkellose, schöne, genuine Erfindung, dass ich manchmal denke, Brotpudding muss ja quasi zeitgleich zum Big-Bang entstanden sein. Also m i n d e s t e n s. Denn eine Welt ohne Brotpudding hätt ja auch so toll gar nicht sein können. Und nicht, dass mir jetzt wieder einer sagt, ich würde maßlos übertreiben. Nanana. Das ist so, basta.

Brotpudding ist bescheiden, nahe liegend, toll. So ganz ohne Gedöns. Ich mag das. Mein Fleisch so-gut-wie-roh, mein Gemüse quasi nackt und das Dessert bitte aus Resten zusammengebastelt.

So unintellektuell bin ich.

Tja, jetzt ist es raus.


Zutaten (für 12 Muffin-große Stücke):
  • ca. 3 Tassen voll mit alten Brotstückchen (es sind wieder mal Tassen mit einem US-cup-Volumen von 240 ml gemeint – entspricht in Kastenbrot-Dimensionen circa 3-4 Scheiben)
  • 1 Tasse Milch (240 ml)
  • 2 geschlagene Eier
  • ca. 40-50 g Zucker (diese Menge lässt sich auch problemlos reduzieren wenn man es nicht so süß mag im Leben...)
  • 20 g Mehl
  • 3 „tablespoons“ Sonnenblumenöl (45 ml)
  • ¾ „teaspoon“ Backpulver
  • ca. 60 g Rosinen
  • ca. 150 g Birne (geschält und in Stückchen geschnitten)
  • ½ „teaspoon“ Zimt
  • eine Prise Salz
  • eine Prise Muskatnuss
  • optional: einen Spritzer Zitronensaft (oder Orangensaft – oder Abrieb von Z. oder O.) und/oder ein paar Tropfen Vanillearoma...

Vorneweg noch...

1.Das Brot sollte optimalerweise schon 1-2 Tage alt sein und leicht trocken. Alternativ lässt sich auch frisches Toastbrot zu Pudding verarbeiten, wenn man denn - wie wir zurzeit - nicht ausreichend altes Brot „produziert“ um den Pudding-Bedarf zu decken... Eine weitere Möglichkeit ist es, Kuchenreste zu benutzen (neulich gab es in dieser Küche die Marie-Antoinette-Hommage schlechthin: Brotpudding mit Biskuitboden-Resten statt Brot).


2.Ich backe unseren Brotpudding mittlerweile nur noch in Muffinform – zum einen finde ich die Version optisch wesentlich ansprechender als die klassische Lösung mit einer großen Back-/Auflaufform (diese bröckelt fürchterlich sobald man portionieren will und sieht, aufm Teller gepappt, meist unsexy-unlecker aus); zum anderen finde ich diese handlichen „Minis“ perfekt zum zwischendurch Naschen und sie lassen sich in diesem Format auch wunderbar einpacken und in die Tasche meines hübschen und hart arbeitenden Mannes stecken. Hinzu kommt: Aus der Hand gegessen ersparen mir die klitzekleinen Puddings jede Menge dreckiges Geschirr.

3.Variationen: Getreu dem Swinger-Motto gilt hier „alles kann, nix muss“. Soll heißen: alle möglichen Obstvariationen sind erlaubt - ich habe vor einigen Wochen eine Version mit Heidel- und Johannisbeeren gebacken, die der absolute Hammer war, meine „amatxo“ nimmt immer Apfelstückchen und/oder Trockenobst (Aprikosen, Pflaumen, etc.), kandierte Kirschen wären perfekt, gehackte Nüsse gäben dem Ganzen mehr Biss, man könnte Schokolade oder Kakaopulver in irgendeiner Form einbauen, und mit einer dezenten Zugabe von Alkohol (Weinbrand, Rum, Kaffeelikör?, Obstler?) experimentieren...

4.Sauce dazu?: Nicht zwingend erforderlich aber ganz nett... Kann alles sein von A (wie Apfelmus?) bis Z (wie Zimt-Orangen-Butter?)... oder Rumsauce oder irgendwas wie eine „mit Pflaumen und Armagnac“-Sauce, oder stinknormale geschlagene Sahne, von mir aus...

Unfassbar wie viel ich doch reden kann, nicht?

Der pure Wahnsinn.

Wie es gemacht wird:

Wir würfeln das Brot und geben es in eine große Schüssel. Wir gießen die Milch darüber und lassen das Brot 5 Minuten lang so einweichen.

Nach dieser Zeit geben wir die gequirlten Eier hinzu sowie Zucker und Öl und ein paar Tropfen Zitronensaft (oder Vanillearoma, wie Ihr wollt) und rühren alles gut durch.

In einer separaten Schüssel vermischen wir das Mehl mit dem Backpulver, etwas Salz und den Gewürzen (in diesem Fall Zimt und Muskatnuss) und fügen diese Mischung anschließend zur feuchten Brot-Milch-Ei-Masse hinzu.

Im nächsten Schritt werden die verschiedenen Obstsorten unter die Masse gerührt (Rosinen, Birnenstückchen).


Nun wird das Gemisch auf die 12 im Vorfeld mit Butter ausgepinselten Muffinmulden verteilt und im vorgeheizten Backofen bei 180 º C circa 25-30 Minuten lang gebacken bis die Puddings schön goldbraun sind und eine eingestochene Nadel sauber heraus kommt.

Nach dem Backen werden die Minis vorsichtig aus den Mulden gehoben und zum Abkühlen auf ein Gitter gelegt. Man kann sie wunderbar lauwarm essen, kalt schmecken sie anders aber ebenso gut.


Tolle Herbstbisse, puh. „Cariiii, qué ricoooooo“ - das sagt der liebe Herr K. dann immer.

Ja, finde ich auch! Deshalb hol ich mir jetzt noch so ein Pudding, drehe die Musik lauter als laut, und wippe mit den Füßen zu den Pixies, der Mund voll, die Haare offen, was-das-Zeug-hält, señores...

… and there's a wait so long
so long, so long ♫ ♫
you'll never wait so long
♫ here comes your man ♫ ♫ ♫
here comes your man...

Und Ihr tut das jetzt auch (das Wippen, die Haare, und mitsingen bitte auch) und wenn Ihr mit den Pixies fertig seid, schaut Ihr Euch den Trailer zu „500 Days of Summer“ an und dann, Ihr intelligente, Brotpudding-liebende Menschen, die Ihr alle seid, geht Ihr ins Kino und guckt den Film mal an. Macht gute Laune. Ist was fürs Auge und für die Ohren, und lustig und, wie mein Freund Daniel vorhin sagte, „süß, und überraschend, und traurig und so voller Hoffnung“...







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01.05.2009

Lecker-Schmecker-Muffins!


Ich weiß, dass ich unfassbar oft über meinen Backofen (aka “the killer”) meckere... dabei ist er eigentlich ein liebes Kerlchen, immer schön bemüht. Und er macht ja auch einiges mit. Es gibt so Dinge, die er hervorragend kann (Lasagne, Brot, Tarten und Terrinen und Gratins, etc.), bei anderen hingegen muss ich ihm extremst auf die Finger hauen damit er nicht die „brutalo Schiene“ fährt (ich sag nur „Weihnachtsplätzchen“). Und dann gibt es auch die Dinge, bei denen er normalerweise Amok läuft: Kuchen, feines Gebäck und diverse andere delikate Sachen halt.

Das sind die Momente in denen mein Backofen mir Angst macht. So. Jetzt ist es raus. Angst. Wie in „Angstschweiß“- das nämlich eines dieser Wörter ist „mit den meisten aufeinanderfolgenden Konsonanten“, meint mein Bruder zumindest immer. Acht sind es. Ja. Wir nicht-Deutsche lieben so Zeugs. Ihr nicht-Spanier dürft dafür so Zeugs lieben wie „otorrinolaringólogo“ (das ist das spanische Lieblingswort meines teutonischen Göttergatten). Sachen gibt’s.

Das dürfte sich nun aber endgültig erledigt haben, mit meiner Angst vor meinem Backofen. Beziehungsberatend zwischen ihm und mir haben diese Muffins vermittelt, die ich aus Oklahoma, USA via „Pioneer Woman“ importiert habe(*).

So, aufgepasst, Leute: Krassester Muffin ever. Nicht irgendein Muffin, nooo, die Mutter aller Muffins. Ich werde nun nicht mehr aufhören diese Dinger zu backen. Und habe mir vorgenommen, das Rezept mit allen erdenklichen Saft-Marmelade-Kombos auszuprobieren. Puuuuh...

Okay, ich habe einen klitzekleinen Hang zur Übertreibung. Aber Ihr würdet nicht weniger euphorisch sein, wenn Ihr plötzlich diese fluffigen, perfekten, wunderhübschen Muffins aus dem selben Backofen holen würdet der in den letzten drei Jahren sämtliche Eurer Muffin-Versuche in ein D E S A S T E R hat enden lassen...



Ein paar Anmerkungen zum Rezept:

US-Amerikaner und Briten ticken, Maßeinheiten-technisch, bekanntlich anders. Und so ist bei diesem Rezept auch nur von „cups“, „tablespoons“ und „teaspoons“ die Rede. Alles Volumen-Einheiten. Nachdem ich mich seit Monaten mit mehr oder weniger akkuraten Umrechnungstools und -tabellen (diese hier ist sehr gut) herumschlage und die eine oder andere Excel-Datei dazu gebastelt habe, hatte ich dann neulich doch die Schnauze voll und habe mir erstmal ein Messlöffel-Set gekauft. Tolle Sache.


Ich habe immer noch kein „cup“, weiß aber das in so einem 16 „tablespoons“ drin sein sollten. Not-Lösung weil auf Dauer umständlich as hell, aber immerhin. Die andere Lösung: Ein „cup“ kann alles sein (Tasse/Glas/...), wo ein Volumen von circa 236-240 ml. reinpasst. Ein stinknormales Wasserglas hat oft so ein Volumen. Meine billigen Whiskey-Becher haben so ein Volumen. Bingo. Aus Whiskey-Bechern macht „cup“!


Wie Ihr das auch machen könntet, wenn keins Eurer Gläser genau 240 ml hat und Ihr keine Lust habt x Euronen für ein fancy „cup“-Set aus Übersee auszugeben? Ich bastelt Euch Euer eigenes Set zusammen: Man nehme eine Waage und fülle 236-240 g Wasser in ein Tassen-artiges durchsichtiges Gefäß. Da 240 g Wasser auch immer 240 ml sein werden, habt Ihr dann ein „cup“ voll. Ihr macht mit einem unlösbaren Stift eine Markierung an der Stelle, bis wohin das Wasser reicht. Fertig. Und dann genauso verfahren mit Markierungen zu ½ cup, ¼ cup, 1/3 cup... das dürfte reichen. Andere Bruchteile werden einfach per Löffel gemessen.

Volumen-mäßig entspricht ein US-“tablespoon“ übrigens in etwa 15 ml, ein US-“teaspoon“ dann 5 ml. - ils sont fous ces américaines...!

Zutaten (ergibt ca. 20-22 Muffins):

  • 4 „cups“ Mehl (Type 405)
  • ½ „cup“ Zucker
  • 2 „tablespoons“ Backpulver
  • ½ „cup“ Margarine
  • 2 „cups“ bittere Orangenmarmelade
  • 1 „cup“ hausgemachter Orangensaft
  • 1 Röhrchen Vanille-Aroma
  • 2 Eier
  • ¾ „cup“ Zucker
  • 1 „teaspoon“ Zimt
  • 1 „teaspoon“ Muskatnuss
  • 1 „tablespoon“ + 1 „teaspoon“ flüssige Butter ( „1Tbs + 1 ts“ ??! – DUH! Ils sont fous...!)
  • ¼ „teaspoon“ Salz

Wie es gemacht wird:

Backofen auf 190 Grad vorheizen.

Mehl, Zucker und Backpulver in einer Schüssel geben und mit der Margarine zusammen mischen (bei mir übernahm die Küchenmaschine, dürfte mit einem einfachen Handrührgerät auch wunderbar klappen und per „Hand-und-Teigschaber“-Methode sicher ebenso).


Wir geben 2 „cups“ von bitterer Orangenmarmelade in eine andere Schüssel und geben 1 „cup“ Organensaft dazu, mischen beides gut zusammen und schmeißen dann ein Röhrchen Vanille-Aroma rein (also nein, nicht das Röhrchen sondern den Inhalt).

Diese „flüssigen“ Zutaten kippen wir nun in die erste Schüssel (wo die „trockenen“ Zutaten sind) rein. Wir schlagen die Eier und geben sie dazu.


Nun wird alles vorsichtig miteinander vermischt (mit einem Holzlöffel oder maschinell), es ist besonders wichtig, dass die Teigmasse nicht „zu viel“ gerührt wird, sonst werden die Muffins nicht locker-fluffig. Man kann mit dem Rühren aufhören wenn der Teig so aussieht als wäre er FAST vollständig zusammen gemischt (nicht davon irritieren lassen, dass teilweise Mehl da zu sehen ist, das noch nicht eingearbeitet scheint).

Wir legen die Teigschüssel beiseite und kümmern uns erstmal ums „Topping“: Dafür mischen wir in einer kleinen Schüssel ¾ „cup“ Zucker mit dem Zimt und dem Muskatnuss (jaaaa, Muskatnuss). Wir fügen dann die zerlassene Butter hinzu und rühren sie gut ein (die Mischung wird dann eine leicht feuchte Konsistenz haben). Zu guter Letzt geben wir ¼ „teaspoon“ Salz zum Topping und rühren nochmal durch.


Wir legen eine Muffinform mit Papierförmchen aus (oder fetten die Vertiefungen mit Backspray o.ä.) und füllen diese mit der Teigmasse. Nun wird jeder „Muffin-in spe“ mit einem Teelöffelchen von der Toppingmischung bestreut.


Und zack – ab in den Backofen damit für circa 20-22 Minuten (laut Originalrezept; meine Muffins waren etwa 24 Minuten drin bis sie mir von der Farbgebung her zugesagt haben). Aus der Muffinform holen und auf ein Rost abkühlen lassen. Danach wird ggfs. die zweite Ladung gebacken (bei meiner 12er-Form sind z.B. zwei Backrutschen notwendig).



Zwar lassen sie sich vorm Essen etwas umständlich aus dem Papierförmchen pellen, schmecken tun die Muffins sehr sehr sehr gut. Auch nach 3-4 Tagen haben sie immer noch geschmeckt. Ab dem 4. Tag würde ich sie allerdings nur noch zum (in den Milchkaffee) Tunken nehmen, sonst sind sie eher zu trocken. Warm schmecken sie übrigens auch. Ich habe an den letzten beiden Samstagen jeweils so 20-22 Stück gebacken: Da hatten wir dann die ganze Woche lang Spaß dran.

Nachdem sie nach dem Originalrezept so leicht gelungen sind (in ca. 40 Minuten sind sie von A bis Z fertig!) und so toll geschmeckt haben, habe ich dann beim zweiten Mal angefangen zu experimentieren: Ich nahm also keine bittere O.-Marmelade sondern ganz normale Aprikosenkonfitüre (ist auch wesentlich preiswerter) wieder allerdings mit O-Saft. Das Ergebnis war auch sehr zufriedenstellend obwohl wir diese letzte Variante rein geschmacklich fast ein wenig fad fanden. Dafür waren im Muffin-Inneren wesentlich mehr Aprikosenstückchen und „Konfitüreinseln“ zu finden.

Nachbacken! Wirklich sehr empfehlenswert. Und das Rezept ist so schön idiotensicher (denn mal im Ernst: ich bin eine ziemlich lausige Bäckerin, ich kann nur Brote und selbst da stecke ich toooootal in den Kinderschuhen)...

(*).- Ich kriege ja dabei die Vermutung nicht ausm Kopp, dass besagte Dame ein „fake“ ist bzw. ein sehr gut ausgeklügelter Marketing-Gag. Was mich ja total irritiert. Nicht dass ich im Internet besonders viel Ehrlichkeit erwarten würde oder so... aber ich finde das Gegenteil dann doch irgendwie... unnötig? Naja, sind trotzdem fantastische Bilder da drüben, und das eine oder andere Rezept aus ihrem Repertoire landet bei mir auf fruchtbarem Nachkoch-Boden. Jeder, wie er es mag. Aber die dort eingeblendete McDonalds-Werbung finde ich dennoch... au weia...
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