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15.10.2009

Moi, myself und das Fräulein Süppchen

"Ich bin wieder da" - schrie sie... und sie schwang sich aufs Pferd und ritt eiligst davon.

Tja, wieder mal typisch. Kaum hatte ich das Ende meines sommerlichen "was-auch-immer-das-jetzt-schon-wieder-war"-Blog-Intermezzos verkündet bin ich in einen Flieger gestiegen (den 11.September im Flugzeug zu verbringen hat bei mir mittlerweile Tradition) und mit Koffer, Mann und Lektüre in Richtung "ferne Heimat" abgehauen.

Es gab schließlich etliche große Momente zu feiern im etwas überdimensionierten Kreise meiner Lieben. Zehn Tage lang gab es Hochzeiten und Geburtstage, und dies und das. Und viele Steine...





... und jede Menge „Pampa“. Mit Sonne. Und im Regen.




Es war eine tolle Reise, dahin wo alles begann...


...und mit Endstation beim besten Gastgeber der Welt...


Aber fast alle gute Dinge müssen irgendwann ein Ende haben. Und so sind wir nach zehn Tagen mit meiner werten Frau amatxo im Huckepack nach Berlin zurückgekehrt. Als sie auch nach zehn Tagen wieder abgereist ist, war es wieder mal soweit: Ich hatte das dringende Gefühl, irgendwas nur für uns beide machen zu wollen, etwas Schönes und, ähm, ja Leckeres halt... was sonst? Denn, hey, ich liiiieeeeeebeeeee meine Familie – aber drei Wochen „Urlaub mit Familie“ am Stück sind auch mir irgendwann zu viel. Also gab es am ersten Abend unserer heile wiederhergestellten trauten Zweisamkeit drei Gänge zum Abendessen:

1.Kartoffelsuppe mit Schnittlauch-Olivenöl
2.Pangasiusfilet en papillote mit Lauch & Kartoffeln und Apfel-Creme-Currysauce
3.Pfirsichtörtchen


Hmm, was soll ich sagen? Es gab definitiv Abende an denen meine Kochkünste Besseres vollbracht haben. Oder ich bin aber ein zu kritischer Perfektionist. War alles an und für sich lecker aber nicht so hundertprozentig stimmig, wie ich mir das vorgestellt hatte... Ich werde Euch noch in den nächsten Tagen vom Hauptgang erzählen und zum Dessert sicher auch noch ein Post schreiben – heute ist erstmal die wahre Entdeckung jenen Abends dran. Das Süppchen aus der Tasse. Diese „Kartoffelcremesuppe“, die ich aus einem Rezepte-Booklet der spanischen Zeitschrift TELVA (mal wieder) kopiert habe. Sanfter Kartoffelgeschmack mit einer würzigen Schnittlauchnote: Ich wusste sofort, das wird probiert!

Es war auch das erste Mal, dass ich Kartoffeln mit Milch statt mit Wasser oder Brühe gekocht habe. Eine Offenbarung, irgendwie. Sehr fein im Geschmack, weich-leicht-schön: Eine Suppe wie Angorawolle.


Zutaten (für 2-3 Portionen als Hauptgericht oder mehrere Vorspeisentassen):
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • ein paar EL Olivenöl
  • 2 mittlere Kartoffeln
  • 750 ml Milch
  • 50-75 ml Sahne (oder ein Klecks Crème Fraîche)
  • (Meer)Salz
für das Schnittlaucholivenöl:
  • eine Handvoll Schnittlauch, klein geschnitten
  • ein Schuss Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer

Wie es gemacht wird:

Die Kartoffeln schälen und würfeln. Die Frühlingszwiebel klein hacken und im Olivenöl andünsten. Die Kartoffelstückchen hinzufügen und kurz braten (dabei immer wieder umrühren damit nichts anbrennt oder Farbe annimmt). Etwas Meersalz in den Topf geben. Alles mit der Milch ablöschen und kochen bis die Kartoffeln gar sind (dauert 10-15 Min.).

Während die Suppe kocht das Öl zaubern: Schnittlauchröllchen und Olivenöl zusammen pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Suppe ebenso mit dem Stabmixer pürieren (und zwar so, dass sie ordentlich schäumt, sieht beim Servieren viel hübscher aus und die Suppe wird schön locker luftig). Danach die Sahne in die Suppe geben und bei Bedarf mit Salz abschmecken.

In Tassen servieren und direkt vor dem Verzerr mit Schnittlauch-Olivenöl beträufeln.

Ein ganz und gar fantastisches Süppchen.

Wir haben in dieser Küche sowieso ein Faible für gemüsige Cremesüppchen, Du auch? Dann solltest Du diese mal ausprobieren...

Zucchini-Cremesuppe
Mangold-Cremesuppe
Gepimpte Kartoffelsuppe


Fit für den Herbst mit Gemüsesuppe!


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09.09.2009

Zucchini-Cremesuppe



Langsam spürt man es, oder? Der Sommer geht, der Herbst kündigt sich leise an. Unter uns gesagt: Ich habe nichts, aber rein gar nichts, gegen den Herbst (wer mich kennt weiß: ich mag keine Hitze - und ja, trotzdem liebe ich den Sommer, paradox, schätze ich mal)... und dennoch hängt ein Hauch von Abschied in der Luft. Bergpfirsiche, Kirschen, Melonen, Aprikosen, Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren... snief... Aber auf unsere herbstlichen Eintopf- und Suppenorgien freue ich mich jetzt schon. Denn, hehehe, ich bin der perfekte Gegenentwurf von Mafalda*: I ♥ Suppe!!!

Die heutige Zucchini-Cremesuppe ist wieder einmal ein Rezept meiner „amatxo“, obwohl ich es hier und da mit ein paar Änderungen aufgepimpt habe... jetzt wo die Tage kürzer und die Abende spürbar kühler werden, ist so eine Suppe das Allerallerallertollste!

Zutaten (für ca. 4 ordentliche Teller):
  • ca. 400 g Zucchini
  • ca. 200-250 g Kartoffeln
  • 2 kl. Knoblauchzehen
  • etwas Rosmarin (gemahlen)
  • ein paar Pfefferkörner
  • ca. 600-650 ml leichte Gemüsebrühe
  • ein Schuss Weißwein (trocken)
  • 4 Sahne-Käse-Ecken (Schmelzkäse)
  • optional:ein Schuss Sahne
  • optional: je 1 EL Crème Fraîche pro Teller
  • Pfeffer, frisch gemahlen, nach Gusto
  • Olivenöl nach Gusto

Wie es gemacht wird:

Kartoffeln, Knoblauch und Zucchini schälen und würfeln. In einem Topf mit Olivenöl andünsten, gelegentlich umrühren. Nach ein paar Minuten mit Weißwein ablöschen und mit Brühe bedecken. Rosmarin und Pfefferkörner hinzufügen und alles bei mittlerer Hitze ca. 15 Minuten köcheln lassen.


Nach dem Kochen die gewürfelten Käse-Ecken in die Suppe geben und einrühren bis sie schmelzen. Alles mit dem Stabmixer pürieren und bei Bedarf mit etwas Sahne verfeinern, wenn nötig mit Salz abschmecken.

Ich tue da immer bei solchen Süppchen einen Klecks Crème Fraîche auf jeden Tellerboden bevor ich die Cremesuppe serviere. Oben drauf kommen zum Schluss noch eine gute Prise Pfeffer aus der Mühle und ein paar Spritzer Olivenöl (roh).

Dazu hausgemachtes Brot (Rezept hier) und eine Flasche Federweißer – was will man mehr?? Also ich, ick geb mich da vollkommen zufrieden mit.

Apropos Federweißer: Habe ich schon erwähnt wie sehr ich danach eigentlich süchtig bin? Noch ein Grund sich auf den Herbst so richtig zu freuen: Man kann heiße Süppchen essen ohne vor Hitze zu kollabieren, schwere trockene Rotweine machen wieder Spaß (siehe: Hitze → kollabieren) und es gibt wieder Federweißen. YAY!

*.- Wohlgemerkt ist Mafalda mir ansonsten stets ein Quell der Inspiration gewesen, meine Heldin, mein modisches Vorbild, mein Fels in der Brandung – obwohl ich, zugegebenermaßen, ein wenig reaktionärer geraten bin als sie...

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31.08.2009

Long time no see... – mit-Quark-Sauce

Hier ist es ungewöhnlich ruhig gewesen in letzter Zeit. Dabei war meine Abwesenheit vollkommen unfreiwillig. Ach was! Meine Abwesenheit war im Grunde genommen ja gar keine. Ich bin hier, ich koch mir nach wie vor 'n Wolf, ich backe wie ein Berserker. Und essen und trinken und lieben und schlafen tue ich auch immer noch. Nur verstummt bin ich irgendwo dazwischen – weil das Leben im Moment keine Pläne mit mir hat und ich mich so fühle als würde ich unter chronischem Schluckauf leiden: Dies und das in Dauerschleife. Ermüdend. Und ich blicke derzeit so oft in meinen eigenen Bauchnabel, dass mir davon schwindelig wird. Uargh.

Und wenn ich dann schon mal ausnahmsweise aus dem Looping heraus springe und wieder die Leichtigkeit probieren will, tja, dann tauchen distanzlose, anmaßende, dumme Menschen auf und sagen und tun dumme Dinge - zu mir und mit mir und um mich herum. Und ich ärgere mich, laufe grün und blau an, hyperventiliere, ersinne brutale Rachepläne, erkenne rechtzeitig die Albernheit darin und übe mich dann in erwachsenem Benehmen und in weiser Zurückhaltung – wenn man mich denn lässt, und ich schweige, bleibe ungerächt, langweile mich (und wohl hier und da auch alle anderen), denke unweigerlich zu viel. Viel zu viel. Viel. Zu. Viel.

Also: Nix Neues, oder doch oder was weiß ich. Ist ja auch egal. Was zählt: Jetzt, da der Sommer langsam aber sicher adieu sagt, nehm ich hier das Ruder wieder fest in die Hand. Verhungern werden wir alle nicht, Ihr Lieben...


Passend zur aktuellen „geh weg!“-Stimmung, heute mal Knoblauch (und ja, ich bin ein sehr sehr netter Mensch, wenn man mich denn lässt, wenn man mir eine andere Möglichkeit lässt, als pampig zu werden weil auch das zweite und dritte und vierte „Nein“ nichts bringen und wildfremde Menschen der Meinung sind, sie müssten deshalb vollkommen rücksichtslos an meinen Armgelenken zerren und drängeln bis ich nicht anders kann als an-Ort-und-Stelle Amok zu laufen, wodurch ich dann sowieso eh die Böse bin, ja danke auch, fuk-it, von mir aus auch kreuzweise, Süße).

Zutaten (für zwei)*:
  • 250 g Vollkornspaghetti
  • ausreichend Basilikumblätter
  • 1-2 Knoblauchzehen, je nach dem wie groß Eure Wut gerade so ist
  • 2-3 EL Sahne
  • ca. 100 g Quark (40% Fett)
  • eine Handvoll Pistazien
  • Salz
  • Pfeffer (weiß, gemahlen)
  • ein Schuss Olivenöl
  • ein wenig Grana Padano, gerieben

*.- unsere persönliche Variation von Ursula Summs „Spaghetti mit Basilikumsauce“, aus dem Buch „Mit Trennkost zum Wunschgewicht“ (Bassermann)

Wie es gemacht wird:

Die Spaghetti in Salzwasser kochen.

Währenddessen, Basilikumblätter zupfen und waschen und in ein hohes Gefäß geben. Knoblauch schälen und grob geschnitten dazu geben. Mit Quark, Sahne, Nüssen, Salz, Pfeffer und geriebenem Käse pürieren. Das relativ trockene Pesto mit einem Spritzer Olivenöl verfeinern und nochmals kurz pürieren.


Die Spaghetti abtropfen und mit dem Pesto zusammen servieren. Lästige Blutsauger – in welchem Gewand auch immer – nach dem Verzehr bei Bedarf anhauchen und anschließend endlich die Ruhe genießen.

Ich bin wieder da, „sowasvon“.

Und Ihr so?

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27.03.2009

Grünspargel-Risotto

Wir essen gern und relativ oft Risotto, überhaupt essen wir sehr viel Reis in allen erdenklichen Variationen. Das hat damit zu tun, dass wir Reis lieben... Also, zumindest ich tue das - und da unser Wochenessplan (ein ander Mal erzähle ich mehr darüber, wie hier geplant und eingekauft wird) ja größtenteils von mir entworfen wird, muss sich der Herr des Hauses dem beugen. Ich habe aber bisher auch eher den Eindruck, dass er ganz zufrieden ist mit dem, was ihm so Tag für Tag vorgesetzt wird...

Das ursprüngliche Rezept für dieses Risotto stammt aus einem Trennkost-Buch
von Ursula Summ. Jepp, Trennkost. Haben wir auf Wunsch des werten Herrn K. eine Zeit lang gemacht vor ein paar Jahren. Es ging da alles damit los, dass besagter Herr der Meinung war ich hätte ihn gemästet (ganz unrecht hatte er auch nicht, ehem). Und dann zog er eines Tages los und kam mit einem Trennkost-Buch unterm Arm zurück. Ja, dann...!

Ich persönlich finde die Theorien hinter der Trennkostdiät irgendwie... esoterisch. Alles Quatsch! Und dennoch hat es damals funktioniert, mit dem Abnehmen. Alles allerdings nur der Tatsache geschuldet dass man natürlich sofort anfängt, besser und gesünder zu essen, man reduziert die Fette auf ein Minimum und man steigt konsequent auf Vollkorn-Getreide (Natur-Reis, Vollkornnudeln, Vollkornmehl, etc.) um, man verwendet kaum Zucker, usw. Hat aber an sich mit der separaten Zunahme von Eiweiß und Kohlenhydraten recht wenig zu tun, glaube ich.

Wie dem auch sei: Unser Trennkost-Experiment hat uns trotzdem viel Gutes gebracht. Wir haben einiges umgestellt und angefangen weniger „deftig“ zu essen. Und wir haben sehr viele Rezepte und Produkte aus der Zeit lieb gewonnen und in unser alltägliches Repertoire aufgenommen: Vollkornnudeln zum Beispiel und auch das Rezept, auf dem dieses Risotto basiert...

Zutaten (das ist meine Interpretation, mit, ähm, üppigeren Mengen):
  • ca. 200 g Arborio-Reis
  • Gemüsebrühe (ca. 500 bis 750 ml)
  • 500 g Grünspargel
  • etwas Weißwein
  • 50 g (2 Scheiben) Butterkäse
  • 2 Frühlingszwiebeln (oder eine kl. Zwiebel)
  • Olivenöl
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Salz
  • Zucker
  • optional: Kräuter nach Laune

Wie es gemacht wird:

Die Enden der Spargeln abschneiden und die Stangen dann in ca. 3-4 cm. große Stücke schneiden. Wir kochen die Spargeln in einem Topf mit gesalzenem Wasser und einer Prise Zucker etwa 12-15 Minuten lang.

Während der Spargel kocht dünsten wir die klein gehackten Frühlingszwiebeln in einem Topf mit einem Schuss Olivenöl und geben den Reis dazu. Wenn der Reis glasig ist, mit Weißwein ablöschen und dabei rühren. Dann, wenn der Wein verdampft ist, nach und nach (kellenweise) die heiße Brühe hinzufügen, immer erst dann nachlegen wenn der Reis neue Flüssigkeit braucht, und immer brav ständig umrühren.

Kurz vor Schluss werden die abgetropften Spargelstücke untergerührt sowie 50 g Butterkäse (sehr fein geschnitten) und je nach Lust & Laune mit Pfeffer aus der Mühle abgeschmeckt oder mit Kräutern oder anderen Würzdingen. Wir nehmen den Topf von der Kochstelle und lassen ihn 2 Minuten zugedeckt ruhen. Dann wird serviert und z.B. mit gehackter Petersilie bestreut...

Dazu gab es am Mittwoch „Private Practice“ & vor allem „ER“, ein demokratisch geteiltes Beck's und leckeres selbstgebackenes Weißbrot* (das auf dem Bild wie ein unschöner Penis aussieht aber in echt viel besser geraten war...)...


*.- Für das Brot habe ich das Basic-Rezept von der einen Variante hier benutzt, nur Mehl, Wasser, Hefe, Salz...


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04.03.2009

Löffelweise Kindheit

Ich glaube, von allen Gemüsesorten ist mir Mangold am liebsten. Mangold ist mein George Clooney unter dem Grünzeugs. Soll heißen: Da bekomme ich beim Anblick einer Mangoldstaude sofort Hitzewallungen und mein Oral-Trakt fängt an, unkontrolliert zu sabbern.

Ich habe irgendwann mal irgendwo jemanden gehört, der sagte, Mangold sei ja „ein total langweiliges Gemüse“. Es sind solche Sätze, die mich in meinem Glauben bestätigen, dass es da draußen dann doch recht viele Idioten gibt. Tsss! Im Ernst: Wenn es um Mangold geht, da werde ich intolerant. Da versteh ich keinen Spaß, hey, da bin ich Gosse, und Aggro und so! Mangold ist das Gemüse meines Herzens, so fein und delikat.

Und er ist ein wahrer Allrounder! Man kann aus den Blättern und Strunken unzählige Traumgerichte kochen: Mangold schmeckt mit Frischkäse super zu Vollkornnudeln. Mangoldstiele mit leichter Béchamel und Serranoschinken finde ich ganz besonders lecker. Mit Mandelpaste zusammen wird Mangold einfach nur „geilomat!“. Die Strunke lassen sich mit Allerlei füllen und panieren. Aus den Blättern kann man Rouladen (mit Fisch, au jaaaa!, oder Fleisch) oder gefüllte Päckchen zaubern. Man Kann daraus Creme-Suppe oder Püree machen. Und Quiches oder Tarten. Und Mangoldgratin. Und und und und und...

Was denn daran langweilig sein soll weiß ich auch nicht. Pfff... Und gesund ist Mangold auch noch: Er ist besonders reich an Vitaminen (hauptsächlich C und A), Eisen, Calcium, Kalium, Folsäure - alles wichtige Nährstoffe - und das bei einem winzigen Kaloriengehalt.

Ich liebe Mangold also. So viel ist mittlerweile schon klar. Tja, und, bei bei aller Raffinese... wollt Ihr wissen, wie ich meinen Mangold am liebsten mag? (Fast) Ohne alles!


Mangoldgemüse mit Kartoffeln – das ist für mich wie löffelweise Kindheit zu futtern. Hat meine „amatxo“ immer für mich gemacht, macht sie heute noch. Und ich habe immer das Gemüse gegessen und dann ein Baguette in die Hand genommen und das Kochwasser damit getunkt, mache ich heute noch.


Zutaten (um 2 glücklich zu machen):

  • etwa die Hälfte einer ordentlichen Mangoldstaude (mit der anderen Hälfte kocht Ihr etwas anderes)
  • ca. 4-5 mittelgroße Kartoffeln, geschält und grob in Stückchen geschnitten
  • Wasser
  • Olivenöl
  • Salz
  • 1 Knoblauchzehe

Wie es gemacht wird:

Vorneweg: Bei Mangold sind die Frische und Qualität der Pflanze immens wichtig. Finger weg von Mangoldpflanzen die nicht super knackig aussehen und intakte Grünblätter und Stiele haben! Ich hatte diesmal wieder einen Mangold vom Gemüse-Vietnamesen meines Vertrauens, der wahrlich ein Ausstellungsstück war. Top!
Wir waschen & putzen das Gemüse gewissenhaft. An sich entsteht beim Mangoldputzen in der Regel so gut wie gar kein Abfall: Von den Enden der Stiele/Strunke nur soviel entfernen wie nötig ist um die einzelne Stiele von der Staude abzutrennen (quasi die härteren Stielansätze). Bei den Blättern schneiden wir nur dann etwas weg, wenn es irgendwo bräunliche Stellen gibt. Ich ziehe meist von den Stielen die Fäden ab (ähnlich wie Ihr es bei Staudensellerie machen würdet), obwohl es natürlich auch ohne diesen Schritt geht.

Die Grünblätter werden in feinen Streifen geschnitten, die Stiele in Stücke (ca. 3 – 4 cm. Lang).

In einem großen Topf erhitzen wir etwas Olivenöl und geben die Mangoldstiele hinzu. Wir dünsten sie ein/zwei Minuten lang (unten Wenden, damit sie nicht anbrennen) und geben nach dieser Zeit etwas Wasser und die Kartoffelstücke dazu. Wir lassen beides so etwa 5 Minuten lang köcheln bevor wir die Mangoldblätter zugeben. Jetzt bedecken wir das Gemüse mit Wasser und geben das Salz dazu und eine Knoblauchzehe (geschält und nur grob mit der Hand zerdrückt). Es soll noch ca. weitere 10-15 Minuten bei kleiner Flamme kochen bis alle Zutaten zartweich sind.

Wir servieren den Mangold und die Kartoffeln ohne bei der Zugabe vom Kochwasser zu sparen (OK, von mir aus nennen wir es Suppe). Wir begießen das auf dem Teller ruhende Gemüse mit einem letzten Schuss (gutes!) Olivenöl (roh!).

Und dann: Einen Löffel davon in den Mund nehmen. Und noch einen, und noch einen und... Seufzen. Grinsen. Glücklich sein. Und wenn auf dem Teller nur noch Kochwasser übrig ist: Baguettestückchen darin einweichen und löffelweise wegessen, bis die ganze Flüssigkeit aufgesogen/getunkt worden ist. Abrakadabra und Simsalabim! Und leer ist der Teller!



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17.02.2009

Pisto à la Nata...

Nachdem ich in den letzten Wochen einer Menge Heißhunger-Launen hinterher gekocht habe (jaja, Trauerarbeit à la Nata), wird es allmählich wieder mal Zeit für allabendliche bodenständige Einfachheit.

Mein innerlicher Schrei nach "simple-food" könnte aber auch nur die vorübergehende Nachwehe zum "V wie Vernasch´mich!"-Menü sein, das ich uns am Samstag exklusiv gebastelt habe (es gab selbst-gebackene Baguettes, hausgemachte Tomatenmarmelade, eine famose Pilz-Cremesuppe und traumhaftes rosa-gebratenes Rinderfilet in einem Orangensaft-Honig-Pfeffer-Bad... mmm, verwöhne ich den Herrn des Hauses eigentlich zu sehr??).

Wie dem auch sei: Der Essensplan für diese Woche sieht Einfaches vor, viel Gemüse, viel Fisch, Reste verwerten, kein Gedöns. Versprochen. Großes Indianerehrenwort...

Und so gab es am Montagabend, neben Schnee & nem angeknacksten Knöchel, ein Pisto à la Nata. Pisto ist eine spanische mehr-oder-weniger-Variante von der französischen Ratatouille: Quasi ein Gemüseeintopf bei dem alles zum Einsatz kommen kann, was man so in der Küche liegen hat... So ein Pisto ist preiswert ohne Ende, lecker ohne Ende und einfach ohne Ende - comfort food at its best!

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Zutaten (ergibt 4 gut gefüllte Teller):

  • 1 kleine Aubergine
  • 1 Zucchini
  • ca. 150 g Pilze (Champignons oder andere Pilzsorten)
  • 1 Stange Lauch
  • 1/2 Glas Weißwein
  • 3-4 mittelgroße Kartoffeln
  • 1/4 Glas passierte Tomaten
  • Pfeffer
  • Paprikapulver (edelsüß)
  • optional: ca. 1 TL geriebene Orangenschale (oder Zitronenschale)
  • Kräuter nach Gusto (Majoran, Rosmarin, Thymian, Petersilie, Oregano...)
  • Olivenöl
  • 1´5 EL Butter
  • 2 Frühlingszwiebeln oder 1 kleine Schalotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • etwas Wasser oder Gemüsebrühe (ca. 150-200 ml)
Wie es gemacht wird:

Wir schälen die Kartoffeln und schneiden sie in kleine Würfel. Das restliche Gemüse (Lauch, Aubergine, Zucchini und Pilze) wird gewaschen und ebenso gewürfelt, Zwiebel und Knoblauch klein gehackt.

In einer großen Pfanne erhitzen wir die Butter mit ein wenig Olivenöl und dünsten dort Knoblauch, Zwiebel und Lauch ein paar Minuten lang, ohne das sie Farbe annehmen (wenn nötig, gelegentlich umrühren). Wir fügen das Gemüse und den Weißwein hinzu und lassen es ein paar Minuten vor sich hin köcheln, bis der Wein größtenteils verdampft ist. Dann gießen wir die heiße Brühe dazu und bestreuen das Gemüse mit Kräutern - ich habe gestern etwas Majoran benutzt sowie Rosmarin (ganz wenig, da er sehr geschmacksintensiv ist und sonst alles andere übertüncht) und Thymian.


Anschließend geben wir die passierten Tomaten in die Pfanne und würzen mit Paprikapulver. Mal ein Trick: Wenn man dieses Gericht auch mit geriebener Zitronen-Schale würzt schmeckt es sehr schön frisch. Ich persönlich mag es auch ganz gerne, wenn statt der Zitrone Orangenabrieb in die Pfanne kommt. Da ist der Hui!-Effekt beim Essen garantiert.

Wir kochen das Gemüse bis alle Zutaten gar (aber noch schön bissfest) sind, dies dürfte in ca. 15-20 Minuten der Fall sein, je nachdem wie viel Power euer Herd so hat...

Und dann wird mit Pfeffer aus der Mühle ein letztes Mal abgeschmeckt, serviert und gegessen.

Man kann für dieses Gericht auch wunderbar Paprikaschoten oder Tomaten benutzen, fügt man gebratenes Hühnchen- oder Putenfleisch hinzu ist dieses Abendessen auch nicht mehr zu toppen... Ansonsten passen dazu auch Spiegeleier oder Rührei.

Und wie so ziemlich alles, was ein wenig „Eintopf-Charakter“ hat, schmeckt dieses Pisto am nächsten Tag noch besser. Einfach aufwärmen, Baguette und Gabel in die Hände nehmen und... Attacke!


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