31.07.2009

Der legendäre Langostino-Salat von meinem Schwager Daniel (und Sommerbrote galore)



“Salatwoche, Baby!” - so hieß bei uns das Motto, sobald es wärmer wurde. Nun gut, dass die Temperaturen zwischendurch ein paar Mal in den Keller gegangen sind, hat uns tatsächlich ein bisschen den Strich durch die Rechnung gemacht... aber im Moment verdient der Sommer wieder halbwegs seinen Namen und das bringt mich auch zum ursprünglichen Plan zurück, Euch von dem legendären Langostino-Salat meines Schwagers zu erzählen. Denn: Ha, ist der lecker!

Mein Schwager Daniel ist ein lustiger Andalusier (d.h.: neben meinem teutonischen Manne ist er so etwas wie der offizielle Außerirdische unseres nordspanischen Clans) - irgendwie ist er jedenfalls auf seine schräge und Coolness-befreite Art doch die coolste Sau des Jahrhunderts... unter anderem, hihi, weil er meine völlig verrückte durchaus impulsive kleine Schwester seit 10 Jahren mit Zen-artiger Ruhe erträgt. Und spätestens seit er diesen Salat zum ersten Mal für mich gekocht hat bin ich sowieso sein größter Fan.

Wenn Ihr jetzt seht, wie dieser arg so legendäre Salat zubereitet wird, haltet Ihr mich vielleicht dann für bekloppt. Ist ja eine total banale Angelegenheit, das Ganze.

Schmeckt. Aber. So. Gut. Kinder.

Echt jetzt...


Zutaten (für etwa 2-4 Portionen, je nach Appetit):

  • 1x Apfel (Golden Delicious)
  • 2x Kiwi gold
  • optional: ein paar Surimi-Stäbchen
  • Eisbergsalat oder gemischte Salatblätter (wir nehmen eine abgepackte Mischung mit: Endivien, Frisée, Raddichio)
  • ca. 250-400 g Riesengarnelen, Kaisergranate (für die noch edlere Variante) oder ähnliches Getier

für die Sauce:
  • ca. 125 ml Sonnenblumenöl
  • 1 Ei
  • Salz
  • Pfeffer
  • ein Spritzer Zitronensaft
  • 1 TL Senf
  • 1 EL Ketchup (ersetzbar auch durch Tomatenmark)
  • 1 Spritzer Tabasco (oder Sweet-Chili-Sauce)
  • 1 EL Whisky (oder Weinbrand)


Wie es gemacht wird:

Die rohen Langostinos ungeschält in Salzwasser mit einem Spritzer Zitronensaft kochen (normalerweise reichen je nach Größe ca. 4-5 Minuten vollkommen). Von der Kochstelle nehmen und zum Abkühlen in Eiswasser tauchen.

Die Kiwis schälen und in mundgerechte Stücke schneiden und in eine große Salatschüssel geben. Der Apfel kommt ungeschält (aber entkernt) ebenso zerstückelt in die Schüssel. Gleiches gilt auch für die klein geschnittenen Surimistäbchen und die Salatblätter.





Die Langostinos schälen und ganz zu den weiteren Salatzutaten geben.

Für die Sauce wird erst mit dem Stabmixer eine Mayonnaise gemixt: Mit Öl, Ei, Salz und Pfeffer und einer Prise Zitrone.

Später mischen wir die weiteren Zutaten unter die Mayo: Senf, Ketchup (oder Tomatenmark, dann ggfs. auch eine Messerspitze Zucker hinzufügen), Tabasco oder Sweet-Chili-Sauce und einen Esslöffel Whisky/Weinbrand (ginge sicherlich auch mit Cognac). Zu guter Letzt ordentlich mit Pfeffer aus der Mühle abschmecken und über den Salat gießen. Alle Salatkomponenten gut mit der Sauce vermischen und sofort essen.

Ein Gericht, welches wahnsinnig schnell auf den Tisch gezaubert ist und wunderbar sommerlich schmeckt. Außerdem: eine volle Ladung Vitamine & Proteine... was will man da mehr?

Dazu passt selbst-gemachtes Brot hervorragend – die Variante, die ich zurzeit fast täglich backe, angelehnt an den berühmten „no-knead bread“ der NYT: ca. 230 g Mehl (Type 550), ein halbes Tütchen Trockenhefe, ein TL (ich benutze meinen amerikanischen „teaspoon“) Salz und ca. 170-180 ml (lau)warmes Wasser mit einem Rührgerät vermischen und in einer mit Öl bestrichenen Schüssel mit Frischhaltefolie zugedeckt ca. 4-5 Stunden gehen lassen. Den sehr klebrigen und luftigen Teig auf eine bemehlte Fläche stürzen und vorsichtig zu einer Kugel formen, ohne zu kneten. Ein zweites Mal gehen lassen (ca. 30-60 Minuten). Den Backofen auf 200 Grad vorheizen, dabei eine Auflaufform (oder ein Bräter) mit im Ofen heiß werden lassen. Am Ende der zweiten Gärung die Teigkugel in die Auflaufform gleiten lassen und im Backofen ca. 30-45 Minuten lang ausbacken bis es goldbraun ist. Das fertige Brot Mindestens 30 Minuten (besser 45) abkühlen lassen vor dem Einschneiden.







Ich bin mit meinen Broten momentan mehr als zufrieden. Und den Salat liebe ich eh inbrünstig.

So schlecht ist dieser Sommer bisher also doch gar nicht, oder? (trotz allem)...

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09.07.2009

Sommer aufm Balkon



Die Sommerzeit ist zauberhaft, nicht wahr? Im Grunde genommen sind alle vier Jahreszeiten magisch, klar... aber der Sommer als „Idee“, als quasi Gedanke, der toppt doch alles. Der Sommer ist für mich die Jahreszeit der Kindheit. Diese, die sich für immer in mein Gedächtnis eingraviert hat mit all ihren Gerüchen und Abenteuern.

Bei Sommer denke ich ans Schwimmen, an Pfirsichen und Kirschen und Honigmelonen. Ich denke an Sonnencreme mit Kokosnussgeruch und an Eidechsen und an Salz auf der Haut. Ich denke daran, wie ich als Kind die Tage im Freibad und die Abende auf unserer Terrasse verbracht habe, ich denke an die Erdbeermarmelade meiner Mutter und ans Brombeeren-Sammeln, an Familienpicknicks in den Bergen, Dreck an den Klamotten, aufgeschürfte Schienbeine und das vollkommene Glücksgefühl dass man bei totaler Schwimmbad-Erschöpfung empfindet.

Diesen Zauber der Kindheitssommertage vermisse ich in diesem Jahr irgendwie ganz besonders. Vielleicht hat es mit dem Tod meines Vaters zu tun. Oder vielleicht werde ich nur langsam alt genug um mich nach der Idylle der Vergangenheit zu sehnen. Wer weiß...

Auf jeden Fall habe ich mir vorgenommen, aus diesem Sommer soweit wie möglich einen Zaubersommer zu machen – ganz egal, was das Wetter für Kapriolen macht, wie frustrierend oder ermüdend der Alltag, wie weit Berlin von meinem Meer doch ist...

Und weil frau ja irgendwo anfangen muss, bei der Jagd nach dem ultimativen Zaubersommer, habe ich schon mal das Dinieren auf den Balkon (unser Paradies auf zweieinhalb Quadratmetern) verlegt. Ich habe die Biermenge in unserer Wocheneinkaufsliste einfach mal vervierfacht (kein Alkohol ist auch keine Lösung) und koche nur noch fantastisch-sommerliche Dinge: Salate, Garnelencrêpes, Fischterrinen und Gemüsetartelettes...

Das Schöne an letzteren ist ja: Sie schmecken kalt noch besser als warm (und lassen sich somit wunderbar im Voraus vorbereiten), sind recht schnell gemacht und eine grandiose Methode, Gemüsereste aufzubrauchen. In der Variante auf dem Bild waren die Törtchen mit Aubergine, Zucchini, Champignons und getrockneten Tomaten gefüllt. Genauso gut schmecken sie aber mit irgendeinem anderen beliebigen Gemüse, mit Anchovis, mit Walnüssen/Pinienkernen, etc...

Mit einem kühlen Bier (oder mit leckerem Weißwein wie dem hier oder dem hier, diesem hier oder diesem anderen hier – Olé, mein Lokalpatriotismus, hahaha...) und einem Salat dazu: Voilá, fertig ist das perfekte Balkonessen.

Zutaten:
  • 200 g Mehl (Type 405)
  • 100 g Weizenvollkornmehl
  • 125 ml Sonnenblumenöl
  • 125 ml lauwarmes Wasser
  • 1 TL Backpulver
  • etwa 1 kl. Aubergine
  • ca. ½ Zucchini
  • eine Handvoll Champignons
  • eine Handvoll getrocknete Tomaten (oder 4-5 Cherry-Tomaten)
  • ein paar Blätter Basilikum
  • etwas Grana Padano, frisch gerieben
  • 1 Packung Mozzarella (125 g)
  • 200 ml Sahne
  • 1 Ei
  • 2-3 EL Frischkäse
  • Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer


Wie es gemacht wird:

Dieses Teig-Rezept benutze ich neuerdings ziemlich oft: Es lässt sich schnell zubereiten, verträgt sich gut mit der Tiefkühle und schmeckt toll. Ursprünglich stammt es aus dem Mälzerschen „Kochbuch“, aus dem ich öfters mal nachkoche – nur dass ich das „normale“ Mehl, je nach Tageslaune zu 1/3 oder gar zur Hälfte durch Vollkornmehl ersetze.

So geben wir also für den Teig das Öl und das lauwarme Wasser in eine Schüssel, fügen Mehl (Type 405 und Vollkornweizenmehl kombiniert) und Backpulver hinzu und kneten alles zu einem geschmeidigen Teig (ich benutze die Küchenmaschine, geht sicherlich aber auch super-easy per Hand). Mit einem Tuch bedeckt packen wir den Teig beiseite und lassen ihn 30 Minuten lang ruhen.

In dieser Zeit putzen und schneiden wir das Gemüse. Ich benutze dabei sowohl die Aubergine als auch die Zucchini ungeschält, das ist allerdings, wie so vieles – ich weiß – Geschmackssache. Champignons, Aubergine und Zucchini werden klein gewürfelt. Die Tomaten werden, wenn sie frisch sind, in dünne Scheiben geschnitten - sind es getrocknete, schneide ich sie in Streifchen genauso wie auch die Basilikumblätter...

In einer Pfanne mit wenig heißem Olivenöl braten wir das Gemüse (mit Ausnahme der Tomaten) bei mittlerer Hitze ein paar Minuten lang (es soll noch knackig sein). Wir nehmen es dann heraus und reservieren.

In einem Stabmixerbehälter mischen wir nun die Mozzarella (klein zerstückelt) mit der Sahne, dem Ei und ein wenig Frischkäse und pürieren mit dem Stabmixer. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Auf einer bemehlten Fläche rollen wir den Teig dünn aus und schneiden mit einem Teigrädchen Kreise in ausreichender Größe um unsere Tartelette-Förmchen damit auszulegen: Ich benutze für die individuellen Törtchen Ramekins mit 13 cm. Durchmesser oder eben Tarteletteförmchen (mit herausnehmbarem Boden) mit 9 cm. Durchmesser. Mit den hier angegebenen Mengen mache ich je vier Törtchen à 13 cm. und vier à 9 cm., es dürfte auch vollkommen ausreichen für eine große Tarte mit ca. 28-30 cm. Durchmesser...







Die Förmchen mit Butter auspinseln und mit den Teigplatten auslegen, je nach Bedarf mit Teigstreifen ca. 2 Finger hohe Seitenwände für die Förmchen bilden (Randübergänge gut andrücken).

Das Gemüse mit der Käse-Ei-Sahne-Mischung vermischen und die Teigformen damit füllen. Mit Tomatenscheiben oder -streifen und Basilikum dekorieren und mit geriebenem Grana Padano bestreuen.

Im vorgeheizten Backofen (200 Grad) ca. 15-20 Minuten backen, bis der Teig und die Füllung schön golden aussehen.

Entweder lauwarm oder kalt genießen. Ich persönlich finde, dass diese herzhaften Tartelettes kalt am Besten schmecken.

Eventuell vorhandene Teigreste kann man roh gut 1-2 Tage im Kühlschrank aufbewahren (länger habe ich es noch nicht versucht) oder eben einfrieren bis zur nächsten Nutzung.

Noch mehr Sommer gefällig? Dann hört Euch den Sommer mal an...



und schaut ihn Euch mal genauer an: 100 Gründe um den Sommer zu lieben! (entdeckt bei kireei.com)




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02.07.2009

Pilzschmarrn (obwohl, eigentlich...)



Eigentlich wollte ich direkt nach meiner Rückkehr aus Spanien (ja, ich war gerade in Spanien und habe den Clan mit meiner Anwesenheit beglückt) hier mit ganz anderen Geschichten wieder loslegen.

Zum Beispiel wollte ich, in einem noch nie da gewesenen Anfall vom Lokalpatriotismus, einen umfassenden Beitrag darüber schreiben, wo man in Pamplona für mehr oder weniger Geld fantastisch essen und trinken kann, wo die besten Pintxos zu bekommen sind, welche Weine man dort kaufen soll, und so weiter und so fort... Für den Fall, dass einer von Euch sich mal aus welchem Grund auch immer dorthin verirrt. Und dann wollte ich Euch natürlich von dem legendären Langostino-Salat meines Schwagers Daniel erzählen, den ich so sehr liebe, dass er mir phasenweise den Schlaf raubt (also, ich meine den Salat, nicht den Schwager, den ich im Übrigen auch sehr liebe aber anders halt, nicht so wie man Salate liebt und auch nicht so wie, naja, ihr wisst schon...).

Aber dann stellte ich fest, dass 90% der während meiner Spanienwoche entstandenen relevanten Bilder sich in den Speicherkarten etlicher Familienmitgliedern befinden, die gerade irgendwo in sehr südlichen Gefilden Strandurlaub o.ä. machen. Also ist erstmal Geduld angesagt.

Statt Restaurants & Langostinos heute deshalb weniger "Spanisches". Schmarrn. Mit Pilzen. Liebe ich. Gab es zuhause zum Essen am Abend vor meinem Abflug...

Pilze gehören zu den Dingen die bei uns nie nie nie im Einkaufswagen fehlen dürfen. Wenn es eine Wiedergeburt wirklich gibt, was ich eigentlich nicht glaube, aber wer weiß denn schon, dann werde ich im nächsten Leben womöglich Champignon. Oder Kräuterseitling. Oder ein pfiffiger Pfifferling.

Das Rezept stammt aus dem Kochbuch „Kochbuch“ (ha! wie drollig!) von Tim Mälzer. Ein tolles Buch dass der liebe Herr K. mir vor anderthalb Jahren zu Weihnachten geschenkt hat und aus dem ich schon ziemlich viele sehr leckere Dinge gekocht habe seitdem. Dieser Pilzschmarrn aus Seite 53 und die Tortiglioni aus Seite 253 sind bei uns mittlerweile Klassiker. Und das ist gut so.

Zutaten (soll vier satt machen – hier wird es zu zweit verputzt):
  • ca. 400-500 g gemischte Pilze (Champignons, Kräuterseitlinge, Pfifferlinge, etc... - oder, wenn alle Stricke reißen, nur eine Sorte davon)
  • 4 Eier
  • 150 g Mehl
  • 150 ml Milch
  • 4 EL Sahne
  • etwas Salz
  • Puderzucker
  • etwas Butter
  • 1 Becher Crème fraîche
  • Schnittlauch, geschnitten
  • Zitronensaft
  • Pfeffer


Wie es gemacht wird:

Backofen vorheizen (180º C).

Pilze grob in Stücke schneiden. Die Eier trennen. In einer Schüssel rühren wir mit dem Schneebesen das Mehl, die Milch und die Sahne bis eine glatte Masse entsteht. Die vorhin abgetrennten Eigelbe rühren wir in den Teig ein. Die Eiweiße werden in einer separaten Schüssel mit je einer Prise Salz und Puderzucker steif schlagen (nun gut, bei mir schlägt die Bosch – uhm, wie ich meine Küchenmaschine liebe!).

Nun wird etwa 1/3 des Eiweißes ebenso in den Teig gerührt, der Rest wird vorsichtig in diesen untergehoben (damit der Teig schön locker-luftig wird).

In einer Pfanne mit etwas Butter werden die Pilzstücke kräftig angebraten (ca. 5 Minuten): Wenn Ihr eine Pfanne besitzt, die in den Backofen geschoben werden kann (keine Plastik-Griffe o.ä.), nehmt Ihr dafür genau diese Pfanne. Nach dem Braten, den Teig über die Pilze gießen und die Pfanne in den Ofen schieben. 10-15 Minuten lang backen. Wenn Ihr keine Pfanne habt, die den Backofen überlebt, so sollen die Pilze nach dem Braten in eine Auflaufform umziehen und erst dann mit Teig begossen und gebacken werden...

In der Zwischenzeit wird die Sauce vorbereitet: Crème fraîche mit den Schittlauchröllchen verrühren und mit einem Spritzer Zitronensaft, Salz & Pfeffer nach gusto abschmecken.

Wenn er durch ist, den Schmarrn aus dem Ofen holen und erneut auf den Herd stellen (entweder in der Ofen-resistenten Pfanne oder, nach einem erneuten Umzug, in der Pilzbratpfanne von vorhin). Bei kleiner Flamme, „brechen“ wir Hilfe von Holzlöffeln den Schmarrn in grobe Stücke. Ein wenig Butter in die Pfanne geben und das Ganze mit Puderzucker bestäuben (dadurch karamellisiert der Schmarrn - ich geize mit dem Puderzucker auch nicht, ich habe gelernt, dass wir diese süße Note in Verbindung mit den Pilzen und der Schnittlauch-Crème-Fraîche-Sauce ganz wunderbar finden), den Pilzschmarrn dabei immer wieder wenden.

Zum Servieren wir der Schmarrn mit der Sauce überzogen.

Ich persönlich finde: Ein Traum. Das ist gut. Richtig gut. Au, jaaa...

Na, Ihr kriegt trotzdem ein paar Impressionen meiner Heimatreise. Es gab tolle Wolken, tolle Farben, tollen Wein und tolle Babys. Also lauter Dinge, die glücklich machen. So wie meine Berliner Balkon-Geranien mich auch zurzeit sehr glücklich machen.


















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12.06.2009

Drei Farben: Abendessen



Ja ja, bei aller Liebe für Popcorn-Kino... auch ich sehe mal Filme mit intellektuellem Touch, jaaaa... Ich habe sogar einmal ein ganzes Kurzessay über Zufall & Kausalität in Kieślowskis "Rot" verfasst, dafür habe ich mir den Film an einem Tag fünf Mal am Stück angeschaut. Ähm, ja, ich langweile mich selbst gerade auch zum Tode mit diesen Ausführungen - und ja, mir ist auch klar dass ich hier die ganze Zeit nur Selbstgespräche führe... hallt es im Internet-Nirvana eigentlich auch? E-chooo-e-ch-o-o-o-o... tja...

Worauf ich hinaus wollte, ursprünglich: Ich mag buntes Essen, Ihr doch auch, oder?

Unser Abendessen am Montag war bunt, dreifarbig sogar, und sehr lecker...


Zutaten (es aßen zwei haltlose Menschen davon):
  • 300 g Hähnchenbrust
  • 1 Dose Pizzatomaten
  • ein paar Frühlingszwiebeln oder eine halbe Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • ein Stückchen Ingwer, gerieben
  • 1 Naturjoghurt
  • Olivenöl oder Butter, je nach Vorliebe
  • Sahne
  • Kreuzkümmel, gemahlen
  • Koriander (Samen), gemahlen
  • Garam Masala (eine indische Gewürzmischung)
  • Koriandergrün oder Petersilie
  • Kurkuma, gemahlen
  • Basmatireis
  • Salz
  • Zucker
  • leichte Hühnerbrühe (um den Reis zu kochen)
  • ca. 100 g TK-Spinat
  • optional: Chiliflocken o.ä.
  • optional: Cayennepfeffer
  • andere Zutaten, die man nehmen könnte: Apfel (gerieben oder gewürfelt), gemahlene Mandeln, Kokosmilch, Erbsen (statt Spinat), Karotten, etc...

*.- Das Rezept habe ich leicht abgeändert nach dieser Version, aber es gibt zig Tausend andere „Tikka Masala“-Variationen da draußen...

Wie es gemacht wird:

1. Hähnchen marinieren – dafür mit Salz, Kreuzkümmel und gemahlenem Koriander bestreuen und mit Joghurt „bepinseln“. Mit Frischhaltefolie bedecken und für mind. 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.

2.Das marinierte Fleisch im Backofen von beiden Seiten grillen oder in einer Pfanne mit wenig Öl scharf anbraten bis es unwiderstehlich goldbraun aussieht. Herausnehmen & reservieren.

3.Den Reis kochen, wie immer (mit Hühnerbrühe), allerdings diesmal mit Zugabe von etwas Kurkuma (Bereicherung in puncto Aroma UND knallige Gelbtönung). Kurz vor Ende der Garzeit den aufgetauten Spinat hinzufügen.

4.Während der Reis kocht: Kleingehackte (Frühlings)Zwiebeln in Olivenöl anschwitzen, dann gehackten Knoblauch hinzufügen sowie frisch geriebenen Ingwer. Flamme reduzieren, mit Salz abschmecken und ein paar Löffelchen Garam Masala in die Pfanne hauen.

Notiz: Wer im Supermarkt kein Garam-Masala findet, der schaut bitte im Asialaden o.ä. - alternativ kann man auch irgendeine ähnliche indisch-angehauchte Gewürzmischung besorgen (auf die Zutaten achten – Achtung: bei dieser Variante ggfs. Salz beim Kochen weglassen falls die gekaufte Mischung schon mit Salz vermengt ist, was oft der Fall ist).

Wer auch nix ähnliches findet, der mischt sich bitte sein eigenes Garam-Masala-PdgL (=Potpourri der guten Laune). Nach den Angaben auf dem Rezept bei Pioneer Woman braucht man dafür: 1 EL Koriandersamen (gemahlen), 1 EL Kreuzkümmel (gemahlen), 1 EL Schwarzpfeffer (auch gem.), 1 EL Cayennepfeffer, 1 EL Fenchelsamen (gemahlen/zerstoßen/whatever), 1 EL Ingwer (gerieben), 1 EL Kardamom (ja, auch), 1 EL Muskatnuss, und 1 TL (!) Nelke (auch gemahlen)...

5.Pfanneninhalt gut vermischen und eine Dose Pizzatomaten darüber gießen. Erneut durch rühren, etwas Zucker hinzufügen und bei mittlerer Hitze ein paar Minuten vor sich hin köcheln lassen.

6.Nachdem die Sauce Zeit hatte, ein wenig zu verdicken, geben wir die Reste vom Joghurt mit Sahne vermischt (Menge gesamt ca. 1 Glas) in die Pfanne und rühren dies ein. Wahlweise mit Cayennepfeffer aufwerten, oder auch nicht.

7.Das Hähnchen (ja, erinnert sich noch wer an Punkt 1??) würfeln und zu der Sauce geben. Koriandergrün oder Petersilie hinterher. Umrühren.

8.Servieren: Erst die Reis-Spinat-Kombo, dann die Hähnchensauce oben druff.

Wahnsinnig lecker, das Ganze. Schön bunt, schön kontundent, schön würzig. Ah, und wie ich den Geruch all dieser Gewürze liebe!!!

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08.06.2009

Hausgemachte Nudeln zweierlei

Irgendwie fliegt mir 2009 mit Überschallgeschwindigkeit davon... Sechs ganze Monate sollen es bald sein und ich bin meinen Zielen für dieses Jahr, so scheint's mir zumindest, noch kein bisschen näher gerückt. Welche Ziele? Ja, nichts besonders, halt solche die man sich an langweiligen Sonntagnachmittagen so fürs eigene Leben ausdenkt: mit spaßiger Kreativ-Arbeit reich werden, irgendwie doch ohne Chirurgie das Aussehen von Cate Blanchett bekommen, mir eine überdimensionierte Küche mit Jugendstil-Villa drumherum in Lichterfelde-West unter die Nägel reißen (okay, Bauhaus aufm Fichtenberg täte es auch...) und wie auch immer irgendwoher ein paar hübsche und schlaue Kinder in mein Leben herbeizaubern, die bitteschön nicht meine Zwangsneurosen vererben sollten sondern die Augen-Nase-Partie und protestantische Nüchternheit des Herrn des Hauses.

Tja... aber... die Zeit, die ist zu knapp bemessen an diesen Tagen. Neulich haben wir unsere nagelneue Pastamaschine eingeweiht und da fiel mir auf, dass ich sie eigentlich bereits im Februar gekauft hatte. Und ich habe plötzlich gemerkt, dass der Sommer eh schon direkt vor der Tür steht. Ich finde das schreckend. Und schreckend und unverzeihlich finde ich auch, dass wir besagte Nudelmaschine tatsächlich vier Monate lang in die Speisekammer haben schmollen lassen... denn das Ding macht soooo Spaß! Ich bin begeistert und halte jetzt Pasta-Machen für mein neues Zen, so schön meditativ datt Janze, ey...

Zwei Rezepte haben wir probiert bisher und, bevor jetzt einer meckert, dass nicht jeder zuhause eine Pastamaschine stehen hat... ja, es geht auch ohne...



Tagliatelle à la einfach*

Zutaten (für 2-3 Personen):


  • 125 g Mehl
  • 125 g Hartweizengrieß
  • 2 ganze Eier
  • 1 Eigelb
  • Butter
  • Gemüsebrühe
  • frisches Basilikum o.ä.
  • frisch geriebener Grana Padano o.ä.
  • gehackte Pistazien
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Chiliflocken
  • Salz


*.- adaptiert nach einem Rezept das ich neulich beim Sonntagsbrunch aus dem im Hintergrund laufenden Fernseher aufgeschnappt habe... ich glaube es war eine Spiegel-TV-Reportage mit irgendwelchen berühmten Köchen, keine Ahnung...

Wie es gemacht wird:


Mehl und Grieß in eine Schüssel geben und gut vermischen. Eine Mulde in die Mehlmitte drücken und Eier sowie Eigelb in die Mulde geben. Mit einer Gabel werden nun die Eier geschlagen und mit dem Mehl vermengt. Mit den Händen durchkneten, bis ein gleichmäßiger elastischer Teig entsteht. Je nach Bedarf ein bisschen mehr Mehl oder etwas Wasser dazugeben – der „fertige“ Teig darf nicht an den Händen kleben. Teig aus der Schüssel holen, auf eine bemehlte Fläche legen und etwas ruhen lassen.





Aus dem Teig kleine Stücke schneiden und diese weiter verarbeiten: Entweder mit der Nudelmaschine durch die glatten Walzen jagen bis zur Stufe 6 oder 7 und dann durch die passenden Schneidwalzen durchlaufen lassen, oder eben stückchenweise mit einem Nudelholz den Teig sehr dünn ausrollen und mit einem Messer oder Teigrädchen in Streifen schneiden.



So oder so: Die fertig geschnittenen Tagliatelle auf ein Tischtuch (oder auf den bemehlten Tisch, wenn man das Tuch vergisst, ehem) legen und für mindestens 1 Stunde trocknen lassen. An einem kühlen und trockenen Ort kann man die hausgemachten Nudeln laut Maschinenbroschüre bis zu 2 Wochen aufbewahren...



Wenn die Nudeln trocken sind, Salzwasser aufsetzen. Währenddessen die Sauce zubereiten: Butter in der Pfanne zerlassen, mit Gemüsebrühe ablöschen. Nebenbei eine Handvoll Pistazien klein hacken, ein paar Basilikumsblätter waschen und in Streifen schneiden. Wenn das Wasser kocht, die Tagliatelle in den Topf geben – je nach Dicke der Nudeln sind sie in ca. 2-4 Minuten fertig. Danach abgießen und kurz in der Pfanne mit der Butterbrühe schwenken. Abschmecken (mit Pfeffer und Chiliflocken) und servieren und mit Pistazien, Basilikum und geriebenen Käse vollenden.

Simpel aber sehr lecker.


Das zweite Gericht, was aus der Maschine kam, waren hausgemachte Ravioli mit einer Tomaten-Mozzarella-Rucola-Füllung für die ich dieses Rezept hier als Grundlage benutzt habe und die ich, verrücktes Huhn, unseren hanseatischen Pfingstsonntagsgästen vorgesetzt habe ohne sie zuvor probeweise gekocht zu haben... Das Ergebnis: Sehr lecker, obwohl ich weiß dass die Ravioli eine Minute länger im Kochwasser gut vertragen hätten (und vielleicht ging die Füllung bei meiner improvisierten Pilzsauce ein wenig unter??).

Bilder der fertigen Ravioli gibt es leider keine – wenn Freunde zum Essen kommen, widmet sich klein-Nata ihren Gästen, nicht der Kamera. Wird aber sicher irgendwann noch wiederholt und bestimmt besser gemacht als beim ersten Mal – und dann berichte ich sicherlich nochmal davon. Fürs Erste gibt es nur Impressionen...




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21.05.2009

Saté-Hähnchen mit Gemüse & Reis


Saté ohne Spieß, dafür aber mit Paprika, Auberginen, Champignons und Lauch.

(Pseudo)Asia à la Nata: Das ultimative Abendessen zum Germany's Next Topmodel Finale. Dazu ein großes kaltes Beck's und “die beste Begleitung von Welt”. Was will man mehr?

Und mal ehrlich: Schmeckt in dieser hausgemachten Variante wesentlich besser und frischer als das meiste was man heute vom Bestellservice aufgetischt bekommt... und so weiß ich auch wenigstens was da alles drin ist...


Die Sauce habe ich aus dem Blog “Chili & Ciabatta”: Dort gab es irgendwann im Februar ein Rezept für Lammfrikadellen mit Saté-Sauce, das mich so derart angelächelt hatte dass ich es prompt nachgekocht habe (sehr sehr empfehlenswert da richtig lecker!). Und weil ich damals so zufrieden war mit der Sauce (ich liebe diese ganzen asiatischen Saucen mit Erdnüssen), hatte ich die Reste der angebrochenen Kokosmilchdose einfach mal eingefroren denn “das machen wir ja bestimmt bald mal wieder”...

Gut, aus “bald mal wieder” sind circa 2 Monate geworden. Es gibt einfach viel zu viele viel zu leckere Dinge da draußen und zu wenig Zeit um sie alle zu kochen, ein Leben reicht ja gar nicht aus um all diese Köstlichkeiten zu probieren. Menno.

Lieber spät als nie, gestern gab es, um Rolfe und „die Mädchen“ würdig zu verabschieden, diese Sauce wieder zu Hähnchen, Gemüse & Reis. Der Herr K. (fleißiger Küchenjunge meiner Träume) hat es verschlungen (was mich besonders freut, wenn man bedenkt dass er immer behauptet weder Erdnusssaucen noch Kokosmilch sonderlich gerne zu mögen...) und ich tat es ihm gleich und legte dann die Füße hoch, Bierchen in der Hand und in wohliger Zufriedenheit. Joah.



Zutaten (für zwei mit gesundem Appetit):

  • ca. 200-250 g Hähnchenbrustfilet

  • 1 rote Paprika

  • 1 Lauchstange

  • eine halbe Aubergine

  • 5-6 große Champignons (oder eben so viele kleine wie man mag)

  • ein Glas (ca. 100-125 g) Reis (Langkorn/Basmati/whatsoever)

  • ca. 4 Gläser Hühnerbrühe (etwa 2 für den Reis, anderthalb für die Sauce, ein halbes für das Gemüse)

  • ca. 100-120 ml. Sweet-Chili-Sauce

  • ca. 3-4 gehäufte EL Erdnussbutter

  • 2 EL Zitronensaft

  • ca. 5-6 EL Kokosmilch

  • eine Handvoll Koriandergrün (ersatzweise sonst einfach mal Petersilie nehmen)




Wie es gemacht wird:

Reis kochen: dafür einen Spritzer Olivenöl erhitzen, den Reis dazugeben und kurz darin wenden bis es glasig ist. Dann etwa die doppelte Menge Hühnerbrühe zufügen und bei mittlerer Hitze vor sich hin kochen lassen.

Das Fleisch in Streifen oder Würfel schneiden und in einer großen Pfanne in wenig heißem Öl braten bis es goldbraun ist. Aus der Pfanne holen und reservieren. In der selben Pfanne (notfalls ein bisschen mehr Öl nehmen) das ebenso klein geschnittene Gemüse anbraten, nach ein paar Minütchen ein wenig Flüssigkeit hinzu geben (ich nahm ein halbes Gläschen Hühnerbrühe). Hitze reduzieren damit nicht alles komplett verkocht.

Für die Sauce erhitzen wir alle Zutaten in einer Kasserolle und rühren dabei bis alles gut vermengt ist: Ich habe diesmal die Mengenangaben von Originalrezept (siehe Link oben) nur “pi mal daumen” benutzt da ich gestern etwas unter Zeitdruck war um alles großartig zu wiegen/messen. Aber in etwa dürfte die Zusammensetzung so ausgefallen sein: ca. 300 ml. Hühnerbrühe (etwas weniger), ca. 100-120 ml. Sweet-Chili-Sauce, mehr oder weniger 3-4 gehäufte EL Erdnussbutter und 2 EL Zitronensaft und Peterslie (gehackt) nach Gusto da ich gestern spontan kein Koriandergrün im Hause hatte. Ein paar Minuten köcheln lassen. Fertig. Am Ende habe ich wohl viel zu viel Sauce gemacht, daher sind meine Angaben mit Vorsicht zu genießen, weniger geht auch...

Das Fleisch kommt zum Schluss zum Gemüse dazu in die Pfanne, genauso wie etwas gehackte Petersilie.

Dann wird serviert: Auf dem Teller Reis mit der Gemüse-Fleisch-Kombi aufwerten, dann alles ordentlich mit Sauce bedecken.



Es war viel. Es war toll. Wir wollen mehr.

Ein anderes Mal erzähle ich Euch vielleicht was es am Mittwoch zum UEFA-Cup-Finale gab... Ich meinem grenzenlosen Hunger (und bei der ganzen Fussi-Nervosität) habe ich an dem Abend komplett versäumt, das Menü zu fotografieren. Ist vielleicht besser so, wenn ich nur daran denke, wie traurig ich doch nach dem Abpfiff wieder war... Puh... naja, „nur ein Titel“ zu gewinnen ist auch okay, meine Daumen trainieren jetzt einfach mal für den 30.Mai, so einfach ist das! Vielleicht koche ich an dem Abend etwas Grün-Weißes...

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