Alle tun es gerade. Oh, ja. Überall. Wohin man auch schaut, Kürbisse, Kürbisse und nochmal Kürbisse. Und ja, wir tun es auch – obwohl ich früher den Kürbis „nur“ in engelsgleicher Marmeladengestalt geduldet habe (ist eine lange, unfassbar leckere Spanien-bezogene Geschichte, dazu noch im Laufe der Woche mehr, versprochen..).
Und weil ich ja nun mal wirklich so gar nicht originell bin: Den Kürbis (ein Patisson-Kürbis, eine Sorte die ich bisher nicht probiert hatte) gibt es bei mir heute erstmal wieder als Suppe.
Noch schlimmer: Ich werdet jetzt alle vielleicht vor Langeweile tot umfallen, aaaaaaber... jepp, ich habe „schon widda“ die eine Suppe daraus gekocht, die ich sonst auch immer mit wechselndem Hauptgemüse koche...
Zu meiner Verteidigung muss ich allerdings sagen: Schmeckt ja auch aber jedes mal so dermaßen gut... was soll ich machen?! Never change a winning team... Zutaten (es wurden daraus zwei sehr große sehr volle Teller):
ein Patisson-Kürbis (ca. 600-650 g Kürbisfleisch)
3 kleine Kartoffeln (etwa 200 g insgesamt)
die Hälfte einer kleinen Zucchini (Kühlschrankrest, musste weg!)
leichte Gemüsebrühe
2 Frühlingszwiebeln
1 Knoblauchzehe
Olivenöl
Majoran (trocken, gerebelt)
Chiliflocken (trocken, aus der Mühle)
Champignons (Menge nach Gusto - geht auch mit anderen Pilzen, mit edleren Sorten umso besser)
Salz
Pfeffer
Crème Fraîche
optional: gehackte Petersilie oder Schnittlauch; hausgemachte Brot-Käse-Croutons
Wie es gemacht wird:
Das Prinzip hinter dieser cremigen Kürbissuppe ist also dasselbe, das in diesem werten Hause zum Beispiel auch bei Zucchini, Mangold oder Kartoffeln&Lauch erfolgreich umgesetzt wird. Variiert werden hier höchstens nur die Hauptzutat und das Topping...
Den Kürbis schälen und würfeln (nur das feste Fruchtfleisch, nicht den faserigen mittleren Teil mit den Kernen), genauso auch mit Zucchini und Kartoffeln verfahren.
Frühlingszwiebeln und Knoblauch klein hacken und im Topf mit Olivenöl anschwitzen. Das zuvor gewürfelte Gemüse dazu geben und alles mit Gemüsebrühe bedecken. Mit Majoran und Chili (ohne Scheu!) würzen und sobald alles kocht, die Flamme reduzieren. So köcheln lassen bis alle Zutaten gar sind (ca. 20 Minuten).
Einige Champignons in Scheiben schneiden und in einer Pfanne mit wenig Olivenöl kurz scharf anbraten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und reservieren.
Die fertig gegarte Suppe mit dem Stabmixer (ja, ich benutze dafür den Mixer, soviel Banausentum erlaube ich mir - mir persönlich gefällt das (Konsistenz)Ergebnis so besser als mitm Stampfer oder mit der ollen Passierlotte... Geschmackssache, ich weiß) fein pürieren. Gegebenenfalls mit Salz/Chili nachwürzen.
Zum Servieren, wie sonst auch: Klecks Crème Fraîche auf den Teller, diesen randvoll mit Kürbissuppe befüllen, gebratene Champignons kunstvoll darauf verteilen. Möglicherweise sind wir auch in der richtigen Laune, das Werk optisch noch aufzuwerten, indem wir Petersilie oder Schnittlauch auf die Suppe bestreuen. Vielleicht waren wir sogar zuvor konzentriert genug, beim Kochen an die geplanten Brot-Parmesan-Croutons zu denken, mit denen wir diese Kürbissuppe ursprünglich servieren wollten (vielleicht aber auch nicht, ich weiß wovon ich sprech)...
So oder so, mit viel Chichi obendruff oder minimalistisch schön: Sofort essen. Viel Brot darin tunken. Sich darüber freuen, diese Suppe gekocht zu haben. Und gut ist.
Uns hat es zumindest sehr gut geschmeckt – das war ein sehr schönes Spiel zwischen der dezenten Note vom Kürbis und der Chili-Schärfe. weiterlesen...
Diese Brotpudding-Minis zu backen und anschließend zu verputzen ist zurzeit unsere Lieblingsfreizeitbeschäftigung. Brotpudding ist eine derart schnörkellose, schöne, genuine Erfindung, dass ich manchmal denke, Brotpudding muss ja quasi zeitgleich zum Big-Bang entstanden sein. Also m i n d e s t e n s. Denn eine Welt ohne Brotpudding hätt ja auch so toll gar nicht sein können. Und nicht, dass mir jetzt wieder einer sagt, ich würde maßlos übertreiben. Nanana. Das ist so, basta.
Brotpudding ist bescheiden, nahe liegend, toll. So ganz ohne Gedöns. Ich mag das. Mein Fleisch so-gut-wie-roh, mein Gemüse quasi nackt und das Dessert bitte aus Resten zusammengebastelt.
So unintellektuell bin ich.
Tja, jetzt ist es raus. Zutaten (für 12 Muffin-große Stücke):
ca. 3 Tassen voll mit alten Brotstückchen (es sind wieder mal Tassen mit einem US-cup-Volumen von 240 ml gemeint – entspricht in Kastenbrot-Dimensionen circa 3-4 Scheiben)
1 Tasse Milch (240 ml)
2 geschlagene Eier
ca. 40-50 g Zucker (diese Menge lässt sich auch problemlos reduzieren wenn man es nicht so süß mag im Leben...)
20 g Mehl
3 „tablespoons“ Sonnenblumenöl (45 ml)
¾ „teaspoon“ Backpulver
ca. 60 g Rosinen
ca. 150 g Birne (geschält und in Stückchen geschnitten)
½ „teaspoon“ Zimt
eine Prise Salz
eine Prise Muskatnuss
optional: einen Spritzer Zitronensaft (oder Orangensaft – oder Abrieb von Z. oder O.) und/oder ein paar Tropfen Vanillearoma...
Vorneweg noch...
1.Das Brot sollte optimalerweise schon 1-2 Tage alt sein und leicht trocken. Alternativ lässt sich auch frisches Toastbrot zu Pudding verarbeiten, wenn man denn - wie wir zurzeit - nicht ausreichend altes Brot „produziert“ um den Pudding-Bedarf zu decken... Eine weitere Möglichkeit ist es, Kuchenreste zu benutzen (neulich gab es in dieser Küche die Marie-Antoinette-Hommage schlechthin: Brotpudding mit Biskuitboden-Resten statt Brot).
2.Ich backe unseren Brotpudding mittlerweile nur noch in Muffinform – zum einen finde ich die Version optisch wesentlich ansprechender als die klassische Lösung mit einer großen Back-/Auflaufform (diese bröckelt fürchterlich sobald man portionieren will und sieht, aufm Teller gepappt, meist unsexy-unlecker aus); zum anderen finde ich diese handlichen „Minis“ perfekt zum zwischendurch Naschen und sie lassen sich in diesem Format auch wunderbar einpacken und in die Tasche meines hübschen und hart arbeitenden Mannes stecken. Hinzu kommt: Aus der Hand gegessen ersparen mir die klitzekleinen Puddings jede Menge dreckiges Geschirr.
3.Variationen: Getreu dem Swinger-Motto gilt hier „alles kann, nix muss“. Soll heißen: alle möglichen Obstvariationen sind erlaubt - ich habe vor einigen Wochen eine Version mit Heidel- und Johannisbeeren gebacken, die der absolute Hammer war, meine „amatxo“ nimmt immer Apfelstückchen und/oder Trockenobst (Aprikosen, Pflaumen, etc.), kandierte Kirschen wären perfekt, gehackte Nüsse gäben dem Ganzen mehr Biss, man könnte Schokolade oder Kakaopulver in irgendeiner Form einbauen, und mit einer dezenten Zugabe von Alkohol (Weinbrand, Rum, Kaffeelikör?, Obstler?) experimentieren...
4.Sauce dazu?: Nicht zwingend erforderlich aber ganz nett... Kann alles sein von A (wie Apfelmus?) bis Z (wie Zimt-Orangen-Butter?)... oder Rumsauce oder irgendwas wie eine „mit Pflaumen und Armagnac“-Sauce, oder stinknormale geschlagene Sahne, von mir aus...
Unfassbar wie viel ich doch reden kann, nicht?
Der pure Wahnsinn.
Wie es gemacht wird:
Wir würfeln das Brot und geben es in eine große Schüssel. Wir gießen die Milch darüber und lassen das Brot 5 Minuten lang so einweichen.
Nach dieser Zeit geben wir die gequirlten Eier hinzu sowie Zucker und Öl und ein paar Tropfen Zitronensaft (oder Vanillearoma, wie Ihr wollt) und rühren alles gut durch.
In einer separaten Schüssel vermischen wir das Mehl mit dem Backpulver, etwas Salz und den Gewürzen (in diesem Fall Zimt und Muskatnuss) und fügen diese Mischung anschließend zur feuchten Brot-Milch-Ei-Masse hinzu.
Im nächsten Schritt werden die verschiedenen Obstsorten unter die Masse gerührt (Rosinen, Birnenstückchen).
Nun wird das Gemisch auf die 12 im Vorfeld mit Butter ausgepinselten Muffinmulden verteilt und im vorgeheizten Backofen bei 180 º C circa 25-30 Minuten lang gebacken bis die Puddings schön goldbraun sind und eine eingestochene Nadel sauber heraus kommt.
Nach dem Backen werden die Minis vorsichtig aus den Mulden gehoben und zum Abkühlen auf ein Gitter gelegt. Man kann sie wunderbar lauwarm essen, kalt schmecken sie anders aber ebenso gut.
Tolle Herbstbisse, puh. „Cariiii, qué ricoooooo“ - das sagt der liebe Herr K. dann immer.
Ja, finde ich auch! Deshalb hol ich mir jetzt noch so ein Pudding, drehe die Musik lauter als laut, und wippe mit den Füßen zu den Pixies, der Mund voll, die Haare offen, was-das-Zeug-hält, señores...
… and there's a wait so long so long, so long ♫ ♫ you'll never wait so long ♫ here comes your man ♫ ♫ ♫ here comes your man...
Und Ihr tut das jetzt auch (das Wippen, die Haare, und mitsingen bitte auch) und wenn Ihr mit den Pixies fertig seid, schaut Ihr Euch den Trailer zu „500 Days of Summer“ an und dann, Ihr intelligente, Brotpudding-liebende Menschen, die Ihr alle seid, geht Ihr ins Kino und guckt den Film mal an. Macht gute Laune. Ist was fürs Auge und für die Ohren, und lustig und, wie mein Freund Daniel vorhin sagte, „süß, und überraschend, und traurig und so voller Hoffnung“...
Da draußen herrscht ja Herbst galore. Zurückgeschlagen wird also mit Herbstküche en masse.
Zum Beispiel mit diesem Reis, was in Spanien (aka "die ferne Heimat") durchaus typisch ist: mit Kaninchen und Pilzen. Mehr Herbst geht wohl kaum, oder? Herrlich!
Kaninchenfleisch erinnert mich immer an meine Kindheit. Meine Oma hielt damals immer Kaninchen für die Hausschlachtung, die wurden dann meist geschmort und mit der unvergesslichsten aller unvergesslichen Schokoladensaucen serviert. Halleluja. Ich bin mittlerweile allerdings nicht ganz hundertprozentig sicher, dass es sich so ereignet hat, das alles. Könnte auch eine dieser seltsamen Fata Morganas der Kindheitserinnerungen sein. Passieren Euch solche Dinge auch? Sich an Kindheitsdinge erinnern zu können, die sich dann als „unecht“ entpuppen? Ich bin vielleicht auch im Sci-Fi-Streifen gelandet, weiß es nur noch nicht. Gut möglich.
Jedenfalls, ehe ich noch weiter abschweife, ja, Bugs Bunny & Roger Rabbit rocken. Auf der Leinwand und aufm Teller, ey! Kaninchenfleisch ist schön zart und sehr bekömmlich, fettarm und reich an Eisen, Niacin, Vitamin B12, etc... ich bin versucht zu sagen, jeder soll unbedingt ein paar Bunnies in sein Leben bringen... auf der anderen Seite klingt das ja beknackt und ein bisschen sexistisch auch, also so doof dass ich unmittelbar wieder an Günter Wallraff(*) denken muss (uargh!!). Vergesst den Quatsch deshalb, esst aber dennoch mehr Kaninchen!
Zutaten (für 3-4 Portionen, je nach Hunger):
3 Kaninchenkeulen
1 Glas Reis (ca. 200 g - am Besten eine Rundkornsorte)
ca. 75 g Pilze (z.B. Champignons oder Steinpilze oder oder oder)
1 Glas Weißwein
50 g gehobelte Mandeln
ca. 50 g Pistazien (geschält)
1 Scheibe Weißbrot (getoastet)
ein halbes Gläschen gehackte Tomaten aus der Dose o.ä. ("Pizzatomaten" whatsoever, oder eine frische mitt.-gr. Tomate)
1-2 EL Petersilie
Olivenöl
2 Frühlingszwiebeln
2 Knoblauchzehen
Salz
etwas Paprikapulver
je eine Prise Thymian, Rosmarin, Majoran & Pfeffer
Wasser
Wie es gemacht wird: Ich habe für diesen Reis drei Kaninchenkeulen benutzt, die ich bereits vor einigen Wochen geschmort und eingefroren hatte. Daher mussten sie erst aufgetaut werden, anschließend habe ich das Fleisch vom Knochen gelöst und mit den Händen grob zerschreddert. Die janze Kaninchenreis-Kocherei geht aber natürlich auch mit frischem noch rohem noch am Knochen klebendem Fleisch...
In diesem Gericht habe ich zudem zwei klassische Komponenten der spanischen Küche auf meine Art „interpretiert“: „sofrito“ und „picada“ - nachlesen könnt Ihr sicherlich selber, worum es bei diesen komischen Worten geht (ich habe gar keine didaktischen Qualitäten, was?).
Und jetzt zur Sache, Schätzchens:
1.Das Kaninchenfleisch, leicht gesalzen, in einem Topf mit etwas Olivenöl anbraten.
2.Tomate und grob geschnittene Frühlingszwiebeln grob reiben (oder durch den Zerhacker des Stabmixers jagen).
3.Das Kaninchen aus dem Topf nehmen und reservieren, dafür nun das Tomaten-Zwiebel-Gemisch in den Topf geben und anbraten (wenn nötig noch mehr Olivenöl hinzugeben). Nach 5-6 Minuten kommt das Fleisch wieder in den Topf.
4.Mit einem Mörser (oder Zerhacker – da bin ich äußerst tolerant) die „picada“ zubereiten indem man 2 Zehen Knoblauch, die Mandeln und Pistazien (geschält), das grob geschnittene Brot und die Petersilie zu einer gleichmäßigen Masse zerstößt. Mit einem Schuss Weißwein verrühren und zu den weiteren bratenden Zutaten hinzufügen.
5.Den Rest vom Weißweinglas darüber gießen und köcheln lassen bis der Wein größtenteils verdampft ist.
6.Die Pilze grob schneiden und in den Topf geben.
7.Nach 2-3 Minuten den Reis hinzufügen und kurz umrührend glasig werden lassen. Danach den Topf mit heißem Wasser füllen, bis der Reis bedeckt ist und fertig kochen lassen (je nach Reis-Sorte ca. 15-20 Min.). Kurz vor Ende der Garzeit noch mit den restlichen Kräutern/Gewürzen (Paprika, Thymian, Rosmarin, etc...) aufpäppeln und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Sehr lecker und sehr passend zu dieser Jahreszeit. Nachmachen. Ist quasi ein Befehl. So ziemlich.
(*):- apropos Günter Wallraff... ich schwanke derzeit ein wenig zwischen den beiden Optionen A) ich lasse für mich ein T-Shirt mit der Inschrift „wifey knows best“ herstellen oder aber B) ich lasse auf besagtes für mich bestimmtes T-Shirt den Satz „Günter Wallraff ist doof“ anbringen... also, was darf es denn sein: A oder B? Ich persönlich fühle in meiner Bauchgrube zwar eine leichte Tendenz für die B-Variante, so richtig zu dieser Entscheidung durchringen konnte ich mich aber noch nicht. Ich habe Angst, Günter Wallraff könnte sich in seiner ursprünglichsten Afro-Fließbandarbeiter-Menschenwürde verletzt fühlen und mich verklagen. Oder, noch schlimmer, sich ob seiner Rächer-der-Geächteten-Eitelkeit-Hingabe dazu aufgerufen sehen, als Herr K. geschminkt - und mit versteckter Kamera bewaffnet - einen schockierend gnadenlosen wie gnadenlos echten Dokumentarfilm über die Missstände in diesem Hause zu machen. Stellt Euch das mal vor...(Exkurs beendet - zurück zum Rezept) weiterlesen...
"Ich bin wieder da" - schrie sie... und sie schwang sich aufs Pferd und ritt eiligst davon.
Tja, wieder mal typisch. Kaum hatte ich das Ende meines sommerlichen "was-auch-immer-das-jetzt-schon-wieder-war"-Blog-Intermezzos verkündet bin ich in einen Flieger gestiegen (den 11.September im Flugzeug zu verbringen hat bei mir mittlerweile Tradition) und mit Koffer, Mann und Lektüre in Richtung "ferne Heimat" abgehauen.
Es gab schließlich etliche große Momente zu feiern im etwas überdimensionierten Kreise meiner Lieben. Zehn Tage lang gab es Hochzeiten und Geburtstage, und dies und das. Und viele Steine...
... und jede Menge „Pampa“. Mit Sonne. Und im Regen.
Es war eine tolle Reise, dahin wo alles begann...
...und mit Endstation beim besten Gastgeber der Welt...
Aber fast alle gute Dinge müssen irgendwann ein Ende haben. Und so sind wir nach zehn Tagen mit meiner werten Frau amatxo im Huckepack nach Berlin zurückgekehrt. Als sie auch nach zehn Tagen wieder abgereist ist, war es wieder mal soweit: Ich hatte das dringende Gefühl, irgendwas nur für uns beide machen zu wollen, etwas Schönes und, ähm, ja Leckeres halt... was sonst? Denn, hey, ich liiiieeeeeebeeeee meine Familie – aber drei Wochen „Urlaub mit Familie“ am Stück sind auch mir irgendwann zu viel. Also gab es am ersten Abend unserer heile wiederhergestellten trauten Zweisamkeit drei Gänge zum Abendessen:
1.Kartoffelsuppe mit Schnittlauch-Olivenöl 2.Pangasiusfilet en papillote mit Lauch & Kartoffeln und Apfel-Creme-Currysauce 3.Pfirsichtörtchen
Hmm, was soll ich sagen? Es gab definitiv Abende an denen meine Kochkünste Besseres vollbracht haben. Oder ich bin aber ein zu kritischer Perfektionist. War alles an und für sich lecker aber nicht so hundertprozentig stimmig, wie ich mir das vorgestellt hatte... Ich werde Euch noch in den nächsten Tagen vom Hauptgang erzählen und zum Dessert sicher auch noch ein Post schreiben – heute ist erstmal die wahre Entdeckung jenen Abends dran. Das Süppchen aus der Tasse. Diese „Kartoffelcremesuppe“, die ich aus einem Rezepte-Booklet der spanischen Zeitschrift TELVA (mal wieder) kopiert habe. Sanfter Kartoffelgeschmack mit einer würzigen Schnittlauchnote: Ich wusste sofort, das wird probiert! Es war auch das erste Mal, dass ich Kartoffeln mit Milch statt mit Wasser oder Brühe gekocht habe. Eine Offenbarung, irgendwie. Sehr fein im Geschmack, weich-leicht-schön: Eine Suppe wie Angorawolle.
Zutaten (für 2-3 Portionen als Hauptgericht oder mehrere Vorspeisentassen):
2 Frühlingszwiebeln
ein paar EL Olivenöl
2 mittlere Kartoffeln
750 ml Milch
50-75 ml Sahne (oder ein Klecks Crème Fraîche)
(Meer)Salz
für das Schnittlaucholivenöl:
eine Handvoll Schnittlauch, klein geschnitten
ein Schuss Olivenöl
Salz
Pfeffer
Wie es gemacht wird:
Die Kartoffeln schälen und würfeln. Die Frühlingszwiebel klein hacken und im Olivenöl andünsten. Die Kartoffelstückchen hinzufügen und kurz braten (dabei immer wieder umrühren damit nichts anbrennt oder Farbe annimmt). Etwas Meersalz in den Topf geben. Alles mit der Milch ablöschen und kochen bis die Kartoffeln gar sind (dauert 10-15 Min.).
Während die Suppe kocht das Öl zaubern: Schnittlauchröllchen und Olivenöl zusammen pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Suppe ebenso mit dem Stabmixer pürieren (und zwar so, dass sie ordentlich schäumt, sieht beim Servieren viel hübscher aus und die Suppe wird schön locker luftig). Danach die Sahne in die Suppe geben und bei Bedarf mit Salz abschmecken.
In Tassen servieren und direkt vor dem Verzerr mit Schnittlauch-Olivenöl beträufeln.
Ein ganz und gar fantastisches Süppchen.
Wir haben in dieser Küche sowieso ein Faible für gemüsige Cremesüppchen, Du auch? Dann solltest Du diese mal ausprobieren...
Langsam spürt man es, oder? Der Sommer geht, der Herbst kündigt sich leise an. Unter uns gesagt: Ich habe nichts, aber rein gar nichts, gegen den Herbst (wer mich kennt weiß: ich mag keine Hitze - und ja, trotzdem liebe ich den Sommer, paradox, schätze ich mal)... und dennoch hängt ein Hauch von Abschied in der Luft. Bergpfirsiche, Kirschen, Melonen, Aprikosen, Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren... snief... Aber auf unsere herbstlichen Eintopf- und Suppenorgien freue ich mich jetzt schon. Denn, hehehe, ich bin der perfekte Gegenentwurf von Mafalda*: I ♥ Suppe!!!
Die heutige Zucchini-Cremesuppe ist wieder einmal ein Rezept meiner „amatxo“, obwohl ich es hier und da mit ein paar Änderungen aufgepimpt habe... jetzt wo die Tage kürzer und die Abende spürbar kühler werden, ist so eine Suppe das Allerallerallertollste! Zutaten (für ca. 4 ordentliche Teller):
ca. 400 g Zucchini
ca. 200-250 g Kartoffeln
2 kl. Knoblauchzehen
etwas Rosmarin (gemahlen)
ein paar Pfefferkörner
ca. 600-650 ml leichte Gemüsebrühe
ein Schuss Weißwein (trocken)
4 Sahne-Käse-Ecken (Schmelzkäse)
optional:ein Schuss Sahne
optional: je 1 EL Crème Fraîche pro Teller
Pfeffer, frisch gemahlen, nach Gusto
Olivenöl nach Gusto
Wie es gemacht wird:
Kartoffeln, Knoblauch und Zucchini schälen und würfeln. In einem Topf mit Olivenöl andünsten, gelegentlich umrühren. Nach ein paar Minuten mit Weißwein ablöschen und mit Brühe bedecken. Rosmarin und Pfefferkörner hinzufügen und alles bei mittlerer Hitze ca. 15 Minuten köcheln lassen.
Nach dem Kochen die gewürfelten Käse-Ecken in die Suppe geben und einrühren bis sie schmelzen. Alles mit dem Stabmixer pürieren und bei Bedarf mit etwas Sahne verfeinern, wenn nötig mit Salz abschmecken.
Ich tue da immer bei solchen Süppchen einen Klecks Crème Fraîche auf jeden Tellerboden bevor ich die Cremesuppe serviere. Oben drauf kommen zum Schluss noch eine gute Prise Pfeffer aus der Mühle und ein paar Spritzer Olivenöl (roh).
Dazu hausgemachtes Brot (Rezept hier) und eine Flasche Federweißer – was will man mehr?? Also ich, ick geb mich da vollkommen zufrieden mit.
Apropos Federweißer: Habe ich schon erwähnt wie sehr ich danach eigentlich süchtig bin? Noch ein Grund sich auf den Herbst so richtig zu freuen: Man kann heiße Süppchen essen ohne vor Hitze zu kollabieren, schwere trockene Rotweine machen wieder Spaß (siehe: Hitze → kollabieren) und es gibt wieder Federweißen. YAY!
*.- Wohlgemerkt ist Mafalda mir ansonsten stets ein Quell der Inspiration gewesen, meine Heldin, mein modisches Vorbild, mein Fels in der Brandung – obwohl ich, zugegebenermaßen, ein wenig reaktionärer geraten bin als sie... weiterlesen...
Hier ist es ungewöhnlich ruhig gewesen in letzter Zeit. Dabei war meine Abwesenheit vollkommen unfreiwillig. Ach was! Meine Abwesenheit war im Grunde genommen ja gar keine. Ich bin hier, ich koch mir nach wie vor 'n Wolf, ich backe wie ein Berserker. Und essen und trinken und lieben und schlafen tue ich auch immer noch. Nur verstummt bin ich irgendwo dazwischen – weil das Leben im Moment keine Pläne mit mir hat und ich mich so fühle als würde ich unter chronischem Schluckauf leiden: Dies und das in Dauerschleife. Ermüdend. Und ich blicke derzeit so oft in meinen eigenen Bauchnabel, dass mir davon schwindelig wird. Uargh.
Und wenn ich dann schon mal ausnahmsweise aus dem Looping heraus springe und wieder die Leichtigkeit probieren will, tja, dann tauchen distanzlose, anmaßende, dumme Menschen auf und sagen und tun dumme Dinge - zu mir und mit mir und um mich herum. Und ich ärgere mich, laufe grün und blau an, hyperventiliere, ersinne brutale Rachepläne, erkenne rechtzeitig die Albernheit darin und übe mich dann in erwachsenem Benehmen und in weiser Zurückhaltung – wenn man mich denn lässt, und ich schweige, bleibe ungerächt, langweile mich (und wohl hier und da auch alle anderen), denke unweigerlich zu viel. Viel zu viel. Viel. Zu. Viel.
Also: Nix Neues, oder doch oder was weiß ich. Ist ja auch egal. Was zählt: Jetzt, da der Sommer langsam aber sicher adieu sagt, nehm ich hier das Ruder wieder fest in die Hand. Verhungern werden wir alle nicht, Ihr Lieben... Passend zur aktuellen „geh weg!“-Stimmung, heute mal Knoblauch (und ja, ich bin ein sehr sehr netter Mensch, wenn man mich denn lässt, wenn man mir eine andere Möglichkeit lässt, als pampig zu werden weil auch das zweite und dritte und vierte „Nein“ nichts bringen und wildfremde Menschen der Meinung sind, sie müssten deshalb vollkommen rücksichtslos an meinen Armgelenken zerren und drängeln bis ich nicht anders kann als an-Ort-und-Stelle Amok zu laufen, wodurch ich dann sowieso eh die Böse bin, ja danke auch, fuk-it, von mir aus auch kreuzweise, Süße).
Zutaten (für zwei)*:
250 g Vollkornspaghetti
ausreichend Basilikumblätter
1-2 Knoblauchzehen, je nach dem wie groß Eure Wut gerade so ist
2-3 EL Sahne
ca. 100 g Quark (40% Fett)
eine Handvoll Pistazien
Salz
Pfeffer (weiß, gemahlen)
ein Schuss Olivenöl
ein wenig Grana Padano, gerieben
*.- unsere persönliche Variation von Ursula Summs „Spaghetti mit Basilikumsauce“, aus dem Buch „Mit Trennkost zum Wunschgewicht“ (Bassermann)
Wie es gemacht wird:
Die Spaghetti in Salzwasser kochen.
Währenddessen, Basilikumblätter zupfen und waschen und in ein hohes Gefäß geben. Knoblauch schälen und grob geschnitten dazu geben. Mit Quark, Sahne, Nüssen, Salz, Pfeffer und geriebenem Käse pürieren. Das relativ trockene Pesto mit einem Spritzer Olivenöl verfeinern und nochmals kurz pürieren.
Die Spaghetti abtropfen und mit dem Pesto zusammen servieren. Lästige Blutsauger – in welchem Gewand auch immer – nach dem Verzehr bei Bedarf anhauchen und anschließend endlich die Ruhe genießen.